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Die sieben Tugenden Jesu als
Menschensohn.
(Kundgabe empfangen von Franz Schumi, 1899)
Vater Jesus erklärt durch Seine eigenen Tugenden, wie der
Mensch Ihm nachfolgen soll, um selig zu werden.
1. Wenn Ich euch Meine Tugenden als Mensch vorlege,
geschieht es, um euch darauf aufmerksam zu machen, wie ein jeder Mensch leben
soll, wenn er will einst zu Mir, seinem Vater, kommen, Der ihm Selber mit dem
besten Beispiel vorangegangen ist und gezeigt hat, wie man leben und handeln
soll, wenn man will das Reich Gottes mit Gewalt erobern. Denn, wer nicht mit der
Gewalt der Liebe, der Verleugnung oder Demut und durch Entsagung auf alle
Weltgenüsse einnehmen wird, der wird es überhaupt nicht einnehmen! ―
2. Daher will Ich euch die Pfade bezeichnen, auf welchen Ich
als Mensch wandelte, um das zu werden, was euch alle erwartet, wenn ihr in
Meine Fußtapfen treten und nach Meinem Beispiel leben und handeln wollt ― und
diese sind:
3. Die Liebe ― Ich habe am
Berge Sinai dem Moses die zehn Gebote gegeben, welche ― Allen bekannt - zeigen,
was Ich verbiete; durch die zwei Liebesgebote als Jesus, die ein Auszug und
zwar ein geistiger Auszug aus ihnen sind, habe Ich euch aber den Maßstab des
Göttlichen in diesen zehn Geboten gegeben. Wenn man Mich über Alles liebt, dann
ist der Mensch mit seinen Gedanken bei Mir und trachtet nur das zu tun, was ihm
die Liebe zu Mir gebietet, und somit kann er Mich nicht beleidigen, viel weniger
sich gegen Mich versündigen, denn er wandelt aus Liebe zu Mir nach Meinen Liebesgeboten.
Denn die Liebe
ist die allein selig machende Kirche auf der Welt und im Geistreich, weil die
Liebe den Himmel mit der Erde verbindet, und aus Menschen Söhne und Töchter
Gottes bildet, als Kinder des allmächtigen Schöpfers des Weltalls.
Befolgt der Mensch aber das Gebot der Liebe zu Mir, dann trachtet er auch das
Gebot der Liebe zu dem Nächsten zu erfüllen. Denn alles, was von Mir kommt, ist
ihm heilig, und somit auch das Gebot der Nächstenliebe, welches er als den
einzigen Opferaltar zu Mir, Der Ich im Nächsten wohne, betrachtet. ― Er übt da
die Liebe, wo er Mir uneigennützige Liebe opfert durch Mitleid an Armut, Elend
und Not, ― und diese zu lindern oder ganz aufzuheben an seinem Bruder oder
seiner Schwester trachtet. ―
4. Seht, liebe Kinder, das ist Meine erste und Haupttugend
gewesen! Wer
Mich liebt, der liebt Mich auch im Nächsten, wenn er sieht, daß der Nächste an
diesem oder jenem leidet.
Und wie hoch Ich die Liebe von allen
Tugenden halte, erseht ihr aus Meiner Auferstehungsgeschichte: Es ist
euch
bekannt, daß Ich Meine Leibesmutter als solche mit
gebührender Achtung
behandelte; denn sie war eine Blume der Tugenden und sie liebte Mich
mit allem
Feuer einer Mutter; ― ihr wisst, daß der Evangelist Johannes
Mein Liebling
war, aber als es auf die äußerste Probe der Liebe ankam, da
war die Sünderin, die Verachtetste unter den Weltmenschen,
Maria Magdalena, diejenige, welche im Feuer ihrer grenzenlosen Liebe zu
Mir, mit
Gewalt den Himmel an sich riß und Mich zum Erscheinen bewog, als
die Erste
unter allen Meinen Teueren im Leben! ― Daraus könntet ihr den Wert
der Liebe
schätzen und abwägen, denn mit ihr kauft man den Himmel und
auch Mich, die
ewige Liebe!
5. Die Demut (Vergebung).
Wer
könnte wohl sagen, daß die Demut nicht die lieblichste
Schwester der Liebe
wäre?! Die Demut ist die Grundlage der Liebe, und wer die Liebe
nicht mit der
Demut paart, der kennt der Liebe Grundwesen nicht, das heißt: Er kennt das Geistige und somit das Ewig-Dauernde der Liebe
nicht. Ich war die Demut Selbst: Denn Ich, Der die ganze Schöpfung
als Sein
Werk bezeichnet, wohnte im Menschenleibe Jesu und gab Ihm die
Anordnungen, wie
Er Sich demütigen soll, daß Er dann der Aufgabe gewachsen
ward, die Er zu
vollbringen hatte.
6. Doch glaube niemand, daß die Demut dort anfängt, wo sie
durch die Natur der Verhältnisse als Pflichtgefühl oder Gebot vor Hohen
gebieterisch verlangt wird! Nein! Da fängt die Demut nicht an, sondern durch
Unterdrückung seines Vorrechtes vor den Niederen! Betrachte den Geringen, den Bettler, den
Armen, den Notleidenden als deinesgleichen! Hier seine Demut! ― Hier tritt dein
Gott und Vater Jesus in Gestalt des Geringen vor dich und ruft dich
an: Bruder, hilf, hier bin Ich, den du suchst in deiner Liebe zu Gott. Hier ist
dein Jesus als Opferaltar der wahren göttlichen Liebe! Demütige dich und
betrachte Mich als deinesgleichen ― ja noch viel mehr! Hier stehe Ich, hier liege
Ich und warte auf dich, ob du Mich erkennst, Mich als deinen Gott
ehrfurchtsvoll betrachtest und Mir die Ehrerbietung und pflichtgetreue Liebe
entgegenbringst, welche Ich dir, als der gewaltige unnahbare Gott in Seiner
Heiligkeit, gebiete, entgegenzubringen! ―
7. Die Sanftmut. - O wie hehr
klingt das Wort Sanftmut und wie hoch ist ihr Wert in den Augen Gottes! ―
Die
Sanftmut ist eine Kollektive Bezeichnung für Mitleid und Barmherzigkeit, welche
durch ein sanftmütiges Wesen zu erscheinen pflegt. Hier verbinden sich die
Liebe und Demut zu einer dritten Gestalt und üben die Werke der Nächstenliebe
aus, welche Gott in Seiner Liebe und Demut als die natürlichen Früchte aus
diesen zweien ausübt oder durch Seine Kinder ausüben läßt. Die Sanftmut in
ihrer werktätigen Ausübung ist Mir ein hohes Gebet, auf welches Ich mit
besonderem Wohlgefallen schaue. Wie hoch muß daher diese Tugend in Meinen Augen
stehen, da sie aus göttlichen Haupttugenden: Liebe und Demut eine dritte
Schwester bilden und durch diese die Natur der Göttlichkeit Vaters in
Erscheinlichkeit treten lassen!?
8. Meine lieben Kinder, erkennt ihr den hohen Wert und die
hohe Bedeutung der göttlichen Tugenden im Menschen Jesus, durch welche die
Kinder, mit dem Vater zu einem Ring der Liebe Gottes mit der Demut vereint,
als Kinder Gottes, als ausübende Götter in Menschengestalt dastehen!?
9. Befleißigt euch der
Sanftmut, der Liebe, der Demut, des
Mitleids und der ausübenden Barmherzigkeit an euren Brüdern
und Schwestern, zu
jener göttlichen Höhe empor wachsen, Blüten und
Früchte des ewigen Lebens tragen
zu machen, welche euch Mir gleich machen und euch dadurch mit Mir,
eurem Gott
und Vater Jesus, vereinen! — Nichts steht höher auf der
Welt, als wenn die
Liebe und Demut in Gestalt der uneigennützigen mitleidsvollen und
barmherzigen
Liebesbetätigung an dem Nächsten die Früchte der
göttlichen Liebe zur Reife
heranwachsen lassen! Himmel und Erde, und die ganze hohe Geisterwelt um
ihren
Vater und ewigen König Jesus, freut sich an den Werken, die ein
Kind des Vaters
liebevoll an seinem Nächsten übt! —
Ja Kinder! hier bin
Ich, euer Jesus, der
Empfänger der Wohltaten und Gaben, welche aus der Liebe, Demut und
aus dem
Mitleid eures Herzens hervorkamen und Mich, den ewigen Vater, Mich den
König
aller Könige, Mich den allerheiligsten Gott und Herrscher in der
Unendlichkeit
durch Mein braves Kind, unwissend, daß Ich es bin,
liebevoll beschenkten! —
Welche Freude und Liebe da aus
Meinen Augen
strahlt. — Wenn ihr da wüßtet und euch bewußt
wärt, mit wem ihr verkehrt, ihr würdet vergehen vor Liebeserregung und Achtung vor Mir!
Kinder! Vergesst
nie mehr diese Aufklärung eures Vaters und seid barmherzig und
liebevoll gegen
euren Nächsten! Denn ihr wisst nicht, wo Ich euch prüfe und euch besuche, um
euch als Meine oder Meines Gegenpols Kinder zu erkennen. —
10. Die Geduld.
Welche hohe
Bedeutung dieses Wort hat, davon habt ihr keine rechte Ahnung! —
Meine Kinder,
die Geduld ist die vierte Gestalt der göttlichen Tugenden, darum
ist sie etwas
so Hohes und Herrliches und Heiliges, daß alle Unendlichkeit
vor ihr in Demut die Hände auf der Brust
kreuzt. — O Kinder, versteht ihr dies geistige Wort, das Ich hier
sprach!? Was
soll das heißen, die Unendlichkeit kreuzt in Demut auf ihrer
Brust vor der
Geduld!? Seht, liebe Kinder, die Unendlichkeit bin Ich Selber, und die
Geduld
ist die Vereinigung der Liebe, der Demut und der Sanftmut zu einer
vierten
Schwester der Heiligkeit in den Tugenden Gottes und läßt sie
durch göttliche
Heiligkeit üben die Ruhe Meiner ewigen Liebe Meines Herzens zu
ihrem Nächsten,
läßt sie lieber selber alles leiden, als dem Beleidiger, dem
bösen Feind des Lebens, Gutes und Habens wegen, wehe zu tun
und Gleiches mit
Gleichem zu vergelten!
Wo in der Welt kann es etwas Größeres und Höheres geben, als
das Unrecht mit Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen stillschweigend zu
ertragen!?
Wahrlich, Ich sage euch, die Geduld ist eine kollektive
Haupttugend Gottes, welche die drei vorbenannten zu einer einzigen vereint und
als das Göttliche im Menschen in Erscheinlichkeit treten läßt, welches Mich als
Gott gegenüber den Menschen
kennzeichnet, die Mir täglich unsägliches Leid und Wehe fort und fort
zufügen, welches Mich veranlaßt, alles ruhig hinzunehmen und liebevoll dahin in
die unendliche Ewigkeit gehen zu lassen — Wäre Ich nicht die Geduld selbst,
dann wäre die Erde schon längst in ihre Uratome zurückgetreten, denn die
Menschen spielen die Satane gegen Mich und fordern Mich fort und fort zum
Kampf gegen ihre Verwegenheit auf, mit welcher sie mit Mir umgehen!
—
Doch, alles hat seine Zeit, und auch dieses wird sein Ende erreichen, und ein ewiges Reich
der Liebe des guten Vaters wird Seine Geduld und Seine Werke krönen!
11. Daher sei geduldig mit den Schwächen deines Nächsten!
Streite nie! Belehre ihn liebevoll; nimmt er es nicht an, dann schweige und
komme zu Mir mit der Bitte: Lieber Vater,
gib ihm die Erleuchtung, daß er das Wahre einsieht!
12. Kinder, übt euch in der Geduld; seid herzensrein, seid
vollkommen, seid Götter, als Kinder Gottes, daß Ich mit euch die neue Pflanzschule eines
heiligen Geschlechtes Gottes auf Erden anfange, daß Ich mit euch
wohne, daß Ich mit euch lebe, mit euch Mich freue und in eurer Mitte das
tausendjährige Reich der Liebe Meines Geistes aufrichte! Habt Geduld mit den
Schwächen eures Nächsten, wie Ich sie mit euren habe! — Seid Mir ebenbürtig,
seid brav, daß Ich Freude an euch haben kann. — Folgt Mir, der Lohn wird
unaussprechlich hoch und göttlich: Eure Augen haben nie gesehen, eure Ohren nie
gehört, euer Herz nie empfunden, was Ich für euch in Bereitschaft habe, wenn
ihr Mir folgen werdet.
13. Ich lasse euch in Bälde ein irdisches Paradies erstehen,
das unvergleichbar schöner, heiliger und göttlicher sein wird, als das erste. Denn Ich komme zu
euch auf die Erde, nämlich auf die „neue Erde“, mit Meinem ganzen Gottes- und
Kinderstaat des neuen Jerusalems Meines Liebehimmels! Kinder
versteht das, was es heißt: Gott in Seiner unnahbaren Heiligkeit wird als ein
liebevoller Vater mit allen Seinen auserwählten Kindern, mit Seinem himmlischen
Hoffstaat lebendig, sichtbar und für ewig unter Seine Kinder auf die Erde
kommen und die
dunkle höllische Erde in ein Paradies verwandeln, welches alle
Herrlichkeiten der unendlichen Schöpfungen im Weltall vereinen wird! —
O
Kinder, wenn ihr wüßtet, was in den nächsten Jahren nach der vorgenommenen Säuberung — aus dieser Erde wird, und daß ihr in eurem Fleischleibe diese Herrlichkeiten
und himmlischen Süßigkeiten genießen werdet! Ja, da würde euch Alles vergehen
und nichts einen Wert mehr für euch haben! Ja, Ich sage euch: Kinder, befleißigt euch, das
Versäumte schnell nachzuholen, denn die Zeit ist angebrochen, daß Ich die
Hölle, genannt Erde, — in ein himmlisches Paradies zu verwandeln anfangen
werde.
Es wird ein Kampf ums Sein oder Nichtsein anfangen,
weil Ich endlich das Reich des Satans auf der Welt mit göttlichen Mitteln
vernichten will!
Und damit wird aufhören der Stachel des Todes, denn mit dem Aufhören
der Sünde — wird auch aufhören der Tod; denn der Tod und die
Monatzeit sind die Ursachen und Folgen aus der Sünde! Es wird wohl geben eine
fleischliche Geburt, aber ohne Schmerzen! — allein einen Tod und die Monatzeit
wird es dann nicht mehr geben.
Ihr werdet leben bis zu der zweiten Wiedergeburt.
Mit der zweiten Wiedergeburt werdet ihr Mir, dem auferstandenen Heiland
gleich, zugleich Mensch und Geist — mit vergeistigtem Fleischleibe weiter leben
und wirken, bis ihr einst in unabsehbarer Zeit mit Mir, eurem Vater, Eins in alle
Ewigkeit sein werdet. — Die Zeit der Wiedergeburt Christi, von der Ich vor Kaiphas
weissagte, ist nun vor der Tür! Eilt! Eilt Kinder, daß ihr nicht
verworfen, sondern angenommen werdet! Denn im neuen Reich der Liebe werdet ihr
wieder mit euren Dahingeschiedenen zusammenkommen!
Denn alles, was seid Adam je auf der Welt gelebt hat, wird
euch begegnen und — und — Ich in der Mitte Meiner Kinder — als euer König und
Vater! —
14. Die Keuschheit (oder
Beharrlichkeit). Die Liebe, Die Liebe, welche aus reinem Herzen zu Mir
emporsteigt, befähigt euch, vieles aus Liebe zu Mir zu erdulden und euch zu
üben in der Keuschheit, welche eine Grundlage der Heiligung oder Reinigung
eures Wesens ist. Die Keuschheit ist eine Tugend, welche nur mit großer
Aufopferung seiner selbst großgezogen werden kann. Als Ich dem Adam und der Eva
die Keuschheit des Leibes als Grundbedingung des Gehorsams gegen Mich
aufstellte, wußte Ich bereits im voraus, daß diese Zwei aus Unwissenheit
ungehorsam werden und welche Folgen dieser Ungehorsam haben wird und daß sie
infolge des Ungestümes der Liebe zu Falle kommen werden. Aber Ich war nicht die
Ursache dieser Fleischliebe! —
15. Wäre Adam in seiner Urwesenheit als Seele und
Gottesgeist Mir treu geblieben, dann hätte Ich nicht nach seinem eigenen Willen
die Eva als das Weibliche im Adam aus ihm genommen und als ein zweites
Geistwesen neben ihm erstehen lassen. —
Wohl war damit der Weg des Fleisches in Beiden angebahnt,
aber noch nicht vollendet.
Ich wollte zuerst durch folgsame Enthaltsamkeit die beiden
zu einem geistigen Gefäß heranbilden, um dann geistig reine Nachkommen zu
zeugen, welche der Tod nicht hätte angreifen können, weil sie eben geistig rein
zur Welt gekommen wären. Allein, Adam und Eva waren eben erwachsene, aber
unerfahrene Kinder, und wie die Kinder sind, unachtsam gegen das, was ihre
Eltern sagen — so auch Adam und Eva gegen Mein Verbot. — Und die Folge war, da
sie tierisch geworden waren, so mußten sie dann auch tierische Nahrung zu sich
nehmen, woraus Blut und daraus Knochen, Fleisch usw. gebildet wurde.
Vor dem Eingehen in tierische Begattung
waren beide nur in Geistergestalt, ohne Fleischleib, und lebten nur von
geistiger Speise — von starkem Einsaugen der Wohlgerüche der Früchte, welche im
paradiesischen Garten vorkamen, und von einer geistigen Frucht, welche in den Mund genommen,
zerfloß und sich sogleich in alle Teile des geistigen Körpers verbreitete und
selben belebte und stärkte, — die Ich nach der Versündigung verschwinden ließ. Die Vertierung
im Genuß der Liebe machte aus den geistigen Körpern der ersten Menschen
tierisch-fleischliche Körper als die Folge der Sünde.
16. Die spätere Erzeugung des Menschengeschlechtes geschah
auf die tierische Art, und diese ist die Erbsünde, welche die Menschen nach und
nach ganz vom Göttlichen zur Materie gezogen und sie unwürdig ihrer hohen
Anstammung gemacht hat. Wie groß diese Sünde ist, könnt ihr daraus entnehmen,
dass Adam vor der Sünde so hochgeistig stand, wie noch heute kein Erzengel, und
wie tief er fiel, entnehmt ihr leicht daraus, daß manche gelehrte Menschen in
ihrer Finsternis des Geistes, ihre Vorfahren im Affengeschlechte suchen! — Traurig genug, als Gotteskind im Affengeschlecht
seine Abstammung zu suchen! — Was die Liebe Meiner Väterlichkeit dabei
betrifft, so kann Ich euch nur soviel sagen, daß der Mensch selber der Schöpfer
seines Schicksals wurde und dass Ich ihm auch in Zukunft keine Mußgesetze
aufbringen werde; dafür aber sogleich nach einer Versündigung die gerechte Strafe fühlen
lassen werde! Und Ich sage euch: Das Ausscheiden aus dem Himmel und Verbannen
in die Hölle wird schnell Besserung herbeiführen und keiner wird es mehr
nachmachen wollen.
17. Was nun eure Aufgabe betrifft, da will Ich euch aber
folgendes raten: Entsagt wo möglich der Fleischeslust!
Reinigt und
heiligt euch, dass Ich euch als Meine Kinder leiten kann! — Denn die
Fleischeslust ist eben eine Sünde, weil sie unnatürlicher Weise aus der Liebe
herstammt, die man nicht leicht bändigen kann, weil sie gewöhnlich —
die klare Vernunft betäubend — mit Ungestüm auftritt. Aber, sie ist eine Sünde,
die ohne jede Bedingung aufhören muss, weil die Unzüchter das Reich der Liebe
nicht besitzen werden. Ich will aber damit nicht etwa sagen, daß dies niemals
geschehen wird, sondern nur so lange nicht, als ihr die Unkeuschheit
liebt und euch noch nicht bemüht, euer Fleisch zu reinigen, wozu einige Jahre
notwendig sind. — Daher fangt lieber gleich an, euch zurückzuziehen, denn es
würde euch furchtbar treffen, wenn ihr einst sehen würdet, daß Andere reif
sind; — ihr aber müsst noch so und so lange bleiben im Wirrwarr der Welt, bis
ihr rein und in der Standhaftigkeit erprobt seid! —
Denn das neue Reich wird ein Reich der
geistig-himmlischen, nicht aber der tierischen Liebe sein!
18. Liebe Kinder, das Leben auf der jetzigen Welt ist eine pure Hölle.
Ihr empfindet das zwar nicht, wenn ihr aber das Leben des Liebehimmels kennen
würdet, dann wärt ihr so unglücklich und untröstlich in eurer Lage, dass ihr
gar nicht mehr bestehen könntet auf der Welt. —
19. Meine Liebe kann euch nur das Eine raten: Kinder,
entsagt der Welt und ihren Fleischgelüsten durch das Beten und Fasten, damit
ihr ehestens dahin gelandet, wo Alle sein werden, welche Meine Worte anhören
und darnach leben und handeln.
Unaussprechlich an Genüssen himmlischer Art wird dann euer
Lohn — und Mich besitzen heißt mehr, als die ganze Welt sein eigen nennen. Wenn
dich aber die Fleischlust gar zu sehr plagt, dann komme zu Mir und bitte Mich
recht liebe- und
demutsvoll, daß Ich den Fleischgeistern Ruhe gebiete, und es
wird besser werden. —
Außerdem kämpfe mit deinem unbeugsam festen und starken
Willen: Nein! Ich will nicht! Und wenn du deine Gedanken von der
Fleischeslust auf Mich richtest, dann können sie nichts durchsetzen. Gehe fort
mit den Gedanken, Augen, Ohren und mit Allem vom Orte der Verführung, und es
wird dir gelingen Sieger zu sein. —
Merkt euch: Das
Streben des Fleisches ist Tod; das Streben des Geistes aber Leben und Frieden.
20. Der Friede. Dieses kleine
Wort faßt so Unendliches in sich, daß ihr das nie werdet fassen können, so
lange ihr nicht in den wahren Frieden durch die Wiedergeburt des Geistes
gelangen werdet. Der Friede ist die Grundlage der Glückseligkeit: denn wo kein Friede,
dort kein Segen und wo kein Segen, dort kein Glück. Segen und Glück und Frieden
bringen Zufriedenheit, und wer Zufriedenheit besitzt, der ist reich, weil der Reichtum
nicht die Zufriedenheit geben und ersetzen kann. Daher sagte Ich einst: Friede sei mit euch! womit Ich sagen
wollte: Ihr sollt zufrieden und glücklich sein!
Pflegt daher den Frieden in euch und um euch, denn wo der
Friede ist, dort ist gut wohnen, weil der Vater des Friedens dort wohnt, der
Ich Selber bin. Leidet lieber Unrecht, als daß ihr aus eurer Ruhe euch reißen
möchtet, denn wo der Friede fehlt, dort fängt die Hölle an! Durch den Frieden
im Herzen gewinnt ihr den Boden, auf welchem alle schönen Tugenden wachsen,
sich entfalten, blühen und reifen können.
Pflegt daher den Frieden und flieht alle und jede
Gelegenheit, womit ihr den Frieden mit euch und eurem Nächsten verlieren
könntet, denn solange ihr den inneren Frieden nicht habt, seid ihr
unzufrieden, und die Unzufriedenheit verleidet alle Lust am Leben.
Werdet daher die Schmiede eures Glückes durch Pflege Meiner
Tugenden, besonders durch die Pflege der Liebe und des Friedens des Herzens!
Willst du in glückseliger Zufriedenheit leben, dann pflege den Frieden dadurch,
daß du nur für das Geistig-Göttliche lebst und strebst, — und nur dein eigenes
Ich in seinen Untugenden beschaust und korrigierst; — deinen Nächsten aber
diene durch Werke der Nächstenliebe und das wird beseligend auf dich
einwirken.
21. Die Selbstlosigkeit. Welch
hohes Wort und wie schwer erscheint es euch dasselbe in Erfüllung zu bringen!
22. Die Verhältnisse der jetzigen Zeit sind so gestaltet, daß ihr
die Selbstlosigkeit als eine höchst gefährliche Tugend betrachtet —
und nicht mit Unrecht! — Denn die heutige Welt würde eure Herzensgüte mit einer
Raffiniertheit ausbeuten, daß euch zuletzt selbst nichts Anderes übrig bleiben
würde, als wieder die Barmherzigkeit Anderer in Anspruch zu nehmen.
23. Befleißigt euch der Liebe der Selbstlosigkeit dort, wo
ihr der festen Überzeugung seid, daß die Not euch in Anspruch nimmt. Ich bin zwar in
jedem Menschen, aber auch der Satan der Überlistung fehlt da und dort nicht!
Vereinigt daher die Liebe mit der Weisheit und seid vorsichtig, daß euch die Menschen nicht
ausbeuten, welche nur darauf hin spekulieren, auf Unkosten anderer zu leben
während wahrhaft Arme, die sich schämen, oder die euch als Wohltäter nicht
kennen, Hunger, Not und Elend leiden.
24. Ich bin die Selbstlosigkeit! Ich bin es Selber, Der euch
ans Herz legt: Seid barmherzig, wie euer Vater in Himmel barmherzig ist, denn
Seine Barmherzigkeit währt ewig; aber seid klug wie die Schlangen, um nicht das Opfer böser und
fauler Menschen zu werden.
25. Aber Ich sage euch: Wo ihr fest überzeugt seid, daß
geholfen werden soll, dort soll eure Selbstlosigkeit keine Grenze ziehen! Denn
Ich werde euch einst dafür königlich-göttlich belohnen; denn da war Ich Selber,
der Hunger, Not und Elend litt, und ihr hattet Mir geholfen!
26. Oft kommt es vor, daß ihr erst nachträglich erfahrt,
daß dieser oder jener unwürdig eurer Liebe und Barmherzigkeit war. Ich sage
euch, werfet ihm das nicht vor, daß dadurch nicht euch ein geistiger Schaden
erwächst; sondern wendet eure Augen zu Mir und saget: Lieber Vater, aus Liebe zu Dir und nach Deiner Lehre habe ich gegeben
und gehandelt; daher lieber Vater nimm es so auf, wie mein Herz damals es fühlte,
als ich meine Hand in Liebe ausgestreckt habe, — und Mein Segen wird auf
euch ruhen und euch begleiten.
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