Marienverehrung
Empfangen von Franz Schumi
24.-26. August 1899
Ihr dürft sie grüßen auch mit dem vereinten Engels- und Elisabethen-Gruß:
1. Gegrüßet seist du Maria, du bist voll der Gnaden, der Herr ist mit dir! Du
bist gebenedeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus! Anbeten und sagen: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt’ für uns arme
Sünder jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, Amen“ aber sollt ihr
nicht! Denn der Evangelist Johannes hat euch
geoffenbart, daß im Himmel niemand „heilig“ ist als Gott allein und somit auch
Maria nicht. Sie ist nur ein großer Geist. Außerdem
habe Ich nie gesagt: Wendet euch an Meine Mutter Maria oder Heilige, sondern:
Kommt alle zu Mir, die ihr mit Mühe und Last belanden seid; Ich (Selbst) will
euch erquicken. Ihr sollt vor allem denken, dass wenn ihr sagt: Heilige Maria,
daß ihr gegen den Willen Gottes handelt, indem ihr neben Mir eine Göttin
aufstellt, denn nach der Offenbarung, die Ich durch Johannes gab, ist außer
Mir niemand heilig im Himmel.
Warum beobachtet ihr nicht das Verbot in
den zehn Geboten: Du sollst an einen einzigen Gott glauben! und stellt noch
eine Göttin neben Mir auf? Soll Ich dann euer heidnisches Geplärr anhören und
erhören!?
2. Ihr nennt Maria Mutter(?) Gottes(?). Das ist wieder
eine zweite heidnische Bezeichnung, denn nach heidnischer Lehre haben die
Götter Eltern gehabt, Ich der wahre Gott habe weder Vater noch Mutter nach
menschlicher Art gehabt! ―
3. Ihr bittet Maria, daß sie soll für lebende und sterbende Sünder beten! ―
Denkt aber nicht daran, daß noch andere gegen zweihundert Millionen
römischkatholische Christen dasselbe bitten und daß viele tausend Sünder
täglich sterben und für alle diese Millionen Menschen soll Maria fort und fort
beten!? O grenzenlose Denkfaulheit! Maria ist ja auch
nur ein Mensch wie ihr, daher verlangt nicht wie Wahnsinnige Leistungen von
ihr, die über alle Grenzen der Möglichkeit reichen! Denkt nach, wenn
jemand einem von euch sagen würde, dass er muß für über zweihundert Millionen
Sünder für jeden nach seinem Bedürfnis täglich zu Gott bitten und beten, so
würde ihm der Angerufene entrüstet antworten: Du Narr! Du gehörst ins
Irrenhaus, denn du bist reif dafür! ― Daher lasst
Meine Leibesmutter Maria in Ruhe, denn sie kann eurem Bitten und Verlangen
nicht nachkommen, sondern nur Ich allein, weil Ich in der Brust eines jeden
Menschen als Geist Gottes wohne.
4. Ferner sagte Ich: Niemand kommt zum Vater als durch Mich; denn Ich bin der
Weg (dazu), die Wahrheit (als Gott) und das Leben (weil Ich Gott-Vater Selber
bin).
5. Ich habe euch erschaffen und bin daher euer geistiger Vater. Wer hat euch so
geliebt wie Ich?! Denn Ich habe Mein Blut und Leben unter fürchterlichen
Schmerzen am Kreuze für euch dahingegeben und Ich wohne als euer Geist in euren
Herzen. Wer liebt euch oder hat euch je so geliebt wie Ich? Und wer ist euch
dann der Nächste und Nähere wie Ich? Wer wird euch helfen, wenn nicht Ich? Kann
euch jemand helfen ohne Meinen Willen? ― Ihr wendet euch zwar an Maria und an
Selige (denn „Heilige“ gibt es im Himmel keine) und werdet, wenn großes
Vertrauen vorhanden ist, erhört, aber von Mir! Merkt euch das.
6. Da die Anbetung Marias somit Tatsache ist, so will ich euch auch Beweise
liefern, wie man meine Leibesmutter in der römisch-katholischen Kirche Mir
vorzieht: „O heiligste Jungfrau . . . Maria . . . ich vergöttere oder bete dich
an („Vi adoro“), o große Königin, und bedanke mich für alle Wohltaten, die Du
(italienisch: „Vi, Voi: „Sie“) mir bisher getan; besonders aber für die
„Befreiung von der Hölle“, die ich so oft verdient habe.“ (Massinie eterne, S.
180, ein höchst approbiertes und in Rom von Redemptoristen herausgegebenes Gebetbüchlein.)
Somit befreit die Maria die Menschen von der Hölle und nicht Ich! ―
Aber leiden
und sterben am Kreuze für sie mußte doch Ich! ―
Die Lehre über Maria in der römischen Kirche.
(offenbart 1899, am 25. September in Graz)
Vater Jesus erklärt das Verhältnis, was die
römische Kirche aus Maria gemacht hat und wie die Tatsache der Wahrheit nach
beschaffen ist.
Nun schauen wir weiter, was man alles aus Meiner Leibesmutter gemacht hat.
1. In Dr. Wapplers Lehrbuch der katholischen Religion für die obersten Klassen
der (österreichischen) Gymnasien, II. Teil, S. 175, § 48, wird nach der
römisch-katholischen Kirche gelehrt, dass alle Gnaden von Gott an Menschen durch
die Vermittlung der heiligen Mutter Gottes Maria geschehen.
2. In §§ 47 u. 49 ebenda stellt man aber die römisch-katholische Kirche, als
Vermittlerin der Rechtfertigung des Menschen vor Gott, denn die göttlichen
Gnaden, die nach der Lehre der römischen Kirche den Menschen von Gott durch
Maria zuteil werden, kommen durch die heiligen Handlungen der Kirche, und daß
diese Gnaden- oder Heiligungsmittel die Sakramente und Sakramentalien (oder
Segnungen und Weihungen) sind, worüber in §§ 50-72 noch weitere Aufklärungen
über alle Sakramente und Sakramentalien folgen, und woraus ersichtlich ist, daß
Maria die Handlangerin der göttlichen Gnaden an die Priester und durch diese an
die Menschen ist. Somit ist nach dieser Lehre das
Bitten und Beten direkt zu Mir als Gott und zur Maria wertlos, weil nur die
Kirche die göttlichen Gnaden zur Ausspendung erhalten haben will. Man muß alles
nur so tun, wie die Kirche es lehrt. Tut man’s aber nicht, so sagen sie, daß
sie allein das Recht besitze „zu binden und zu lösen“, d.h. die Sünden zu
vergeben und die Sündenvergebung vorzuenthalten, somit auch die Gnaden zu
erteilen oder vorzuenthalten. Allein das sieht aus dem täglichen Leben doch
jeder Mensch ein, daß ihm nur derjenige vergeben kann, den er beleidigt hat, so
wie man nur demjenigen zahlen muß, dem man schuldet, nicht aber dem, welchem
die ganze Sache nichts angeht und in welche zu reden er kein Recht hat.
Anders hätten schon die Apostel die Beichte angehört und Sünden vergeben, was
sie aber nicht getan haben, weil das Binden und Lösen nur zwischen Beleidiger
und Beleidigten, Schuldner und Gläubiger gemeint ist. Daraus
ist ersichtlich, daß die Vermittlung der Maria an die Kirche und durch diese an
Gläubige, nichts anderes, als eine feine Erfindung der Priester ist, um durch
diese irreführende Lehre der vermeintlichen Gnadenspendungen Geld zu verdienen,
sich als Gottesdiener ehren zu lassen und über die Dummheit der leichtgläubigen
Kirchenläufer zu lachen und über sie zu herrschen.
3. Die Priester haben das Dogma oder die Satzung aufgestellt, daß bloß die
römisch-katholische die alleinseligmachende(?) Kirche ist und dass außer dieser
kein Heil besteht. Dadurch aber haben sie ein menschliches Verdammungsurteil
über alle Kinder Gottes ausgesprochen, die nicht römisch-katholisch sind
(Wappler, op. cit. I. Teil, S. 181). ― Damit aber wäre Mir alles Anrecht an
Meine Kinder abgesprochen worden, und nach diesem Dogma gingen von 1560
Millionen der heutzutage lebenden Menschen, 1300 Millionen aus Lieblosigkeit
der römischen Kirche in die Hölle!
4. Nach Meiner
Lehre als Jesus gibt es kein Fegefeuer, (denn dieses ist erst im
Jahre 593 in Rom, zum Zwecke des Geldverdienstes durch Messen, Gebete und
Ablässe erfunden worden), sondern nur Himmel und Hölle, und daher, wenn die
päpstlich-römisch-katholische Lehre die echte wäre, würde Mir die römische als
alleinseligmachende Kirche über 200 Millionen Menschen (mit Ausschuss
der viele Millionen zählenden römisch-katholisch getauften und Gott leugnenden
Sozialdemokraten) in den Himmel, die anderen 1300 Millionen aber in die Hölle
expedieren, weil sonst kein anderer Ort bekannt ist. Die römische Kirche macht
sich dadurch zur Herrscherin über Mich und Meine Kinder und macht aus Mir einen
grausamen, ewigen Tyrannen, Der Seine Kinder nur wie zur Unterhaltung für ewige
Höllenflammen schafft, um sie dort ewig brennen und braten zu lassen.
Gäbe es so einen Gott, so wäre Er kein Gott, sondern purer Satan. Solange der
Mensch im Fleischleib lebt, bin Ich die ewige Liebe und Barmherzigkeit; nach
dem Tode des Menschen aber die ewige Gerechtigkeit, die Ihre Kinder in ewigen
Höllen-Flammen wie ein unerbittlich grausamer Bluttyrann bratet. Wer sieht nicht
hieraus, daß Ich nach der römischen Kirchenlehre Gott und Satan in einer Person
bin!? ― So sieht die alleinmachende römisch-katholische
Glaubenslehre aus; ― daher ihr wahrer Name „römisch-katholisch“ statt „christlich-apostolisch“.
― Nur die Sünde ist auf ewig verbannt vor dem Antlitze Gottes, nicht aber der
reuige Sünder. Daher gibt es auch bloß ewige Verdammungsstätten und ewige
Höllenflammen, nicht aber auf ewig Verdammte; denn dann würde Ich Selber als
Gott der eigentliche Ewigverdammte sein, weil Ich in allen guten und bösen
Menschen wohne.
5. Nun schauen wir nach, wie es mit den Gnadenspendungen Gottes durch Maria
aussieht und ob es wahr ist, daß Ich als Christus Meine Leibesmutter Maria als
Mitwirkerin an dem Erlösungswerk ansah und sie als Empfängerin und Übergeberin
der göttlichen Gnaden an Menschen durch Priester bestimmt hatte?
6. Die Kirche lehrt durch ihre Priester folgendes: „Nachdem die Menschen Jesus Christus unzählige Male mit ihren Sünden
erzürnen, kann der Mensch es gar nicht wagen, selbst vor die beleidigte
Majestät Gottes zu treten; nur Seine Mutter Maria kann das für uns tun; sie sei
in Wahrheit, wie Papst Gregor XVI. es feierlich ausgesprochen habe, die einzige
Hoffnung der Sünder“. „Ihr, der Himmelkönigin, habe Jesus noch nie etwas
abgeschlagen.“ (Schlachter, Pater Chiniquis Erlebnisse, S. 180)
7. Nun wollen wir sehen, was das neue Testament darüber sagt, wo Meine Lehre
durch Meine Jünger verzeichnet aufbewahrt ist. Beim Evangelisten Matthäus,
Kapitel 12, Verse 46-50 wird erzählt, dass Maria und Meine Halbbrüder, Söhne
Josefs aus der ersten Ehe, Mich besuchen kamen, als ich in die Nähe von Nazaret
kam und dort lehrte. Ich, der Ich in die ferne Zukunft sah, was man aus Maria
machen werde, benützte diese Gelegenheit, um den Menschen zu zeigen, daß vor
Mir niemand aus Meinen Kindern einen Vorzug hat und daß Ich allen der gleiche
liebevolle Vater bin, und daher, als Mir ein Zuhörer sagte, daß meine Mutter
und Meine Brüder draußen sind und Mich suchen, entgegnete Ich, ihn fragend:
Siehe hier Meine Mutter und Meine Brüder! Denn wer den Willen Meines
himmlischen Vaters tut, der ist Mir Bruder und Schwester und Mutter. Nun ließ
Ich sie noch ein wenig draußen stehen und dann ließ Ich Mich herbei, sie herein
zu Mir zu rufen.
8. Nun wie erging es Maria auf der Hochzeit zu Kaana in Galiläa, als sie zu Mir
sagte, daß kein Wein mehr vorhanden sei?
Ich schlug ihr rundweg ab ihre innere
Bitte, Ich möge einen neuen Wein schaffen, indem Ich ihr ins Wort fiel: „Weib, was geht das Dich und Mich an?“
Ich habe damit für alle Zukunft einen Beweis geliefert, daß Maria kein Vorrecht
bei Mir hat und keine Bevorzugung vor anderen Menschen genießt. ― Ich nannte
sie auch nicht Mutter, sondern „Weib“; denn Ich war niemandes Sohn. Mein Geist
war der ewige Ursprung in Sich. Mein Leib war nicht nach natürlichen, sondern nach göttlichen
Gesetzen erzeugt und war somit nicht eigentlich des „Menschen Sohn“, sondern
nur ein gefestigter Geist.
9. Dasselbe geschah unter dem Kreuz. Ich sagte zu Maria: Weib siehe dein Sohn;
und dem Jünger Johannes sagte Ich: (Johannes) Siehe deine Mutter. Und warum
geschah dies, daß Ich Meine Leibesmutter zur Zeit Meines dreijährigen Lehramtes
nicht als Mutter bezeichnete? Dies geschah deshalb, weil Ich damals Meinen
menschlichen Leib schon ganz vergöttlicht hatte, daß nichts mehr Menschliches
aus Maria in Mir war. Ich war pur Gott und Mein Leib nur die gefestigt
gehaltene Hülle über die Gottheit Christi. ― Denn hätte Ich noch Bestandteile
aus dem Blut Meiner Leibesmutter an Mir gehabt, so wäre Ich noch kein reiner
göttlicher Geist, somit noch menschlich gewesen. ―
10. Diese drei Fälle, in denen Ich als Gottesgeist und nicht als Mensch sprach,
und daher Maria nicht als „Mutter Gottes“ anerkannte, beweisen ganz das
Gegenteil von dem, was die Priester euch lehren. Oben sagte Ich, daß Mir nur
derjenige Mutter, Bruder und Schwester ist, der den Willen Gottes tut; ― der
zweite und dritte Fall bestätigt den ersten, und zeigt euch, daß Ich Maria ganz
anders behandelte, als wie auch die Kirche lehrt. ―
Die Kirche erzählt euch von
den großen Verdiensten Marias, daß sie Gottes Mutter geworden. Wer aber Meine
Haushaltung und Jugendgeschichte (Kundgaben an Jakob Lorber, w.m.) gelesen hat, weiß
ganz gut, daß Maria gar keine Verdienste vor der Empfängnis hatte, sondern, daß
sie ein willenloses Werkzeug in Meiner Hand war. Ihre Verdienste fangen erst
mit Meiner Geburt an. Diese erstrecken sich aber bloß auf ihre eigene Person;
nicht aber, daß man wegen ihrer Mich jetzt hintansetze und sie allein zur
göttlichen Gnadenspenderin an die römischen Priester mache, wie es die römische
Kirche lehrt.
11. Nun soll man noch den vierten Fall betrachten. Als ich am Ostersonntag aus
dem Grabe auferstanden bin, kamen bei Morgendämmerung sieben Frauen zu meinem
Grabe, darunter Meine Leibesmutter und die allgemein gering geschätzte
öffentliche Sünderin Maria Magdalena, aus der Ich sieben Teufel ausgetrieben
habe. Und welche von diesen Zweien habe Ich vorgezogen, Meine Mutter oder
Magdalena? Man würde fast voraussetzen, Maria wäre die würdigere! Und was
geschah?
Die öffentliche Sünderin Magdalena, die Mich aller Glut ihres Herzens
liebte (weil sie Mich nur für einen großen Propheten hielt), war sie die erste
und die Bevorzugteste von Allen, denn ihr erschien Ich zuerst!
12. Diese vier Beweise sollen euch genügen, dass Ich Allen der gleiche Vater
bin, und niemanden bevorzuge und niemanden bevorzugen kann, weil ein jeder aus
sich selbst das werden muß, was er werden will. Andererseits betrachtet, wie
kann Ich Einen bevorzugen, den Anderen aber hintan setzen!? Bin nicht Ich
Selber euer Geist, soll Ich in einer Person weniger Der sein, Der Ich bin, als
in einer anderen!? Seht, welcher Unsinn, welche grobe Unwissenheit, trotz der
vielen Beweise in der Bibel.
13. Aus den
vorliegenden Aufklärungen erseht Ihr nun klar, daß in der unfehlbaren
römisch-katholischen Kirche die Lehre über Maria grundfalsch, daher eine
Irrlehre ist.
14. Ich habe durch diese vier Beispiele euch die Beweise geliefert, daß bei Mir
alle Menschen gleich sind, und durch große Liebe und Liebeswerke jeder Mensch
ohne Ausnahme groß an Ansehen bei Mir werden kann; und daß Ich keine Handlanger Meiner Gnaden
aufgestellt habe. Am allerwenigsten würde Ich die geldgierigen Priester dazu
bevorzugen.
15. Die
Bezeichnung Mutter Gottes ist eine falsche, denn Gott ist von Ewigkeit und hat
nie einen Vater noch eine Mutter gehabt. Nennt daher Maria: „die
(Leibes-) Mutter Jesu“. Maria war eine jungfräulich keusche Mutter Meines
menschlichen Fleischleibes, während andere Mütter unkeusche Empfängerinnen
ihrer Kinder sind. Das ist der ganze Unterschied zwischen Maria und einer
weltlichen Mutter. Daß sie jetzt ein großer Geist ist, das sind ihre speziellen
Verdienste, und diese kann sich und wird sich nach und nach ein jedes erwerben;
denn zuletzt müsst ihr doch Alle in Mir aufgehen und eins mit Mir werden, wie
der Menschensohn Jesus Eins geworden ist.
Auszug aus dem "Gebetbuch" von Franz Schumi.