das leben der priester

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Das Leben der Priester
und die um ihr Seelenheil betrogenen Gläubigen

Kundgabe, empfangen von Franz Schumi, 1905

 
   Im Briefe an die Hebräer lest ihr: „Keiner darf sich die Würde eines Hohepriesters (heutzutage: Papstes, Patriarchs, Kardinals, Erzbischofs, Bischofs, Superintendenten usw.) anmaßen; er darf auch nicht von Menschen erwählt (wie der Papst durch Kardinäle, die übrigen Hohepriester oder Bischöfe durch Präsentation der Bistumsstifter, bei Ermangelung dieser, durch päpstliche Würdenträger vorgeschlagen und anempfohlen und vom Papste bestätigt werden), sondern von Gott, wie Aaron (Hebr. 5,4; - 2.Mos.28.1) berufen sein.“

   Ich habe Aaron durch Moses berufen. Es fragt sich, durch wen könnte Ich heutzutage einen römisch-katholischen hohen Würdenträger zu diesem Meinen Kirchenamte berufen, weil Ich mit der römischen Priesterschaft nicht verkehre?

  
Das prophetische innere Wort der von Gott erwählten Diener Gottes

   Ein jeder, der von Mir, Gott, berufen und zu Meinem Verbreiter des reinen Evangeliums erwählt wurde, ist dieses geistige Amt ihm von Mir durch das „innere Wort“ oder durch einen anderen Auserwählten, durch den Ich sprach, übertragen worden. Darüber gibt es in der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments so viele Beweise, dass es mit denen, die bis in die heutige Zeit hineinreichen, ein ganzes Buch ausmacht; (ChtS. 51: Die Prophetenschule) daher will Ich euch auf dieses Buch der Beweise aufmerksam machen.

   Daß echte von Mir erwählte Diener Gottes die Gabe des inneren Wortes haben, (1.Kor.. 12) sagt euch Petrus, (II.Petri 1, 19) indem er beteuert: Wir (zur Verbreitung der Lehre Christi oder des Evangeliums Berufene) haben ein festes prophetisches Wort (an das wir uns zu jeder Zeit in geistigen und Glaubens-Sachen wenden können), und ihr tut wohl, wenn ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das am dunklen Orte (in geistigen Sachen) leuchtet, bis der Tag anbricht, und der Morgenstern (eines neuen geistigen Lebens und Lichtes) in eurem Herzen aufgeht.

   Paulus, der, bevor er von Mir erleuchtet worden ist, für die Tempelsatzungen der jüdischen Priester eiferte und die Christen verfolgte, wie später die römischen Priester in der Zeit der römisch-spanischen Inquisition durch die Folter und Verbrennung auf dem Scheiterhaufen die Gläubigen der reinen Christuslehre des Neuen Testaments, - sagte dann in seinem Eifer für Meine reine Lehre die Worte: „Aber wenn auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium vortrüge, als wir euch vortragen, der sei verflucht. – Ich bezeuge es euch Brüder! Das von mir verkündete Evangelium nicht Menschenwerk (dogma) ist; - denn ich habe es nicht von Menschen empfangen, noch erlernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi (durch das innere Wort des Geistes Gottes Jesus) empfangen.“ (Gal. 1, 8. 11. 12.)

   Welcher Priester der heutigen Kirchen und Sekten könnte so wie Petrus oder Paulus sprechen? Keiner, der nach der Vorschrift seiner Vorgesetzten lehrt, lebt und handelt. Und obwohl es da und dort einen römischen Priester gibt, der nach Meiner Lehre lebt und handelt, so muß er dies im Geheimen tun; aber lehren darf er nicht die reine Lehre Gottes nach den zehn Geboten und Christus Worten; denn sonst würde er von römischkirchlicher und staatlicher Obrigkeit belangt. –

    Durch das innere Wort wurde die Priesterschaft bis zum Konzilium von Nicäa (Jahr 325) belehrt und geleitet.  Als aber die römische Priesterschaft auf diesem Konzil hochmütig wurde und um den Vorrang daselbst zu streiten begann, blieb der lehrende und leitende heilige Geist Gottes aus, und daher mussten weltliche Seminarien und geistliche Hochschulen zur Ausbildung der Priesterschaft eingeführt werden.

   Von einer Berufung der Priester durch Mich zu Meinen Dienern und vom „prophetischen inneren Worte“ des heiligen Geistes ist bei den heutigen Priestern keine Rede, wohl aber bei den einfachen Menschen, die nach Meiner Lehre leben und handeln. An diesen Kindern erfüllt sich Mein Wort: „Es wird eine Zeit kommen, dass alle Kinder Gottes (die sich strikt nach den Gottesworten kehren), von Gott Selbst belehrt werden“, (Jes. 54,13; Jer.31,34; Joh. 6, 45) was aber die Priester bestreiten, weil sie sich ihrer geistigen Armut schämen.

 
Mein Reich ist nicht von dieser Welt.                    

Berufung und die Weihe zu Priestern.

    Als Ich vor Pilatus stand, gab Ich auf die Frage, ob Ich ein König sei, die Antwort: Ich bin zwar ein König, aber Mein Reich ist nicht von dieser Welt (sondern es ist das Reich des Geistes. (Joh.. 18, 36; Jes. 9, 5)) – Somit ist von einem weltlichen Throne und einer weltlichen Herrschaft in keiner Art die Rede. Im Gegenteil, Ich sagte von Mir Selbst als König aller Könige, als Gott und Herrscher der Welt in Bezug Meiner weltlich-materiellen Personsstellung als Mensch unter Menschen: Die Füchse haben Gruben (Höhlen), und die Vögel in der Luft haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo Er Sein Haupt hinlege. (Matth. 8, 20; - Luk. 9, 58)

   Wie verhält sich nun das mit den Schlössern, Palästen, riesenhaften Geldeinkünften, Equipagen und gallonierten Dienern der hohen Geistlichkeit gegenüber Jesu Armut ?!

   Die größte Armut, welche Ich mit eigenem Beispiel vorangehend bezeugte, war das Fußwaschen Meiner Jünger, eine Arbeit, welche nur die niedersten Dienstboten zu verrichten hatten. (Joh. 13, 5-14.) So lauten die Berichte über Mein Leben im Neuen Testament. (ChtS. Nr. 21) Von einer weltlichen Herrschaft und weltlichem Thron Jesu und der Apostel findet ihr in der Bibel nichts - wohl aber die Erwähnung von Armut, Demut, Kreuztragen  und Verfolgung der Apostel, Jünger und Bekenner Christi. (Matth. 8, 20; - 11, 29-30: -10, 38)

    Wie der Thron und die Herrschaft der Apostel aussah, belehren euch folgende Worte des Apostels Paul: Mit  unserer  Hände  Arbeit   müssen  wir uns  mühselig  ernähren;  wir  werden  geschmäht  und  segnen  (die  Schmäher);
wir  werden  verfolgt  und  leiden  es  geduldig;  wir  werden  gelästert   und  geben  gute
  (besänftigende) Worte; 
bis  auf  diese  Stunde 
(Jahr 57)  werden  wir  wie  der Auswurf  der  Welt,  wie  ein  Auskehricht  aller gehalten. 
(1. Kor. 4, 12. 13)  

Es ist somit keine Spur von einer Institution Christi, nach welcher Meine Apostel und Diener auf dem Thron (wie die heutigen Hohenpriester) sitzen und herrschen, sondern als „echte“ Diener Gottes müssen sie sich selbst ihre Nahrung verdienen und umsonst die Lehre Christi unter ihren Mitbrüdern lehren und verbreiten, weil „echte“ Gotteslehrer oder „echte“ Gottesdiener dieselbe umsonst von Gott empfangen. (Matth. 10, 8)
Dieselben aber, die nicht von Gott belehrt werden, sondern in weltlichen Priesterseminaren ihre Kenntnisse und Priesterweihe erhalten, sind nicht von Gott, sondern von Gott nicht berufenen Bischöfen aufgestellt.
(Hebr. 5, 4)

    Wenn aber ein frommer Priester nach Möglichkeit unentgeltlich sein Amt verrichtet und allen Überfluß mit den Armen teilt, so wird ein solcher Priester dann von Mir als Mein gutes Kind, als echter Diener betrachtet. Aber er muß nur nach Meiner hier vorgelegten Lehre  sein  Amt verrichten, denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert, (Matth. 10, 10.) nur darf dieser Lohn nicht das Allernotwendigste übersteigen; denn jeder Überfluß muß wieder an Ärmere verteilt werden. (2.Kor. 8, 14)

   Daß Ich keine Gelehrte, auf Weltweisheitsschulen, Seminarien genannt, ausgebildete Menschen als Gottesdiener anerkenne, habe Ich als Christus in der Tat bewiesen. Mir wäre es leicht gewesen, zwölf Pharisäer oder Schriftgelehrte von der göttlichen Wahrheit zu überzeugen, wie den Nikodemus; allein, Ich wählte Mir ungebildete Laien meist unter dem Fischervolke und diese bildete Ich heran zu Meinen Aposteln und Evangelien-Verbreitern. 
Dieser Beweis entscheidet, dass Ich Meine Diener Selber lehren und ausbilden will, die in Meine Fußstapfen tretend – auch in Meinen Tugenden
(Gebetbuch Kap. 19) leben und in Meinem Sinne arbeiten, wie der Apostel Paulus, den Ich Jesus speziell durch das innere Wort lehrte; (Gal. 1. 11. 12) dasselbe bezeugt Petrus für die übrigen zwölf Apostel, (II. Petri 1, 19) indem er sagt: Wir haben ein festes prophetisches (oder inneres) Wort, als direkter Verkehr mit Gott. Dasselbe haben auch heutzutage viele Laien, Arbeiter, Ungelehrte – aber keine hochmütigen Priester, weil Ich heute dieselben unwandelbaren Gesetze in Meinem Walten beobachte, wie Ich es immer getan habe. Und weil die Priester das wissen, sagen sie, um ihre Unberufenheit zu decken: Gott hat nur mit den Propheten und Aposteln gesprochen, dann nicht mehr. Allein, die Kirchengeschichte widerlegt solche lügnerischen Aussagen, vergleiche den Augustinus, Remegius, Leonhardus, Greorgius Magnus, Athanasius. Hieronymus. Thomas a Kempis u.a.m.

    Der wahre Diener Gottes wandelt die Wege seines göttlichen Meisters; Ich Jesus, habe gelebt wie alle übrigen Galiäer, Ich habe keinen Extra-Anzug gehabt, Ich gab Meine göttliche Lehre unentgeltlich und Meinen Jüngern sagte Ich: Nehmet keinen Stab (als Zeichen eurer Würde) und keinen Sack mit (um euch für eure Mühe zahlen zu lassen.)

   Die Apostel waren arm und gingen von Ort zu Ort lehrend und lebten nach Meinem göttlichen Auftrage nur von dem, was ihnen das Volk freiwillig gab.

   Meine Nachfolger sind demnach diejenigen, welche wie Ich, Christus, kein Eigentum besitzen und nach Meinen Tugenden leben und handeln.

    Wollen die Priester sich doch als Nachfolger der Apostel bezeichnen, so müssen sie die Wege wandeln, welche ihr Meister und die Apostel gewandelt haben und diese sind:

   Paulus schreibt an die Korinter:    Aber das Verkündigen des Evangeliums gibt mir noch keinen Ruhm, das ist ja meine Pflicht. Tue ich es gerne, so wird mir mein Lohn; (sonst nicht!) Welches ist denn nun mein Lohn? Daß ich das Evangelium, welches ich predige, unentgeltlich hergebe und von dem Rechte, das mir bei Verkündigung des Evangeliums zukommt (1. Kor. 9, 16-18; - Matth. 10, 10; - 1. Kor. 9, 14) keinen Gebrauch mache.

   Paulus schrieb an die Christen zu Thessalonich:   Wir durften als Christi Apostel euch zur Last fallen; aber wir haben euch zärtlich geliebt und waren freudig bereit, nicht nur das Evangelium Gottes euch mitzuteilen, sondern auch unser Leben hinzugeben, weil ihr unsere Lieblinge geworden. Denn ihr erinnert euch, Brüder! Unsere Arbeit und Beschwerde, Tag und Nacht arbeitend, um keinem unter euch beschwerlich zu fallen, predigten wir euch umsonst das Evangelium Gottes. ( Thess. 2, 7-9)

  
Das Leben der Apostel

    Im 2. Sendschreiben, 4. Kapitel, an die Korinter schrieb Paulus: Von allen Seiten werden wir gedrängt, aber wir sind nicht mutlos; wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um. Überall tragen wir Jesu Todesleiden an unserem Leibe herum, damit auch das Leben Jesu an unserem fleischlichen Leibe sichtbar werde. Darum ermüden wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so erneuert sich doch der innere von Tag zu Tag. Denn unser jetziges vorübergehendes  und erträgliches Leiden bringt uns eine alles überwiegende ewige Herrlichkeit, da wir nicht hinsehen auf das Sichtbare (oder Materielle), sondern auf das Unsichtbare (oder Geistige); denn das Sichtbare ist vorübergehend, das Unsichtbare aber ist ewig! 
(II. Kor. 4, 8-18)

 Ferner im 5. Kapitel:

   Wir wissen ja: wann diese irdische Hütte (oder Fleischleib), die wir bewohnen, zerstört wird, so erhalten wir ein Gebäude von Gott, eine Wohnung, nicht von Händen gemacht, sondern die ewig ist, im Himmel. In der jetzigen seufzen wir und sehnlich verlangen wir mit unserer himmlischen Wohnung überkleidet zu werden. (2. Kor. 5, 1. 2) Wir geben niemandem auf irgend eine Weise Anstoß, damit unser Amt kein Vorwurf treffe; sondern bei allen Gelegenheiten beweisen wir uns als Diener Gottes durch große Standhaftigkeit in Trübsalen, Ängsten und Nöten; bei Schlägen, in Gefängnissen, bei Vertreibungen, bei schweren Arbeiten, bei schlaflosen Nächten, bei Mangel an Nahrung, durch unbefleckten Wandel, durch Einsicht, durch ein sanftes und liebreiches Betragen, mit heiligem Geiste und unverstellbarer Liebe; durch das Wort der Wahrheit, durch Gottes Kraft; durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und Linken; bei Ehre und Schimpf; bei bösen und guten Gerüchten; als Betrüger gehalten und doch redlich; verkannt und doch wohl gekannt; in Todesgefahr, und siehe! Wir leben; gezüchtiget und doch nicht getötet; bekümmert, doch immer frohen Mutes; arm, doch viele bereichernd; nichts habend und doch alles besitzend. 
(2. Kor. 6, 3 – 10)

    Als Ich Petrus zu einem Pfeiler Meiner Kirche stellte, da redete Ich zu ihm aus Meiner Weisheit: Du bist Petrus, das heißt: eine Wahrheit, denn nur auf einer solchen Wahrheit und darauf fußende Liebe zu Gott und dem Nächsten konnte Meine Liebeslehre auf festen Füßen stehen; als Ich ihn aber einen Satan nannte, da redete Ich aus Meiner unermesslichen Liebe zu ihm: weil Ich da Petri Welttümliches mit aller Gewalt, wie mit einem Hiebe aus ihn wies, welches Welttümliche in ihm der eigentliche Satan selbst war (Matth. 16, 18 – 24; - ChtS. 42a)

   Die wahre Art, die christliche Lehre zu erklären und sie zu lehren, ist jene, welche aus der handgreiflichen Übereinstimmung zwischen Wort und Tat hervorgeht. Lehrer Meines göttlichen Wortes, die nicht selbst so leben, wie sie (nach der Bibel) lehren, sind nicht von Mir berufen, denn die Beispiele, welche sie durch ihr Leben und ihre Handlungsweise geben, sind maßgebend zur Befolgung oder Missachtung der Lehre Gottes.

  
Lehr- und Reisevorschriften für Prediger des  Evangeliums

    Ich stellte Meinen Jüngern folgende Vorschriften auf, nach welchen sie sich zu richten hatten, nämlich:

   Gehet hin in alle Welt und sprecht: Das Himmelreich naht heran, (Matth. 10. 7,) und lehrt alle Völker Mein Evangelium, und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes; und lehrt sie halten alles, was Ich euch befohlen habe! Und wenn ihr nur Meine reine Liebelehre lehren werdet, bin Ich bei euch alle Tage bis an´s Ende der Welt. (Mtth. 28. 19. 20 )

   Markus (Mark. 16, 15. 16) schreibt in Meinem Namen: Wer glaubt und sich taufen lässt, wird selig werden; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.
   Macht Kranke gesund, Tote
(im Geiste) lebendig, Aussätzige rein, und treibet Teufel (d.h. böse Geister) aus. Unentgeltlich habt ihr´s empfangen, unentgeltlich gebet ihr es wieder (Matth. 10, 8; Mark. 16. 17. 18)
   Ihr sollet aber weder doppelte Kleidung (Luk. 9, 3; 10, 4; - Mark. 6, 8. – 6, 9) noch Schuhe, (Mark. 6, 9) sondern nur einen Wanderstab (Mark. 6, 8) (mit) haben. Nehmet keinen Beutel und keine Reisetasche mit, um Geld zu sammeln, für eure Mühe und Bedürfnisse. – Denn ihr sollt weder Gold noch Silber, noch Geld (sammeln) und in euren Gürteln tragen (Matth. 10, 9. 10; Luk. 9, 3; - Mark. 6, 8) von Einnahmen für euch!

   Ich habe gesagt, dass die Prediger des Evangeliums vom Evangelium leben sollen. (1.Kor. 9, 14) Und sagte ferner: denn der Arbeiter ist seines Unterhaltes wert. (Matth. 10, 10)

   Wie dieser Unterhalt beschaffen und gemeint war, lest ihr beim Luk. 10, Verse 5 – 8 wie folgt: In welchem Hause man euch aufnimmt, in demselben Hause aber bleibt, esst und trinkt, was sie gerade haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Zieht aber nicht von Haus zu Haus. – Und in welche Stadt ihr kommt, wo man euch aufnimmt, so esst, was euch vorgesetzt wird.

   Von ständigen geistigen Pfarrämtern ist in diesen Vorschriften wohl keine Spur, sondern das Leben des Predigers hängt von der Gastfreundschaft und dem Liebesopfer der Zuhörer ab!

   Wo ihr in eine Stadt oder in einen Flecken kommet, so erkundigt euch, wer daselbst würdig sei; (Matth. 7, 6: Gebt aber das Heilige nicht den Hunden hin, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor; damit sie nicht mit ihren Füßen sie zertreten, sich umwenden und euch zerreißen) bei dem haltet euch auf, bis ihr wieder abreiset. (Matth. 10, 11)

   Bei eurem Eintritt in´s Haus begrüßt es und sagt: Friede sei in diesem Hause! (Luk. 10, 5; Matth. 10, 12)

   Ist dieses Haus dessen wert, so wird euer Friede kommen über dasselbe; ist es aber dessen nicht wert, so kehrt euer Friede zu euch zurück (Matth. 10, 13).

   Wo man euch nicht aufnehmen, noch eurer Lehre geben will, das verlasst ein solches Haus, oder solche Stadt, und schüttelt den Staub von euren Füßen (Matth. 10,14; Luk. 9,5).

 
Priesterkleider

    Die römische, als christliche Religion, hat nicht ihr zuständiges, nicht einmal Kleidung ihrer Diener. Selbstverständlich, weil weder Ich noch Meine Apostel Extrakleider oder zeremonielle Gegenstände hatten; 
denn Meine Religion ist die Religion im Herzen und dort hinein kann man weder Priester noch zeremonielle Ornate und Gegenstände stellen!
– Außer, wenn diese durch den Mund gingen. -

   Die Religion Roms hat alles von den Indiern, Ägyptern, Griechen und römischen Hohenpriestern entlehnt.

   Die Stola der syrischen Göttin und der Diana zu Ephesus, woher alle eure jetzigen Stolen genommen sind, trägt (im Original) die zwölf Zeichen des Tierkreises.

   Die Rosenkränze finden sich an allen indischen Götzenbildern, die schon 3000 Jahre alt sind. Ihr Gebrauch ist in Asien allgemein und seit undenklicher Zeit eingeführt.

   Der Bischofstab ist durchaus nichts anderes als der Stab der Osiris.

   Die Mitra tragen alle Lama´s, die spitzige Mütze, ein Sinnbild der Sonne. Vergleiche die ägyptischen Mythologiebilder.

   Die Tonsur stellt die Sonnenscheibe vor; die Stola ihren Tierkreis, der Rosenkranz ist ein Sinnbild der Gestirne. 
(Santo Domingo, Rom, IV. Auflage 79-80)

 
Der wahre Gottesdienst

    Ich (Jesus) sage es euch als vollwahr: Hinweg mit allen (äußerlichen Lippen-) Gebeten, hinweg mit allen Feiertagen, da ein jeder Tag ein wahrer Tag des Herrn ist, und hinweg mit allem Priestertume! – Denn ein jeder Mensch, der Gott erkennt, Ihn über alles liebt und Seinen Willen tut, ist ein wahrer und rechter Priester und ist dadurch ein rechter Lehrer, so er seinen Nebenmenschen eben diese Lehre gibt, die er von Mir empfangen hat. – Wer also Meinen Willen, wie Ich es euch lehre, tut, der betet wahrhaft und betet allezeit ohne Unterlaß und ein jeder Tag, in dem ein Mensch seinem Nebenmenschen in Meinem Namen eine Wohltat erweist, ist ein rechter und Mir wohlgefälliger Tag des Herrn ! – 

Wenn aber jemand seinen Nächsten eine Wohltat erweist, so tue er das im Stillen und mache darum nicht zu reden von sich und brüste sich nicht damit vor den Menschen. -  Denn – wer das tut, der hat seinen geistigen Lohn bei Mir schon dahin, dass er für seine edle Tat einen weltlichen Ruhm erhielt; dieser aber stärkt die Seele niemals, sondern verdirbt sie nur, weil er sie eitel und ihr gefällig macht. Also ist es auch mit den Bitten um irgend eine Gnade von Mir; - wer da durch seine Bitte etwas von Mir erhalten will, der bitte ganz stille in seinem von Liebe zu Mir erfüllten Herzen, und es wird ihm gegeben, was er gebeten hat, so es sich mit dem Lebensheile seiner Seele verträgt. – Desgleichen können sich auch ganz im Stillen zwei, drei oder auch mehrere vereinen und bitten für sich und für die ganze Gemeinde, - und Ich werde solche Bitten sicher erhören; aber so da gingen etwa zwei, drei oder auch mehrere und würden es verlautbaren der Gemeinde, dass sie das an diesem oder jenen Tage, oder in dieser oder jener Tageszeit tun werden, auf dass sie dann die Gemeinde ansehe und lobte, ja am Ende gar bezahlte, ein solch´  frommes Beterwerk; - wahrlich, - da wird solch´ ein Gebet niemals erhört werden, und somit auch nichts nützen der Gemeinde, wie denen, die da gebetet haben! – Denn alles das und dergleichen mehr haben auch die Heiden getan und tun es noch, (32. Lebensjahr Jesu), dass sie bei großen Gefahren in großen Scharen zogen von einem Götzentempel zum anderen und trugen allerlei dummes Schnitzwerk, Fahnen, Gefäße und noch eine Menge anderer Sachen und machten dabei ein großes Geheul, stießen in die Hörner, schlugen gewaltig die Zimbeln, klirrten mit den Schildern und veranstalteten auch weite Wallfahrten zu den außerordentlichen und besonderen Götzengnadenbildern, und so sie dort ankamen, so verrichteten sie allerlei dummes Bußwerk und spendeten dem Götzen große und oft ganz ansehnliche Opfer, damit freilich den Götzenpriestern sehr geholfen war, nur den dummen Wallfahrern niemals! – Also: derart allgemeine Gebete und Bitten werden von Mir aus niemals erhört. – Wer also bei Mir eine gute Bitte erhört haben will, der wallfahre in sein Herz und trage Mir also im Stillen seine Bitten mit ganz natürlichen und ungeschmückten Worten vor, und Ich werde ihn erhören! – Aber Ich sage euch noch hinzu, dass Mir dabei niemand mit irgendeiner fromm aussehenden Gebärde und Miene kommt! -  Denn wo bei einer Bitte an Mich die gewissen heuchlerisch frommen Gesichterdrückereien vorkommen werden, da wird auch keine Bitte erhört werden; denn wer Mir nicht kommen wird so natürlich, wie er ist, und nicht bitten wird im rechten Geiste der vollsten Wahrheit, der wird nicht erhört werden, sondern nur der, der Mich wahrhaft liebt, Meinen Willen tut und zu Mir ganz ohne allen Prunk und Zwang kommt, wie er ist, der wird von Mir aber auch allezeit erhört werden. – Also ist es auch eine alte Sitte sogar bei den Juden, dass die blinden und dummen Menschen bei ihren Bitten und Gebeten auch eigene mehr feinere und bessere Kleider anziehen, weil sie meinen, dass der Mensch zur so genannten größeren Ehre Gottes nicht genug tun könne! – Aber das bedenkt so ein Narr nicht, dass es gar viele Arme gibt, die kaum zur größten Notdurft ihres Leibes Blöße bedecken können! – Wie muß es dem Armen zu Mute sein, so er den Reichen also geschminkt in einem Bethause bemerkt, und sieht, welch´ eine Ehre der dem Gotte gibt, während der Arme das nicht tun kann und sich dabei denken muß, dass er mit seinem Gebete in seinen Lumpen seinen Gott nur beleidigen muß! – Wahrlich sage Ich euch: Wer immer mit gewissen besseren Kleidern angetan Mich um etwas bitten wird, der wird auch niemals erhört werden, und noch weniger irgendein Priester in seinem dummen verbrämten Zaubermantel und Rocke! – Also gibt es auch eine alte Unart bei den Gebeten zu Gott, dass man nur irgendeine gemäße fremde (lateinische) Sprache dafür gebraucht, und hält diese für die Verehrung eines Gottes am würdigsten! – Wo solch´ ein Unsinn je in der Folge bestehen wird (so sagte Jesus im 32. Lebensjahre), da wird die Bitte auch niemals erhört werden! – Der Mensch schmücke vor Mir sich allein nur im Herzen, und rede die Sprache, die sein und die Mir wohlverständliche Sprache seines Herzens ist, und Ich werde seine Bitte erhören. – Ich will, dass da alle die alten Narrheiten ganz aufhören und die Menschen ganz neue wahrhaftige reine Menschen werden sollen. – Und wie sie also sein werden, da werde Ich auch stets mitten unter ihnen sein; aber die blinden Weltnarren sollen fortan  gezüchtigt werden durch das, dass ihre Bitten nicht erhört werden! Gott hatte den Menschen ohne Kleid erschaffen, und erschuf ihn nach Seinem Ebenmaße und Gott gefiel also die Gestalt des Menschen, weil sie Sein Ebenmaß war; Gott aber ließ dem Menschen zu, auch ein Gewand sich zu machen, damit er vor Kälte seine Haut schützen konnte, aber Gott ließ es  darum nicht zu, dass die ersten Menschen sich Kleider machten, damit sie dieselben als eine hoffartige Zierde ihrer Glieder tragen sollten, und noch weniger lehrte Gott den Menschen sich darum ein verbrämtes Kleid zu machen, dass er in selbem allein nur Gott würdig anbeten solle. – Darum kleidet euch zwar nun nach eurem Stande einfach und leget auf den Rock und Mantel keinen Wert, als allein den, dass er bedecke den Leib; was darüber ist, das ist schon vom Übel und trägt keine guten Früchte (Ev. J.Ch.)

 
Die Diener Gottes und die Diener der römisch-päpstlichen Menschensatzungen.

    Die Dogmen der römischen Kirche, wie sie sich in dem Zeitraume von 1500 Jahren her entwickelt haben, sind der barste Widerspruch der Liebelehre eures göttlichen Lehrers Jesus, die Ich aus den 10 Geboten Gottes durch Moses in zwei zusammenfasste und welche beide nur in höchster und lebendiger Liebe zu Gott und dem Nächsten bestehen.

   Wenn ihr diese abscheulichen Dogmen genau betrachtet, so erfasst euch eine Verachtung gegen die Priesterschaft. Allein Ich lehrte euch Liebe, Geduld, Sanftmut, Verzeihung und Frieden gegen eure Mitbrüder zu üben. Ihr Menschen werdet antworten: „Nieder mit den Pfaffen!“ Allein das ist das Gegenteil Meiner Liebes-Duldungslehre.  Wer zwingt euch den Geistlichen nachzuhängen ?! Lasst sie laufen, wenn sie auf ihre Rechte pochen. Belehrt das Volk, wie es mit der Wahrheit steht, dass es ihnen nicht mehr nachgeht und dann wird die Kirchenwirtschaft  von selbst vernichtet werden. – Diejenigen Geistlichen aber,  welche alles römisch-zeremonielle verlassen und nur Meine reine Lehre predigen wollen, diese hört als Bekehrte an. Wie aber kein liebevoller Vater eine Freude hat, wenn seine boshaften Kinder verfolgt oder misshandelt werden, also habe auch Ich der himmlische Allvater sie nicht; denn nicht euch gehört das Gericht, sondern Mir, der Ich materiell und geistig alles prüfe und die Folgen daraus, wie sie sich in der Zukunft geistig entwickeln, wäge,  daher kann nur Ich ein gerechtes Urteil über Meine unfolgsamen Kinder kommen lassen und sie zur Einsicht und Verbesserung, so lange noch Zeit ist, bringen.

   Ich, Jesus, sagte: „Bei einigen Meiner groß sein wollenden Dienern und Knechten diene Ich bloß nur noch als ein öffentliches Amtssiegel und als äußere göttlichartige Umfasssung ihres schwarzen Unsinns und ihrer groben, finsteren Dumm- und Narrheit. Die einen aber lassen Mich zwar wohl noch in Meiner Göttlichkeit stecken; aber dafür muß Ich für ihre zeitlichen Vorteile aus Mir machen lassen, was sie wollen und zwar, was das Allerärgste ist, Ich muß ein bares Unding sein; Liebe und Barmherzigkeit darf Ich nur so lange haben, als es ihnen gefällig ist; dann aber muß Ich unerbittlicher werden, als ein Stein und muß Mich zum schändlichsten Tyrannen umgestalten lassen; Ich muß von einem Richterstuhl auf den anderen springen, ein Verdammungsurteil über das andere aussprechen. Meine Liebe muß also nur zeitlich, aber Meine Tyrannei und das damit verbundene allerschärfste Richteramt soll ewig währen (vgl. die ewige Verdammnis in ChzS. 78,8) O der ungeheuren Narren! Meine unbegrenzte Langmut, Sanftmut, Demut und ewige Liebe zu Meinen Geschöpfen taugt freilich nicht in ihren halbsüchtigen Kram; aber es soll ihnen bald ein Strich durch ihre Rechnungen gemacht werden. Ihre Rechnungen liegen vor Mir, und das Maß ihrer Taten ist voll geworden bis auf Eines und der Lohn harret ihrer. (1. Samuel 8, 7; II. Petri 2, 3; - 1. Tim. 1, 16; ChtS 1. Kap. 2,8)

    Wer Mich nicht kennt, wie Ich bin und wer Ich bin, dem wäre es besser, dass er von Mir gar nichts wüsste; denn dann könnte Ich ihn noch lebendig machen dort im Reiche der Geister; so aber machen sie sich Meiner Hilfe unfähig; denn sie töten dadurch das Leben in sich, da sie Mich in sich zerstören und somit auch töten und sind die vom Weinstocke getrennten Reben. (ShtS. 1, Kap 2,9; Jer. 5, 10; Hiob 15, 33; - Johs. 15, 5. 6; - II. Petr. 2, 21)

   Dieses aber sage Ich jetzt, dass Ich bin der alleinige ewige Gott in Meiner dreieinigen Natur, als Vater Meinem Göttlichen nach, als Sohn Meinem vollkommenen Menschlichen nach, und als Geist allem Leben, Wirken und Erkennen nach. Ich bin von Ewigkeit die Liebe und die Weisheit Selbst. Nie habe Ich von Jemanden etwas empfangen. Alles was da ist, ist von Mir, und wer etwas hat, der hat es von Mir. Wie, bin Ich denn ein Tyrann und ein Verdammungsurteilsprecher?  – O ihre Toren! 
Ich liebe euch, ihr verachtet Mich. Ich bin euer Vater; ihr macht Mich zum Scharfrichter. Wo Ich segne, da flucht ihr; wo Ich baue, da zerstört ihr; was Ich aufrichte, das beugt ihr nieder; wo Ich säe, da leitet ihr erstickende Fluten darüber; ihr seid in allem wider Mich. Wäre Ich wie ihr sagt, dass Ich sei, wahrlich sage Ich euch, die Erde bestände schon lange nicht mehr; ja sie wäre sogar nie erschaffen worden. Weil Ich aber bin, wie Ich bin, so besteht noch alles, wie es war, und wie es sein wird ewig; und ihr werdet sein, wie ihr sein wollt, ohne Mein Verdammungsurteil; denn ihr werdet sein, wozu ihr euch selbst gemacht werdet haben. Die aber Mich nehmen wie Ich bin, und Mich lieben, wie Ich sie liebe, aus denen aber werde Ich machen, was sie wollen, damit ihre Freiheit und Freude vollkommen sei ewiglich. (ChtS. 1.2.; 10; Ps. 52, 3; 49, 29;- 120, 7; - 124, 4 – 6;- Jer. 42. 4; - Matth.  28, 19; - Mark. 4, 19; - 12, 29; 2. Kor. 10, 8; Röm. 11; 36; - 1. Kor. 2, 10; - 12, 11; - 1. Johs. 5, 7; - Gal. 4. 30) Meinen Dienern und Knechten sagt: Meine Ämter sind keine Wechselbanken und keine Geldboutiquen; denn der Mir des Geldes wegen dient, der dient Mir nicht aus Liebe; wer Mir aber nicht aus Liebe dient, dessen Dienst ist Mir fremd, wie Ich ihm ganz fremd sein muß, da er Mir nicht aus Liebe dient; mit ihm habe Ich die Rechnung schon geschlossen. Wie ist der aber ein treuer Knecht, der die Schläge des Herrn ohne Befugnis gleich einem Diebe um die schändlichsten Preise verkaufte? – Ischariot verkaufte Mich doch noch wenigstens um 30 Silberlinge, ohne dass er es voraus wusste, was mit Mir geschehen wird; denn er war verblendet, und ging verloren. – Jetzt aber bin Ich schon als gemartert, getötet und wieder auferstanden, um die schändlichsten Spottpreise zu jeder Minute zu haben. O ihr schändlichen Diebe, ihr Mörder, womit soll Ich euch denn vergleichen? Ihr Kinder des Drachen, ihr Otterngezüchte, ihr Schlangenbrut! So dient ihr Mir, so muß Ich euch finden? Ich ließ ja durch Meinen lieben Paulus sagen, dass der, der dem Altare dient, auch vom Altare leben soll, aber nur aus den Werken der Liebe, die alles Gute wirkt (1.Kor. 9, 13); ihr aber habt keine Werke der Liebe, daher seid ihr Räuber und Diebe und Meuchelmörder des Evangeliums und aller Wahrheit. Wißt ihr, wie die Arbeit, so der Lohn! Liebe ist nicht um´s Geld, sondern nur wieder um Liebe zu haben. Ich bin die Liebe Selbst und bin durchgehends um keinen anderen Preis, als nur wieder um Liebe zu haben. – Durch die Liebe habe Ich euch alle erkauft; daher fordere Ich von euch allen wieder Liebe.
Wer Mir daher dienen will, der diene Mir in der Liebe, in der Ich für ihn am Kreuze gestorben bin; und der zu Mir kommen will, der komme in der Liebe zu Mir, die am Kreuze für ihn blutete.
(ChtS. 1. 2, 11; Jer. 23, 1. und 31; - Matth. 21, 12. 13; - 23, 33; - Johs. 10, 10; - 1. Thess. 2, 5; - 1. Petri 2, 24; - 5, 2; - Apg. 8, 19, 20; - Matth. 10, 8; - Tit. 1, 16; - Hebr. 12. 2)

 
Bezahlte Religionslehrer

    Wo du Lehrer antreffen wirst, die nach Meinem Willen die Lehre von der Ankunft des Reiches Gottes auf Erden unter den Menschen ausbreiten werden, diese halte du und jedermann für echte und vollends wahre Lehrer; wo aber Lehrer zwar auch unter Meinem Namen aus Meiner Lehre ein Geschäft machen werden ums Geld und andere Schätze, die halte du für falsche und von Mir niemals berufene Ausbreiter Meiner Lehre! – Denn Meine wahren Jünger und Ausbreiter Meiner reinen Lehre werden stets irdisch arm gleich Mir, aber darum geistig überreich sein; denn sie werden nicht nötig haben, Meine Worte von einem Vorgänger gewisser Art durch ein langweiliges Erlernen sich eigen zu machen, sondern Ich werde ihnen Meine Lehre und Meinen Willen in ihr Herz und in ihren Mund legen. Aber die falschen werden durch ein langes Lernen von ihren ebenfalls falschen Lehrern sich allerlei Lehren, Worte und Sprüche eigen machen müssen, und werden dann erst, wenn sie alles mühsam werden erlernt haben, von ihren großtuenden und prahlerischen Lehrern und Vorstehern unter allerlei leerer und blinder Zeremonie zu Jüngern geweiht werden, wie solches nun auch geschieht im Tempel bei den Pharisäern, Schriftgelehrten und Ältesten und auch bei euch Heiden, wo der Priesterstand eine ordentliche Kaste bildet, die sich vom Vater auf den Sohn vererbt, und ein Mensch aus dem Volke nur dann aufgenommen wird, wenn irgend ein Priester keine Kinder hat, und selbst da nur als ein Kind, das hernach erst zu einem Priester erzogen wird. …. (So sprach Ich einst zu Meinen Jüngern)

   Ja es wird (in der Zukunft) sogar geschehen, dass die falschen Propheten sich auf goldene Throne emporschwingen werden, und werden die wahren von Mir erwählten und Berufenen mit aller Hast verfolgen. Wenn aber das eintreten wird, dann wird auch ihr Gericht und ihr Ende über sie kommen, und Meine Lehre wird dennoch fortbestehen unter gar viele Menschen auf der Erde; aber sie wird stets nur als ein freies Gut unter den Menschen im Stillen glänzen, leuchten und trösten, nie aber als eine Herrscherin über ganze Völker auf einem Herrscherthrone mit Krone, Stab und Zepter gebieten (Vgl. die römische Tiara= dreifache Krone pontificis maximi Romae, oder des Papstes) Wo das in Meinem Namen der Fall sein wird, da werde Ich Selbst ferne sein, und anstatt Meiner wird die Habsucht, der Geiz, Neid und Verfolgung aller Art und Gattung unter den Menschen zu Hause sein und ein Betrug wird dem anderen die Hände reichen! – Wenn ihr aber solche Früchte Meiner sein sollenden Lehre unter den Menschen sehen werdet, so werdet ihr es ja wohl merken, welches Geistes Kinder die auf den Thronen herrschenden Propheten sind und von wem – ihre falschen Lehren stammen !? – 
Wenn du aber allzeit das Rechte und Wahre wirst haben können, so du nur ein Verlangen darnach haben wirst, so wirst du dein Herz doch wohl nicht dem Falschen zuwenden ?! -  
Und so wisset ihr nicht, dass trotz allen den späterhin auftauchenden falschen Propheten und Lehrern im Stillen und Prunklosen Meine reine Lehre bis an´s Ende der Zeiten unter den Menschen fortbestehen wird. – Daß aber diese Meine Lehre erst nach und nach unter alle Völker der Erde ausgebreitet wird, davon habe Ich (Jesus) euch die Gründe mehrfach klar gezeigt! Denn wann ein Volk zur Aufnahme Meiner Lehre reif ist, das weiß Ich sicher wohl am besten. -  Was aber zur möglich schnellen Ausbreitung Meiner Lehre in alle nur etwas reifen Punkte der Erde geschehen konnte, das ist auch geschehen und wird bald ein viel Mehreres noch geschehen (Ev.J.  Ch. V S. 371-2. 1. Aufl.)

   Wer nur des Lohnes wegen im Weinberge des Herrn arbeitet, der ist ein unnützer Knecht, und ist nicht wert des Lohnes, geschweige des Herrn, Der da spricht: Wer seinen Vater, seine Mutter, seine Brüder, seine Schwestern (und sich selbst und seinen Vorteil) mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert! So ihr aber alles getan habt, da bekennt, dass ihr unnütze Knechte wart! Siehe, so lauten Gottes Worte.

    Die Größe der Wahrheit, welche im Evangelium verborgen liegt, kann durch bloßes Nagen an der Rinde des toten Buchstabens der Bibel nicht erforscht werden, den lichten Schlüssel dazu kann man nur durch echte Liebe und Demut zu Gott und den Menschen – von oben überkommen. Die wahren Jünger und Apostel Gottes werden vom Geiste Gottes gelehrt und erzogen (Johs. 13, 35; Luk. 12, 12; Johs. 14, 26; Thess. 4, 9; - 1. Johs. 2, 27).

   ChtS IX Kap. 227, 11. Daran wird man allezeit die rechten und die falschen Diener Gottes genau von einander unterscheiden:

   12. Die rechten werden uneigennützig sein in hohem Grade, und die falschen werden gerade das Gegenteil sein.
   13. Denn die rechten dienen Gott im Herzen, und haben auch da den allerhöchsten ewigen Lohn.
   14. Die falschen aber dienen einem nach ihrer bösen Art gemodelten Gotte der Welt wegen;
   15. Daher suchen sie auch den Lohn der Welt und lassen sich für jeden Schritt und Tritt gar unmäßig bezahlen.
   16.  Denn das weiß ich Quirinus (Statthalter von Syrien) als ein geborener Heide am besten, wie sich die römischen Priester für jeden Schritt und Tritt bezahlen lassen.
   17.  „Wahrlich, ich selber habe für einen Rat einmal an den Oberpriester (Pontifex maximus) hundert Pfund Gold bezahlen müssen.
   18.   Frage: War das ein rechter Diener eines wahren Gottes?
   19.   Du aber (Josef) hast mich nun schon bei drei Tage bewirtet, und welche Lehren habe ich in deinem Hause empfangen und du nimmst noch nichts an;
   20.   Nicht einmal für meine acht Kinder nimmst du etwas an! Es wird daraus doch etwa einleuchtend sein, wie die echten und rechten Diener Gottes aussehen.“

   Die heutigen Opfer, welche das Volk den Kirchen gibt, sind keine Opfer, denn diejenigen, denen man opfert sind Geister, und können keine Materie gebrauchen.

   Die Priester sagen zwar: Opfert Gott! Aber Gott braucht eure materiellen Opfer nicht, ja sie sind Ihm ein Greuel, weil sie die Materie, als die gefestigte Seele des Satans vorstellen – während Er, als Geist nur geistige Opfer will, die aus Liebe des Herzens in Gestalt demütiger Gebete und Lobpreisungen Gottes und in Werken der Nächstenliebe bestehen.

   Ihr opfert Gott, der Maria und den Seligen (oder wie ihr sie fälschlich für „Heilige“  bezeichnet), die alle nichts Materielles annehmen und annehmen wollen und können. 
Denkt nach, wem habt ihr dann geopfert? 
Den Priestern und sonst niemandem. Warum denjenigen, die genug haben? Die Armen und Bedürftigen ließet ihr aber hungern und leiden! Die Priester nennen sich selbst Gott! Daher sagen sie mir: „Opfert Gott!“ soviel als opfert uns. Vergleiche die Aufklärung bei den Amtswürden weiter unten.

   Für das Opfern den Kirchen und Priestern habt ihr den Letzteren mehr Mittel zum Sündigen und euch eine grobe Sünde geopfert, da ihr Geld fürs Sündigen hingabt, und dort, wo ihr wirklich Gott hättet opfern können, das Gegenteil getan und wurdet dadurch zu Übeltätern an euren Nächsten, in denen Ich euer Gott in Christus als Geist wohne.

   Ich habe nur die Armen, Bedürftigen, Witwen und Waisen als Mein Opferaltar aufgestellt, ihr habt aber diesen Opferaltar vernachlässigt und euch einen Gegen-Opferaltar aufgestellt auf dem „zum Sündigen“ geopfert wird. Also dient ihr nicht Gott, sondern dem Satan der Sünde, und der Lohn wird euch auch von Meinem Gegenpol werden; denn Ich sage, wie Ich im Gebetbuch (von Franz Schumi, w.m.) sagte: „Was ihr Gutes oder Schlechtes eurem Nächsten tut, gilt soviel, als wenn ihr es direkt Mir persönlich tun würdet“ (Matth. 25, 40).

   Also bedenkt wohl, ob ihr Mir oder den Priestern geopfert habt! Und seid künftig klug und richtet euch nach Meiner Lehre der Heiligen Schrift und Meinen neuen Vaterworten und nicht nach den von Päpsten zusammen geschmiedeten Lehren der römisch-katholischen Kirche!

   Ihr brauchet keine Priester mehr, sondern lest Meine neuen Vaterworte und lebt und handelt darnach und es wird gut für euer Seelenheil bestellt sein.

 
Das Beispiel zieht und eifert an, darnach zu handeln.

 Oft hört man in der Kirche: Richtet euch nicht nach mir, sondern nach meinen Worten! Oder: Schaut nicht was ich tue, sondern was ich lehre! Klingt das nicht so, als wenn ein Trunkenbold anderen Mäßigkeit lehren möchte? Was würden die Zuhörer dazu sagen? Gehe, schlafe dich aus und fange selbst ein solches mäßiges, nüchternes Leben an, dann werden deine Worte in uns aufgenommen; denn wir Menschen haben das Sprichwort: „Exempla trahunt“ oder, Beispiele eifern an; die Worte sind schal. Würdest du deine Worte ernst nehmen, dann würdest du selbst so leben, und mit dem schönen Beispiel vorangehen – und wir würden schon aus dem Beispiele das lebendigste Wort überkommen und darnach handeln. So sind aber schlechte Beispiele gleich schale Worte und böse Folgen.

   

Das Zölibat

 Sind die Priester Gottesdiener ?

    Ein Gottesdiener ist derjenige, der die Gottesgebote erfüllt und nach der Gotteslehre lebt, wie es die Heilige Schrift lehrt; und der die Salbung des Heiligen Geistes hat, wie es in der Apostelgeschichte 2; - 1. Kor. 12. und 14. Kapitel; Mark. 16, 15 -18 usw.  zu ersehen ist (Lies: „Wer ist ein Diener Gottes?“)

    Wenn heutzutage ein in einem Bischof-Sprengel waltender Priester ein Kind von seiner Köchin hat, die eigentlich seine Eva (d.h. ohne Ehe oder politisches „Gesetz“) ist, da erhebt sich nicht nur die irregeführte Gemeinde, sondern auch der Bischof dagegen, er entzieht ihm das Messelesen oder versetzt ihn auf einen so genannten „Strafseelsorgerposten“ in unwirtlicher Gegend oder ins Gebirge, während doch jeder Mensch ohne Ausnahme, ob Papst oder Bettler dafür auf der Welt ist, um seine Prüfungszeit zu bestehen, sich in allem zu demütigen, eines Weibes Mann und Vater von Kindern zu werden, diese nach göttlichen Geboten zu erziehen und Gott über alles und seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben. Eine Ausnahme existiert nicht, denn Ich Christus sagte: Nur einer ist Vater, Herr und Richter, und der ist Gott im Himmel; ihr alle seid aber Brüder (Matth. 23, 8-12; Hebr. 12, 23).

   Um die letzte Deutung unklar zu machen, erfand man die Bezeichnung: „Bruder in Christo“, oder „Amtsbruder“.

   Die Menschen sind aber nicht mythische Brüder in Christo, sondern, weil Gott euer aller Vater ist, seid ihr alle Seine Kinder und als solche lauter Geistesbrüder, und da euer Leib nur eine vorübergehende Hülle des geistigen Körpers eures Seins aus Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit ist, daher seid ihr wahre Brüder auch im materiellen Leibe, denn Gott hat nie die Erde verteilt, nie einen zum Sklaven dem anderen unterstellt; ihr seid nur Verwalter göttlichen Eigentums der Erde. Und wer zum Herrn über andere geworden ist, der soll sie alle als Brüder betrachten und als Brüder behandeln, dann ist er als guter Verwalter göttlicher Güter zu nennen. Ein utopischer Sozialismus kann aber nur unter einer Herde und nur unter einem Hirten erstehen und bestehen. Diese Herde muß aber ein geistig-göttliches Geschlecht sein. Während heutzutage ein Geschlecht lebt, das die Erde zu einer Hölle gemacht hat, daher kann keine Rede von einem geistigen Welthirten, der Ich Jesus Selbst wäre, nach heutigen sozialistischen Ideen sein. – 

Nun schauen wir in die Bibel, was da über Zölibat oder Ehe steht.

 
Vorschriften Gottes für die Priester

    Darüber lest ihr beim Propheten Hesekiel 444, 22 folgendes: Sie sollen keine Witwe noch Geschiedene sich zur Frau nehmen; sondern Jungfrauen (d.h. Reine, Keusche) vom Samen des Hauses Israels, oder eine Witwe, welche eine Priesterwitwe ist, dürfen sie nehmen.

   Dasselbe sagte Jehova schon durch Moses (3. Mos. 21, 13 -15): Der Priester soll ein Weib in ihrer Jungfrauschaft nehmen; - eine Witwe und eine Geschiedene und eine Entehrte, eine Hure, diese soll er nicht nehmen; sondern eine Jungfrau aus seinem Volke soll er als Weib nehmen; dass er seinen Samen nicht entweihe in seinem Volke; denn Ich bin Jehova, der ihn heiligt.

   In diesen Vorschriften ist der Wille Gottes für den ersten Bund ausgedrückt, dass Priester verheiratet und ihre Frauen rein und keusch sein müssen, daher Jungfrauen oder Priesterwitwen nach mosaischem Gesetze.

   Weiteres darüber leset ihr im ersten Briefe des Apostels Paul an Timotheus im 3. Kapitel für den 2. Bund:

1.     Bewährt ist das Wort: Wer nach einem Bischofsamte strebt, der sucht ein gutes Werk.
2.     Darum muß ein Bischof [epi-scopus „Aufseher] unbescholten sein, eines Weibes Mann, nüchtern, gesetzt, wohlgesittet, gastfrei, lehrfähig;
3.     er darf kein Trunkenbold, kein Zänker, sondern sanfter, von Zank und Habsucht freier Mann sein,
4.     der seinem Hause gut vorsteht und gehorsame Kinder hat, von ganz keuscher Sitte.
5.     Denn wer seinem Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde sorgen?
6.     Kein Neuling darf er sein, damit er nicht durch Übermut in das Gericht des Teufels falle,
7.     auch bei denen, die draußen sind, muß er einen guten Ruf haben, damit er nicht in die Schmähungen und Fallstricke des Teufels gerate.
8.     Ebenso müssen die Diakonen ehrwürdige Männer sein, nicht zweizüngig, nicht dem übermäßigen Trunk ergeben, nicht schändlich gewinnsüchtig,
9.     bewahrend das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen.
10.    Auch sollen sie zuvor geprüft, dann zum Amt kommen, wenn sie untadelhaft befunden werden.
11.    Die Weiber müssen gleicherweise züchtig sein, keine Klatscherinnen, nüchtern, in allen treu (glaubensfest),
12.    Die Diakonen sollen (jeder) eines Weibes Männer sein und ihren Kindern und ihren eigenen Häusern wohl vorstehen.
13.    Denn welche ihr Amt wohl verwalten, gewinnen eine schöne Ehrenstufe und viele Freimütigkeit im Glauben, der in Christo Jesu ist.
14.     und 15. Ich schreibe dir dieses … damit … du wissest, wie du dich zu verhalten hast in dem Hause Gottes, welches ist die Kirche des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.
 16.    Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit; geoffenbaret im Fleisch, gerechtfertigt im Geiste, geschaut von Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen zur Herrlichkeit.

 
Kapitel 4.

1.        Bestimmt aber sagt der Geist, dass in den letzten Zeiten einige vom Glauben abfallen werden, achtend auf  Irr- oder Truggeister und Teufelslehren;
2.        Die mit „Scheinheiligkeit“ Lügen verbreiten, gebrandmarkt am eigenen Gewissen;
3.        die verbieten zu heiraten und gewisse Speisen zu genießen, welche Gott geschaffen, dass sie dankbar genossen werden von den Gläubigen und von denen, welche die Wahrheit erkannt.
4.        Denn alles von Gott Geschaffene ist gut und nichts verwerflich, was dankbar genossen wird.
5.        Denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch das Gebet.

    Hiermit haben wir erfahren, dass der Bischof kein solches Amt ist, wie man es heutzutage darunter versteht, sondern der Bischof muß sein eigenes Haus, ein Weib und Kinder haben, es ist ein Ehrenamt, aber kein bezahltes.

   Die Diakonen – heutzutage angehende Priester – sie müssen auch Weiber und Kinder, wie die Protestanten haben. Auch hier ist von einer Anstellung mit fixer Besoldung keine Rede gewesen, sondern sie mussten eigene Häuser haben, wovon sie lebten. Aber, wenn sie arbeiten, dann sollen sie entschädigt werden, denn jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. (Luk. 5, 18) Das Verbot des Heiratens der Priester nannte der Heilige Geist Irr- und Teufelslehre und die Verfechter derselben „Scheinheilige“,  die „Lügen“ verbreiten.

  

Gemeinde-Bischof

 Aufklärung aus der Jesu-Lehrzeit

    Wo und wann ihr irgend eine solche (auf Irrwegen wandelnde) Gemeinde bekehrt, sie geheilt und aus in Meinem Namen gefestet habt, so stellt dann aus ihrer Mitte den kundigsten und getreuesten Mitbürger zu einem Hüter und Aufseher (amicabilem custodem et episcopum) über die Gemeinde; erteilt ihm besonders die Gaben des Heiligen Geistes, auf dass er ein wahrer Wohltäter der ihm anvertrauten Gemeinde werden und sein kann. - Aber bindet ihn nicht mit einem Mußgesetz, was auch er gegen die Glieder der Gemeinde zu beobachten haben soll, mit Ausnahme der Kinder, wie Ich euch dafür schon eine Weisung gegeben habe. – Aber obwohl ein solcher Hüter von euch bestellt wird in Meinem Namen, so soll er aber dennoch darum keinen irdischen Rang haben, sondern er soll sein gleich euch ein demütigster  und wie ein geringster Diener der ihm anvertrauten Brüder und Schwestern und soll sich von ihnen nicht ehren oder für seine ihnen geleisteten Dienste gar belohnen lassen; denn was er umsonst erhalten hat, das soll er umsonst wieder geben in aller Liebe seinen irgend schwächer begabten Brüdern und Schwestern. Was ihm aber die freie Liebe seiner Gemeinde bieten wird, das soll er auch annehmen, gleich also, wie Ich solches auch euch gestattet habe; - denn wer einem von Mir Gesandten etwas Gutes tun wird, der wird auch den Lohn eines Gesandten ernten. (Ev.J.Ch. V, 388. 1. Aufl.)

    Paulus schriebt an Titus 1, 5 – 5: „Deswegen habe ich dich in Kreta zurückgelassen, damit du das, was noch fehlt, vollends in Ordnung brächtest und in jeder Stadt Älteste (aus der Gemeinde – heute dafür Priester) ansetzest, wie ich dir aufgetragen habe; wenn nämlich jemand unbescholtenen Rufes ist, eines Weibes Mann, der gläubige Kinder hat.“

   Weil die Urchristen keine Zeremonien hatten, also hatten sie auch keine Priester im heutigen Sinne, sondern fromme alte Familienväter als Aufseher (griechischlat. Episcopus, was deutsch Bischof lautet), über die Gemeinde.

   Über die Ehe der Apostel (deren Stellvertreter sich die Priester  bezeichnen, die aber nicht wie die Apostel leben) schreibt der Apostel Paul im 1. Briefe an die Korinter im 9. Kapitel wie folgt:

   Haben wir nicht Macht und Recht eine christliche Schwester zum Weibe mit umherzuführen wie die anderen Apostel und des Herrn Brüder (Halbbrüder) und Kephas (d.h. Fels Petrus)? – Die griechisch-lutherische Bibel sagt hier: „eine Schwester zum Weibe mit herumzuziehen“ [das eine nicht leibliche Schwester darunter gemeint war, vgl. 3. Mos. 20, 17]) Da Ich Jesus sagte: Ihr alle seid Brüder und Kinder eines Vaters im Himmel (Matth. 23, 8, 9), daher ist hier keine leibliche Schwester gemeint, sondern ein Frauenzimmer überhaupt als Schwester zu Brüdern. Da ihr nur einen geistigen Vater habt und als Kinder eines Vaters dann nie anders als Brüder und Schwestern sein könnt. Im Geisterreich ist dieses Verhältnis allgemein. Dasselbe lehren auch Geisteroffenbarungen in spiritistischen Zirkeln und das stimmt  mit Meiner göttlichern Lehre überein. Daraus ist es doch klar, wenn die Apostel ihre Weiber hatten, dass dann die Ehelosigkeit der Priester gegen Meine Lehre durch die Apostel ist.

   Derselbe Gott, Der im Alten Testament die Priesterehe angeordnet hatte, derselbe lebt auch heutzutage noch, und da lest ihr, dass alle Patriarchen, Propheten, Moses und Aaron, David und Salomon und die Priester aus dem Stamme Levi verheiratet waren. Warum soll Ich heutzutage nach dem Willen der Priester Meine göttliche Ordnung verworfen haben?

   Das Zölibat ist erst unter Innocens III. im Jahre 1015 und Gregor VII. dem Großen im Jahre 1074 fest eingeführt worden, damit größere Geldopfer der Kirche blieben.

 

Amtswürden und Rangklassen in der Kirche

 Der Pantoffel-Kuß

    Im Jahre 607 hat der Papst Bonifaz III. vom griechischen Kaiser Phokas, der auch Rom beherrschte, die Gnade erlangt, dass Phokas ein Dekret erließ, nach welchem rechtmäßig allein dem Papste der Titel eines „allgemeinen“ Bischofs gebühre. (Pat. 199 [ 67 ] )

   Von nun an nahm die Anmaßung zu, so dass sich schon hundert Jahre später (710) Papst Konstantin II. vom griechischen Kaiser Justitian II. die Füße küssen ließ, bis endlich gegen Ende des achten Jahrhunderts die Päpste schon große weltliche Fürsten in Italien waren, denn sie besaßen seit der Schenkung Pipins (754) den Kirchenstaat. (Pat. 258)

   Ja sogar der Kaiser Friedrich I. (der Rotbart reg. 1152 – 1190) erniedrigte sich so weit, dem Papst Alexander III. den Pantoffel zu küssen, freilich mit den Worten: „Nicht dir gilt es, sondern Petrus“; worauf der unverschämte Papst erwiderte: „Mir und Petrus“. (Pat. 649)

   Diesem grenzenlosen Hochmut, den Ich Jesus als Gott im voraus sah, stellte Ich folgendes entgegen: Ich als Herr des Himmels und der Erde wusch Meinen Jüngern die Füße und sagte: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der Knecht (Bischof, Papst) ist nicht mehr, denn sein Herr (Gott Jesus); und der Apostel („Gesandte“ als Evangelienprediger) ist nicht höher, als (Gott Jesus) der ihn gesandt (Johs. 13, 5 ff)

   Anderen ihre schmutzigen Füße zu waschen ist doch sehr stark verschieden vom hochmütigen Pantoffelkuß des Papstes!

   Demut der Apostel: Als Petrus nach Cäsarea zum Hauptmann Kornelius kam, ging Kornelius ihm entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. Petrsu aber richtete ihn auf und sprach: „Steh auf!  Auch ich bin ein Mensch!“ (Apg. 10, 22-26)

   Da das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, dass das Volk zu Lystra sie zu Göttern machen und ihnen opfern wollte, zerrissen sie ihre Gewänder, sprangen unter das Volk, riefen und sagten: „Ihr Männer, was tut ihr da? Auch wir sind desgleichen wir ihr, sterbliche Menschen!“ (Apg. 14, 6 -14)

 
Der Fußkuß des Papstes

 Diktat am 4. Feb. 1898 durch Fanz Schumi

    In der Zeit Meines Erdenwandels lebte Ich als Gott und Herr der Unendlichkeit einfach und ließ nichts merken, dass Ich besser wäre als andere Menschen, sondern Ich tat dasselbe, was die ganze Welt tun soll, nämlich, Ich war bescheiden, liebenswürdig und allen zuvorkommend. Dadurch gewann Ich die Herzen aller, und jeder Mensch hatte freien Zutritt zu Mir; denn Ich bin nicht gekommen auf die Welt, um Mich ehren zu lassen, auch ließ Ich Mich nicht anders bedienen als es für alle gang und gebe war, denn Ich wollte mit Meinem Beispiele voranleuchten und zeigen, dass alle Menschen gleich sind und niemand sich für besser halten soll. Am Vorabende Meines Leidens habe Ich aber, Ich der Herr aller Herren der König aller Könige, die staubigen Füße meiner Jünger gewaschen, denn Ich habe in der Tat zeigen wollen, was Ich lehrte, dass der größte Diener aller sein soll. (Matth. 23, 11) Allerdings wird diese Meine Handlung der Demütigung nachgemacht, - aber nur einmal jährlich und an zuvor gereinigten Füßen, sonst aber ist die hohe Person entzogen dem Blicke der allgemeinen Gleichberechtigung als Bruder aller Menschen. Das war bei Mir nicht der Fall, Ich war demütig bis in den Tod, und bin noch immer, als Vater, Meinen Kindern allen gleich zugänglich; denn Ich spreche doch im Herzen mit ihnen, ob sie Herrscher oder Bettler, Herren oder Diener, Gute oder Böse, Wohl- oder Missetäter sind, den Einen lobend, den Anderen aneifernd, den Dritten tadelnd, den Vierten warnend usw. So bin Ich noch immer derselbe Jesus, der Ich von Ewigkeit als liebender Vater Meiner Kinder war, und lasse Mich nicht äußerlich oder zeremoniell loben und preisen, denn das ist mir alles ein Greuel, sondern im Herzen durch Liebe, Demut, Sanftmut, Keuschheit und in der Nächstenliebe, alles Übrige ist Mir zuwider, und verpönt vor Meinem Thron. Daraus erseht ihr, wie falsch euer Tun und Handeln ist, und dass es als Sünde des Hochmuts in Meinen Augen steht. Amen.

 
Der Rang-Größte

    Mathäus 23, 11: Ich Jesus, sagte: Wer der Größte unter euch ist, der soll euer Diener sein.

   Lukas 9, 46-48: Und es kam ihnen der Gedanke der Frage ein: Wer der Größte unter ihnen sei?

   47. Jesus aber, der die Gedanken ihres Herzens sah, nahm ein Kind und stellte es neben Sich.

   48. Und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in Meinem Namen, der nimmt Mich auf und wer Mich aufnimmt, der nimmt Den auf, der Mich gesandt hat. Denn wer (durch die Demut des Herzens) der Kleinste unter euch allen ist, der ist der Größte.

   Dasselbe erzählt Lukas 22, 24 – 27: Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden.

   25. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen nennt man gnädige Herren.

   26. Bei euch soll dies nicht die Ordnung sein; sondern der Größte unter euch sei wie der Kleinste (Einfachste, Demütigste) und der Oberste, Vornehmste (zuvorkommend) wie ein Diener.

   27. Denn wer ist größer. Der zu Tische sitzt oder der bedient ? Ist es nicht der, welcher zu Tische sitzt ? Ich aber bin unter euch, wie der, der bedienet. (Matth. 20, 24 -28: Mark. 9, 32 – 34; und 10, 42 – 45)

 
Doktoren der Theologie

 (Matth 23, 8 – 10)

    8. Ihr sollet euch aber nicht Rabbi (d. i. Lehrer oder Doktor) nennen lassen; denn Einer ist euer (Lehr-) Meister (lateinisch magister), nämlich Christus; ihr aber seid alle Brüder untereinander.

    10. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer (lateinisch doctores, man kann noch dazu setzen und professores) nennen; denn Einer ist euer Lehrer, nämlich Christus.

   Und doch nennen sie sich Doktoren, Professoren und Lehrer der Theologie und Kirchenrechte; damit verwerfen sie das Gebot und den Lehrer Christus und stellen sich selbst als Lehrchristusse auf.

   Ich, Jesus, sagte: Eher müssten Himmel und Erde vergehen, bevor Meine Worte vergehen, (So lautet nämlich richtig dieser Vers) (Matth. 24, 35; Mark. 13, 31; Luk. 21, 33)

   Damit sagte Ich, dass nur Meine eigene als Gotteslehre wahr, gut und auf ewig bestehend ist; und dass keine Menschen-Lehrsatzungen (Dogmen) aufgestellt werden sollen, weil die Menschen (für eigene Vorteile und Interessen die Lehrsatzungen aufstellen und daher) Lügner sind, wie der Prophet David sich ganz zutreffend äußert (Ps. 116, 11); während nur Ich Jesus, der Weg, die Wahrheit und das Leben, weil Gott, bin. (Johs. 14,6)

 
Die Dornenkrone Christi und die päpstliche Tiara.

 Diktat am 5. Feb. 1898 durch Franz Schumi, Graz

    Liebe Kinder! Ich trug für euch die schreckliche Dornenkrone, die Mir tief in den Kopf stachen und Ich trug sie mit Geduld aus Liebe zu Meinen Kindern. Nun schaut aber Meinen Stellvertreter in Rom an, der natürlich nicht von Mir ernannt wurde, daher auch nicht von Mir anerkannt, der trägt eine dreifache Krone mit Edelsteinen voll besetzt, die einen großen Wert repräsentiert. Sie ist eine heidnische Erinnerung an den obersten Heidenpriester Pontifex Maximus in Rom, nach der sie nachgemacht ist. Sie erinnert auch an die dreifache Krone des persisch-heidnischen Sonnengottes Mithra. Die dreifache Krone repräsentiert zugleich Die Dreieinigkeit Gottes und die Herrschaft über Himmel, Erde und die Hölle und ist eine Verhöhnung Meiner Dornenkrone, denn die Päpste betragen sich schon seit vielen Jahrhunderten als Gott, indem sie nicht nur diese Heidenpriesterkrone tragen, sondern sich auch immer für unfehlbar halten, wie aus der Weltgeschichte schon seit dem IX. Jahrhundert bekannt ist, wozu Mein Titel „Heiliger Vater“ mitinbegriffen ist. Kann es wohl einen größeren Hochmut und Verhöhnung Meiner Demut und Leiden geben, als so ein Papst auf seinem Throne ganz im Gold angetan und mit Edelsteinen geschmückt, einen weltlichen Gott und Herrscher vorstellend?! O, wehe euch ihr unglücklichen verlorenen Schafe Meiner Herde!
Der Weg zu Mir wird euch lange, lange dauern, er wird kein Ende nehmen wollen. Und für eine Spanne Lebens opfert man so geringschätzend den Himmel für die Hölle, die selbstverständlich nachfolgen muß.
Ja, Rom, du hast deine Rolle ausgespielt, denn der wahre heilige Vater weilt schon unter Seinen Kindern und lehrt sie, während du noch von Glück, Geld und Ansehen träumst und wähnst nicht, dass die Geisterhand von Babylon auch dir schon die entscheidenden Worte schreibt! Es währt alles seine Zeit, dann folgt die neue Ordnung und so auch hier. Amen.

  
Der Schandpfahl Kreuz und päpstlicher Hirtenstab.

 Diktat am 7. Feb. 1998 durch Franz Schumi

    Liebe Kinder, das Kreuz, das einst ein Schandpfahl war, ist nun ein Ehrenzeichen für jeden wahren Christen. Diesen Schandpfahl trug Ich aus Liebe zu euch auf Golgatha, um dort aus Liebe zu Meinen Kindern den schrecklichen Schand-Kreuzestod zu erleiden. Nun schaut aber den päpstlichen Hirtenstab an, er ist zwar ein Kreuz, nämlich ein Doppelkreuz, aber es ist kein Demutskreuz, sondern ein Hochmutskreuz, weil aus Gold und ein Ehrenzeichen der päpstlichen Würde, nicht aber als eine Erinnerung an Meine Demütigung. So seht ihr in allem das Verkehrte und nur das Erscheinliche des Wahren, aber nicht das Wahre selbst.

  
Peterskirche und Vatikan in Rom als Zentrum geistiger Finsternis.

    Wenn ihr die Materie betrachtet, so findet ihr, dass die schönen Tiere gewöhnlich auch böse, die schönsten Blumen oft giftig, die schönsten Weiber oft aus Eitelkeit eines schwachen Charakters sind und so steht unter allen kirchlichen Anstalten die römische Peterskirche in der äußeren Pracht und Schönheit sicher bei weitem oben an und im Inneren ist sie ohne Zweifel die schlechteste gleich der Satana, auch sie ist das schönste weibliche Wesen der Gottesschöpfung äußerlich gewesen, - innerlich ist sie nun der lebendige Satan und aus sich selbst die pure Hölle. Und so bewohnen die schönsten Länder der Erde vielfach schlechte Menschen und böse Tiere, und das Unkraut wuchert ungeheuer. In den schönsten Palästen wohnen zwar äußerlich gewöhnlich die reichsten und üppigsten Menschen; aber welches Geistes Kinder sind sie zu allermeist? Was äußerlich zu sehr glänzt, das ist meistens des Teufels. Und so auch, je mehr Tapferkeits-Orden auf dem Rocke, desto mehr Menschen muß man umgebracht, und Tausende zu Sklaven und zu Bettlern gemacht haben.

  
Was ist die von Gott durch Martin Luther durchgeführte Zurückführung zur apostolischen Religion Christi ?

    Der Papst Leo XIII. hat schon als Bischof von Perugia die Reformation als Mutter alles Schlechten, als moralische Pest bezeichnet. – In einem Erlaß vom 3. 12. 1880 hat er als Papst von den protestantischen Missionaren gesagt, dass sie sich bemühten, „die Herrschaft des Fürsten der Finsternis auszubreiten“, d.h. mit anderen Worten, sie seien Apostel des Teufels, weil die protestantischen Missionare die Lehre der Heiligen Schrift, statt päpstliche Menschensatzungen verbreiten. – 
Im Jahre 1881 wurde die Reformation wiederum von ihm als Wurzel des Sozialismus, Kommunismus und Nihilismus verleumdet, somit sind die protestantischen Bischöfe mit ihrem Staatsoberhaupt, weil zugleich Haupt der deutschen Kirche, nämlich der deutsche Kaiser: Sozialisten, Kommunarden und Nihilisten! Herrliche Blüten römischer Sophisterei !

  
Götter

      Jehova sprach zu den Menschen: Götter seid ihr, und Söhne des Höchsten ihr alle. (Ps. 82, 6)

   Ich Jesus antwortete den Juden: Steht in eurem Gesetz nicht geschrieben: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? – 
Wenn Jehova sie Götter nannte, an welche der Ausspruch Gottes erging, und die Schrift doch nicht verworfen werden kann; wie könnt ihr denn sagen zu Dem, Den der Vater geweiht und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott! Weil Ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
(Joh. 10, 34-36)

   Diese Aussage, dass Menschen Götter sind, ist wohl ganz richtig, aber sie müssen als Kinder eines Gottes göttlich leben und handeln; so lange aber die Menschen höllisch leben und handeln, sind sie zu Höllengeistern gewordene „verlorene Söhne und Töchter Gottes.“

   Freilich sind sie noch immer Götter aber böse, die man Teufel nennt, altgr. „dia bolus“ und das heißt zu deutsch „böser Gott“, dessen Wohnung nicht der Himmel, sondern die Hölle ist. Solche Höllenbewohner aber sind heutzutage mit wenig Ausnahmen alle Menschen, weil sie eben böse sind und nicht gut. Die Erde ist eine Wohnung der Höllenbewohner geworden, die alle nicht das Wort Gottes erfüllen, sondern gegen dasselbe leben und handeln.

   Nach dem Römischen Katechismus Pars II. Cap. VII. Quaestio 2. steht jeder Priester der römischen Kirche sei so hoch über alle anderen Menschen, dass er ein Gott genannt wird, der des unsterblichen Gottes Kraft und Majestät bei uns inne hat. – Da aber der Wortlaut dieser hochmütigen Lehre so bedeutungsvoll ist, gebe ich sie wörtlich samt der Übersetzung mit: 

Cum Episcopi et Sacerdotes tamquam Die interpretes et internuncii quidam sint, qui ejus nomine divinam legem et vitae praecepta homines edocent, et ipsius Die perdonam in terris gerunt; perpiscuum est, eam esse illorum functionem, qua nulla major excogitari possit, quare merito non solum angeli sed etiam, quod Die immortalis vim et numen apud nos teneant, appellantur. Potestatis enim, quae illis collata est, humanam quoque rationem atque intelligentiam superat; nedum ei aliquid par, et simile in terris inveniri queat. Cat. Rom. P.II. Cap. VII Qu. 2.

Da die Bischöfe und Priester gleichsam die Dolmetscher und Botschafter Gottes sind, die in Seinem Namen die Menschen im göttlichen Gesetze und in den Vorschriften des Lebens unterrichten und die Person Gottes selbst auf Erden vertreten, so ist klar, dass ihr Amt ein solches sei, wie es nicht erhabener gedacht werden kann. Deswegen werden sie mit Recht nicht nur Engel, sondern auch Götter genannt, weil sie des unsterblichen Gottes Kraft und Majestät bei sich inne haben. Denn die Macht, welche ihnen übertragen ist, übersteigt die menschliche Vernunft und Intelligenz; geschweige, dass ihr auf Erden irgendetwas gleich oder ähnlich befunden werden könne.

    Dieser Aufklärung zufolge stellt sich die römische Priesterschaft zu lauter Göttern auf, welche mit göttlicher Kraft, Majestät, Vernunft und Intelligenz begabt, hoch über der Würde der Menschen stehen, da ihnen in diesem Falle nichts gleichen kann.

   Über diesen Göttern stehen die Bischöfe, die als Obergötter fungierend, auch höher mit „Hochwürdigste“ tituliert werden. Sie werden die pastores ovium das heißt: die „Hirten der Schafe“, oder die Herren derer genannt, die wie Schafe stillzuschweigen und zu folgen haben. (Cat. rom. Pars II, cap. VII. questio 24)

  Über diesen Göttern steht der unfehlbare Obergott „Papst“ seit dem 18.7.1870 als solcher proklamiert, weil er unfehlbar ist, wenn er von seinem Lehrstuhl aus spricht. Er als Obergott bestätigte auch all die Verfluchungen der Konzile.

   Wenn der Papst ein Konzilium zusammen beruft, so nennen sich die versammelten „Götter“: „eine hochheilige, im heiligen Geiste zusammengekommene Versammlung.“ In jedem solchen Konzil stecken sie etwas Neues auf, was gegen Meine reine Lehre verstößt, aber wer wird diesen Rittern im schwarzen Rock entgegentreten? Denn sie sind voll des römischen Geistes! Daher: statt zu segnen, fluchen sie; statt die Seelen durch die rechte Christuslehre für den Himmel zu gewinnen, stellen sie hab-, ehr- und herrschsüchtige Menschensatzungen auf, und verfluchen alle in die Hölle, welche diese, bloß für ihre Vorteile aufgestellten Satzungen nicht glauben wollen. Allein das Tridenter Konzil, vom Jahre 1545-1563 tagend, enthält 113 Verfluchungen gegen diejenigen Christen, welche den widerchristlichen Beschlüssen der damals versammelten Bischöfe sich nicht unterwerfen wollten.

   Da Ich Christus euer Geist und euer Leben nach Apostel Paul an die Korinter, Römer und Galater in euch bin, daher wird mit jedem solchen antichristlichen Fluch, der über euch, als Christusgläubigen ausgesprochen wird, in erster Reihe Ich Jesus Christus, euer Gott und Vater – in die Hölle verflucht; und alle Priester, alle Vollstrecker der Synodal-Beschlüsse sind die untergebenen der über die Synodal-Beschlüsse wachenden Bischöfe.

   Nach Moses Lehre, nach dem ersten Gebote Gottes heißt es: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben Mir haben, (II. Mos. 20, 2. 3) gibt es nur einen Gott als heiligen Vater (Joh. 17, 11) Dagegen nach der Lehre der römischen Kirche über 260 Päpste als Hauptgötter; viele tausende Kardinäle, Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe, die bis heute gelebt, als Obergötter der Kirche, und Millionen Priester als Götter, wie sie sich selber nennen, oder „Halbgötter“ wie Ich sie nenne.

  
Die vielen Götter und Halbgötter

    Die Geistlichen lehren euch, dass der „Hochwürdigste“ im Tabernackel wohnt, und doch titulieren sie rücksichtslos dessen, auch den Domprobst, Bischof und Erzbischof „Hochwürdigster“, wie Gott selbst.

   Und wie es einst neben Götter auch Halbgötter gab, also gibt es auch heutzutage neben „Hochwürdigsten“ auch „Hochwürdige“, und letzteren Titel führt ein jeder römische Priester.

  
Hirtenstab, Bischofsstab und Bischofsanzug.

 Diktat am 5.2.1898 durch Franz Schumi

    Ich sagte Meinen Jüngern: Nehmt keinen Stab (des Ansehens) mit (Luk. 9,3). Und so geschah es auch. Was tun aber die aus den einfachen Urchristengemeinden sich entwickelten Aufseher (oder Bischöfe)? Denn epi-scopus bedeutet „Auf-seher“ oder „Über-seher“. Sie haben einen Ehrenstab von Gold glänzend als Zeichen ihrer Würde, während die ersten von Aposteln aufgestellter Bischöfe nichts besser waren, als die anderen Brüder der Christengemeinde. Ihr Anzug war gleich allen anderen Menschen, denn sie mussten achtbare Familienväter sein und von Eigenem leben. Schaut aber die heutigen Bischöfe mit ihren von den Heidenpriestern nachgeahmten verbrämten Kleidern, Bischofskappen usw. und es wird euch bald klar sein, dass sie nicht nach dem Sinn, wie die Apostel, die Urchristengemeinde-Aufseher aufgestellt haben, sind, und daher auch ein Geist in ihnen wehen muß, wie ihre selbst geschaffene, von Gottesdienern abweichende Stellung und Bekleidung dartut.

  
In der römisch-katholischen Kirche ist alles heilig.

    Als alle Amtsverrichtungen: Messe, Beichte, Kommunion, Taufe, Firmung, Prozession, dann Konzilien, Offizien, ja sogar die Bannstrahlen und Totenknochen (Reliquien), aus Wachs, Holz usw., nachgemachte Leiber von frommen Christen; ferner die zur Amtshandlung gehörigen Kleider, Apparate usw. sind heilig, die Kirche ist heilig als Braut Gottes (!) und der Papst trägt sogar den Titel, der allein Gott zusteht, indem er den Titel „heiliger Vater“ führt, während sonst niemand weder im Himmel noch auf der Erde heilig und Vater ist als Gott allein! (Offbg. 15,4; Matth. 13, 9; ChtS 41, 1) Man hat sich dadurch mit vollständig göttlichem Heiligkeits-Nimbus umgeben, - und sich, Gottes Vorrechte angemaßt zu gebrauchen??!

  
Größenwahn der römischen Priester.

    Im Jahre 1896 sagte mir (Franz Schumi) ein römisch-katolischer Priester: „Die ganze Menschheit repräsentiert nicht den Wert eines Priesters!“ Seinen schwarzen Talar benannte er: „Hochheiliges Priesterkleid“.-

   Man schütte aber mit dem Badewasser nicht auch das Kind aus! D.h. mit anderen Worten: Man verwerfe Meine reine göttliche Lehre wegen den unchristlichen Menschensatzungen der römischen Päpste nicht, sondern man behalte das Gute biblisch Erwiesene, und verwerfe nur das, was unchristlich und nur zum Erwerb von Geld, Ehre und Herrschaft der Priesterschaft aufgestellt wurde – aber durch die Bibel nicht als apostolisch erwiesen dasteht.

 
Der heilige Vater

   Die Bedeutung des Wortes „heilig“ ist eine unendlich erhabene, irdisch unerreichbare, den Menschen bisher zu weit entfernte, um sie zu fassen. Niemand ist heilig als Gott allein! Heißt es in der Offenbarung Johannes 15,4; was gleichbedeutend für „gut“ d.i. „heilig“, „unfehlbar“ oder krystallrein“ ist. (vgl. Matth. 19, 17)  Und dies in Bezug Meiner Liebe als Vater der Schöpfung, als Weisheit (Sohn) in Bezug der wunderbarsten Vollendung der unzähligen Gedankenformen und ihrer allweisen Bestimmung und schließlich in Bezug auf die unnahbare Allmacht, durch welche die durch die Liebe und Weisheit geformte Ordnung ins Leben gerufen wurde. Die slavische Sprache hat für „heilig“ den Ausdruck „svati“, sveti“ aus svanta sanskritisch, und dieser Ausdruck bedeutet zugleich hell, licht; verbindet ihr diese Bezeichnung mit dem Sinn des Allerhöchsten, was ihr unter der Heiligkeit der göttlichen Liebe, Weisheit und Allmacht, oder der heiligen Dreieinigkeit versteht, so findet ihr in diesem „heilig“, welches nur Gott allein gebührt – da es nur für die göttlichen unerreichbaren, unnahbaren und unendlichen Potenzen, die ein verzehrendes allmächtiges Feuer (2. Mos. 24, 17; - 33, 20; - 5. Mos. 4, 24) darstellen, gebraucht werden kann, und darf, dass es ein Ausdruck ist, welchen ihr schwache Menschen nicht einmal fassen könnt, weil es der Abglanz der Eigenschaft der göttlichen Dreieinigkeit ist, welche in allem unerforschlich und unendlich ist. Und so wie ihr die Gottheit in ihrem Ursinn nicht fassen könnt, so könnt ihr auch die grundtiefe Vollkommenheit ihrer Eigenschaften, die als heilig bezeichnet werden, nicht fassen. Wer daher aus eigener Machtvollkommenheit Sonnen- und Sternen-Welten erschaffen kann, oder sie schon hat, Der ist heilig !

 
Der Name „Papst“

    Der Name Papst ist eines griechisch-deutschen Ursprungs. Griechisch pappas bedeutete Vater, daraus hat der Slovene das Wort Papez. Das deutsche Wort Papst kommt durch Anstückelung eines t im Auslaut, welches von der leichteren Laut-Verschiebung an einigen Hauptwörtern ein t anfügte, welches im Althochdeutschen nicht bestand, z.B. vergleiche cupmanascapi jetzt Kaufmannschaft, und so ist aus pappaspaps(t) geworden. Ursprünglich war pappas (gotisch=ahd. Ato d.h. „Vater), ein Ehrentitel eines jeden Bischofs; griechisch nannte man sie epi-scopus= Auf-seher (der Gemeinde). Der Orthodoxe nennt den Geistlichen popa von papa italisch „Vater“, - Daß diese Bezeichnung trotz Paulus (1.Kor. 4, 15) falsch ist, erseht ihr aus Matthäus 23, 9.

   
Papst als Träger des nur Gott allein zustehenden und „Gott“ bezeichnenden Titels: Heiliger Vater.

    Es steht schon bei Samuel (1. Kor. 4, 15) geschrieben: „Es ist niemand „heilig“ als Jehova, ja, außer Dir ist keiner (heilig).“ – 

In der römisch-katholischen Bibel von Dr. Leander van Eß steht es gedruckt. „Herr Gott! Alleinherrscher, du König der Völker …. Du allein bist heilig!“ So nämlich hörte Johannes die seligen Sieger im Himmel Gott die Ehre gebend singen. (Offenbg. Joh. 15, 3. 4 -)

Der Prophet Maleachias  (445 Jahre vor Christi) sagte: Haben wir nicht einen Gott, der uns geschaffen hat? Ist nicht Er ein Vater uns (Maleachias 2, 10) allen? – 

Und Ich, als Gott Vater Selbst – befahl Meinen Jüngern: „Ihr sollt keinen von euch auf Erden Vater nennen; denn nur Einer ist euer (geistiger) Vater, der im Himmel ist.“ (Matth. 23, 9)

   Der Titel (geistiger Menschen- oder Seelen-)Vater gebührt nur Mir Gott allein; denn nur Ich bin der Schöpfer der Seele, was dasselbe als „Vater“ bedeutet, und die Seele ist durch Meinen „heiligen“ Willen Formerin des Menschenleibes aus den Samen und Blut der irdischen Eltern. Die Geister in spiritistischen Kreisen erzählen, dass im Geisterreich bei Erwachsenen statt der Bezeichnung: Vater, Mutter und Kind, „Bruder“ und „Schwester“ gegenseitig zu sagen üblich ist, dasselbe sage Ich Jesus in christlich-theosophischen Büchern, und daher sagte Ich zu Meinen Jüngern: Ihr alle seid Brüder untereinander. 
(Matth. 23, 8)
Weil Ich durch den Geist und die Seele der eigentliche Vater und Schöpfer des Kindes bin, daher ist es begreiflich, dass der Mensch ohne den Geist Gottes im Herzen der Seele, weder leben, noch denken, noch sehen, noch hören, noch riechen könnte, weil alle diese Sinne vom Gottesgeiste in euch, der Seele zuteil sind – und daraus ist es ersichtlich, dass ihr bloß einen einzigen Vater in der ganzen Unendlichkeit habt;  dadurch aber seid ihr Brüder und Schwestern untereinander und Werkzeuge und Kinder dieses heiligen himmlischen Vaters.

   Nach Meiner Lehre bedeutet „Heiliger Vater“ dasselbe wie „Gott“ und trotz Meines direkten Verbotes, dass man niemanden soll auf Erden Vater nennen, noch weniger „heilig“ bezeichnen, denn „heilig“ bin Ich allein Ich als Gott (ChtS 41, 1), lässt sich der Papst mit dem Gott allein zustehenden Titel „Heiliger Vater“ titulieren, also wie Ich beim letzten Abendmahl Gott titulierte (Joh. 17, 11) – Seht! So vertauschten die übermütigen Menschen die Majestät des unvergänglichen Gottes mit dem Bilde des vergänglichen Menschen (Röm. 1, 23) und zogen die Heiligkeit Gottes in den Kot: „Heiliger Vater im neuen Jerusalem und heilige Vater in Rom“ sind doch zwei Götter und nicht ein Gott, wie es das erste Gebot Gottes zu glauben lehrt.

   Man hat im alten und neuen Testament die Bezeichnung „heilig“, „Heiliger“ und „Vater“ oft weltlich gebraucht, aber immer missbräuchlich gegen Meine göttliche Ordnung; denn bloß Einer kann der Höchste, der Heilige und der geistige Vater aller Menschen und Geister sein und nicht eine Unzahl Unberufener, und somit auch niemand als Mensch der „heilige Vater“ oder „Gott“ sein. Es ist das eine hochmütige Anmaßung, wie Ich, Jesus, in christlich-
theosophischen Büchern lehre, dass man den nur Gott allein zustehenden Titel gebraucht, weil „heiliger Vater“ ein Epithet oder Beiname für „Gott“ ist.

   Mit dem unpassenden Ausdruck „Heilige“ bezeichneten die Apostel in Ermangelung eines besseren Ausdruckes die „Geistesdiener“ oder Reinlebende, welche strikt nach Meiner Geisteslehre lebten und im Besitz göttlicher Geistesgaben und Gnaden (1. Kor. 12; - ChtS 73, 333) waren.

   Man kann wohl das Wort „heiligen“ d.h. „sich geistig reinigen“ gebrauchen, nicht aber die Bezeichnung „heilig“ und „Heiliger“ auf Menschen anwenden, weil diese Titulierung nur Gott allein zusteht, da Ich allein „heilig“ oder „krystallrein“ bin, was den Menschen zu werden erst nach einer unendlichen Ewigkeit von Millionen Jahren zu erreichen gelingen wird, um dann mit Mir vereint Gott-Eins zu werden. Daraus mag jedem klar werden, welche grenzenlose Anmaßung es ist, sündhafte Menschen für „heilig“, was „gottgleich“ zu sein bedeutet, zu erklären und sie „Heiliger“, was soviel als „Gott“ bedeutet, zu titulieren.

   Bei den Juden wurde Jehova als Heiliger genannt, wie folgende Zitate dartun:
Ich bin der Herr, dein Gott, der „Heilige“ in Israel, dein König
(Jesaia 43, 15). – 
Ich bin Gott und nicht ein Mensch, und bin der „Heilige“ unter dir.
(Hosea 11, 9) -
Du Herr, mein Gott, mein „Heiliger“, der Du von Ewigkeit Herr bist. (Hab. 1, 12) 

Weil Sich Gott Selbst als „Heiliger“ bezeichnet, (der Ort, wo die Bundeslade mit den zehn Geboten Gottes war, wurde von Moses das Heilige genannt. 2. Mos. 26, 33) daher erwächst die Frage: Wie kommen sündige Menschen dazu, neben diesen alleinigen Heiligen aus sündhaften Verstorbenen „Heilige“ oder Götter zu machen ?! – Soll das der Kulminationspunkt der selbst erschaffnen Statthalterschaft Christis sein: Selbst Gottes Titel zu führen und neue Götter zu erschaffen, wo es doch in Meiner Lehre heißt: Der Größte soll der Demütigste und Diener aller sein! (Matth. 23, 11.12)

   Religiöse Formalitäten, Heiligkeitstitel, welche die Menschen einander verleihen, sind Symptome des religiösen Verfalles. Gott allein ist heilig. Wahre Religion besteht in der Heiligkeit der Gedanken und Handlungen des Lebens.

 
Die Unfehlbarkeit

      Es ist bestimmt, Gott allein ist wahrhaftig. (Röm. 3, 4) Er ist die Wahrheit; (Joh. 14,6) alle Menschen aber sind Lügner (Ps. 116, 11), wenn ihre Worte nicht aus Gott sind. (inneres oder prophetisches Wort: 2. Petri 1, 19; - Paulus: Gal. 1, 11. 12)

   Die römische Kirche hat angefangen bereits im sechsten Jahrhundert, dahin sich zu äußern, dass sie „unfehlbar“ ist, doch fand diese Äußerung keine öffentliche Bestätigung, weil die römischen Bischöfe noch zu stark unter der Staatsgewalt untertan waren. Nach und nach wuchs den Bischöfen von Rom der Hochmut der Alleinherrschaft, der Unabhängigkeit, welche sie mit wechselndem Glück in ihrem Gebaren gegen die Fürsten und Völker verfochten. Allein es gab hin und wieder einen Papst darunter, der nicht so fest diese Ideen verfocht, während er aber doch Bullen veröffentlichte, welche die ganze Gewalt eines Gewalthabers über Leben und Tod der Fürsten und ganzer Völker darstellten und tatsächlich auch in der Ausübung diese hochmütigen Ansichten als maßgebend wirkten. Diese Aufklärung findet ihre Bestätigung in den verschiedensten Zeiten durch maßloses Auftreten der Päpste gegen Fürsten und Völker durch Gewaltherrschaft aller Art, Kirchenstrafen, Folterungen, Bannstrahlen und Scheiterhaufen gegen unschuldige Opfer, welche das römische Ketzertum  nicht mundete und den Glauben nach Meiner Lehre, wie sie Meine Jünger aufgezeichnet haben, vorzogen.

   Die Geschichte erzählt euch grässliche Blut- und Greueltaten, welche diese Wölfe in Schafpelzen als in Meinem Namen ausübten, während es doch im Namen des Antichristen, des Satans der fleischlichen Selbstsucht der Päpste geschah. Dies ging mit wechselndem Glücke vorwärts nach Maß der geistigen Selbständigkeit der Fürsten und ihrer Untertanen bis in unsere Zeiten.

   Der alte Nimbus ist zwar noch stark vorherrschend, aber die Weltmacht der Päpste über die Fürsten und ihre Untertanen ist nach und nach lahm gelegt worden und es sind nur noch die Geschichtsbücher, welche vom Greuel der Verwüstung im Tempel Gottes unter der Herrschaft des neutestamentlichen Pharisäertums in Rom berichten. Nach dieser Einleitung kommen wir zu geschichtlichen Tatsachen.

  
Obergewalt und Unfehlbarkeit.

 Vom Jahre 858 – 868 regierte Papst Nikolaus I. und dieser wagte es zuerst zu behaupten, dass ihm „nach Gottes Willen“ die oberste Gewalt auf Erden – auch über Kaiser und Könige gebühre, während bis dahin die römischen Bischöfe, vulgo „Päpste“, den Kaisern stets Untertaneneid (nach Matth. 22, 21) zu leisten hatten.

   Die Frechheit Nikolaus I. empörte selbst viele seiner geistlichen Kollegen und die Erzbischöfe Teutgaud von Trier und Günter von Köln sagten ihm ihre Meinung  in folgender Weise: „Du bist ein Wolf unter den Schafen; du handelst gegen deine Mitbischöfe nicht wie ein Vater, sondern wie ein Jupiter (eigentlich Usurpator der dir nicht zustehenden Rechte). Du nennst Dich ein Knecht der Knechte (servus servorum) und spielst den Herren der Herren. Du bist eine Wespe; aber glaubst du, dass du alles tun dürfest, was dir beliebt? Wir kennen dich und deine Stimme nicht und fürchten deinen Donner nicht. Die Stadt Gottes, deren Bürger wir alle sind, ist größer als das Babylon (Rom ; Patuzzi 327 u.a; Offenbg. 17, 1. 18, und 18, 10 ), das sich rühmt, „ewig“ zu sein, und sich brüstet: „nie irren zu können“.  

   Aus diesem erseht ihr, auf welche Art die Gewaltherrschaft der Päpste in geistlicher und weltlicher Richtung sich empor zu arbeiten und Meine geistige Liebeherrschaft unter allen Menschen als eine Brüderfamilie (Matth. 23, 8) mit Füßen zu treten anfing, und das Dogma der Unfehlbarkeit (was eine Gotteseigenschaft ist, da kein Mensch im Fleischleben unfehlbar (gleich gut und heilig)) ist, schon mit dreister Behauptung verfocht.

  
Die Lehre von der Unfehlbarkeit der Päpste.

    Die Lehre von der Unfehlbarkeit der Päpste hat bereits das unfehlbare Konzil von Florenz aufgeworfen, welche dann auf dem Tridenter Konzil der Jesuit Lainez am 20.10.1562, also zur Zeit des Streites der römischen mit der sich ausbreitenden protestantischen Kirche mit folgender Begründung öffentlich beantragt:

   „Der Papst ist“, sagte er, „von Petrus angefangen bis in alle Ewigkeit, einziger wahrer und unbeschränkter Monarch in der Kirche, über welche er vollständige Macht und Herrschaft ausübt, und welche ihm ebenso, wie Christo, dem Herrn, unterworfen ist. Christus hat dem Petrus das Vorrecht der Unfehlbarkeit in seinen Urteilen über den Glauben, über die Sitten und überhaupt über die ganze Religion erteilt und die Kirche verpflichtet, ihn anzuhören und alle seine Aussprüche fest zu glauben. Dieses ist der Grund des christlichen Glaubens und der Fels, auf welchem die Kirche gebaut worden ist durch Christi Wort: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich Meine Kirche bauen. Wenn es heißt, dass die Kirche unfehlbar ist, so ist es nur, weil der Papst es ist.“

Wenn das Konzil ein Urteil spricht, so geschieht dies Kraft der Gewalt, die der Papst von Gott und das Konzil vom Papst hat. Diese Gründe haben die größten Theologen bewogen, zu behaupten, dass jedes Konzil unter der Gewalt und dem Ansehen des Papstes stehe, ohne welchen es weder den Beistand des Heiligen Geistes, noch die Unfehlbarkeit, noch Macht habe, die Kirche zu verbinden. Diese Macht hat das Konzil einzig von dem, zu welchem Christus gesagt hat: „Weide Meine Schafe!“ – Diese Begründung findet man bei Sarpi VII. K. 20, deutlich von Rambach V. S. 106.

  „Auf dem Tridenter Konzil fand diese Lehre aber keine Zustimmung und wurde verworfen. Der Erzbischof von Paris erklärte damals, dies sei eine Lehre, welche aus dem Reiche Gottes eine weltliche Tyrannei, aus der Braut des Herrn eine der Prostitution eines einzigen Menschen preisgegebene Sklavin mache“. (Graßmann, Christen und Antichristen S. 25)

    Die römische Kirche baut ihre Irrlehre von der Unfehlbarkeit des päpstlichen Ausspruches in Glaubenssachen, welche der Kulminationspunkt der frechen Anmaßung menschlicher Schwäche und die Krone auf die Dummheit päpstlicher Dogmen gegen Meine göttliche Heiligkeit ist, auf folgende Bibelstellen:

Mathäus 16, 15 – 19;

15.      Als Ich Jesus Meine Jünger in der so genannten Felsenrede fragte:  „Wer saget denn ihr, dass Ich bin?
16.       Da antwortete Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.
17.       Und Ich antwortete  und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern Mein Vater im Himmel.
18.       Und Ich sage dir auch: du bist Petrus, (latinisiert aus griechisch patra, aramäisch kephas, woraus der Name „Fels“ „Felsner“ entstand) und auf diesen Felsen werde Ich Meine Gemeinde (meam ecclesiam) bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

   Der hier gemeinte „Fels“ bedeutet die Wahrheit im Glauben Petri; - ecclesia bedeutet griechisch-lateinisch keine gebaute Kirche, sondern die Gemeinschaft der Bekenner einer Glaubensverfassung, wie bereits erklärt wurde; - die Pforten der Hölle sind nicht etwa im Geisterreich, weil Himmel und Hölle im Herzen des Menschen sich befinden – sondern hier sind gemeint die bösen Begierden und Leidenschaften der weltlich gesinnten Menschheit, diese sind die Pforten der Hölle. Denn die Freude und Zufriedenheit des Herzens ist des Menschen Himmel; der Zorn, die Bosheit, der verzehrende Neid, der Hochmut, das Rachebrüten, also lauter böse Aufregungen des Herzens stellen aber die Hölle dar und die Worte dazu: denn die Hölle ist nirgends ein Raum außerhalb des Menschen.

 19.    Und Ich will dir des Himmelreiches Schlüssel geben; alles, was du auf Erden (an dein liebendes Herz) durch die hingebende geistige Belehrung in Meinem Namen binden wirst, soll auch im Himmel (Meiner Liebe) gebunden sein, und alles, was du auf Erden (von Glaubens Irrwahn) lösen wirst, soll auch im Himmel (der Menschenherzen, wo Ich wohne) los sein.

   Die Lösung der Verse geschah, wie Ich sie Meinem Schreiber zu lösen angab. Und da schaut wohl keine Unfehlbarkeit Petri heraus! Sondern es ist nur die geistige Anweisung, wie jeder Mensch leben und handeln muß, um geistige Schätze zu erwerben und einst von Mir die ewige Belohnung für seine Ausdauer zu bekommen.

   Die römischen Päpste in ihrer sinnlichen Weltlichkeit folgern ganz andere für ihre Selbstsucht dienende Vorteile heraus. Sie sagen: Da die Kirche unüberwindlich sei, so müsse auch Petrus als ihr Fels oder Grundpfeiler, mit anderen Worten als ihr sichtbares Oberhaupt unüberwindlich, seine Lehre also rein und unverfälscht und er unfehlbar sein, und diese Unfehlbarkeit müsse auch seinen Nachfolgern auf dem römischen Bischofstuhl, den Päpsten, zukommen. Daher der Titel „apostolischer Stuhl.“

   Simon Jonas´ Sohn von Bethsaida erhielt den Beinamen „Petrus“, „Kephas“ erst seit der Felsenrede nach Matthäus 16, 18. Man bezeichnete ihn dann gewöhnlich Simon Petrus, um den Unterschied zwischen Simon dem Eiferer (Zelotes) von Kana anzudeuten, der auch Mein Jünger und dann Apostel war.

    Die römischen Päpste berufen sich auf ihren, durch Lüge erworbenen ersten Papst Petrus, dass er ein Fels des festen Glaubens war, bedenken aber nicht, dass er Mich dreimal verleugnet und dass er noch sonst nicht immer nach Meiner Lehre sich betragen hat. Daher kann das Prädikat „Petrus“ nicht ihm direkt gelten, sondern dem Geiste Gottes in ihm, deshalb sagte Ich: Fleisch und Blut haben dir das nicht geoffenbart, sondern Mein Vater im Himmel (deines Herzens).

   Wie Fels geistig “Wahrheit“ bedeutet, so war Petrus nur der Träger der Wahrheit, die Wahrheit war Ich Selber, wie Ich Mich beim letzten Abendmahl bekundete, und daher sagte Ich, dass Ich auf diese Wahrheit (Jesus Christus) Meine Gemeinde aufbauen werde, nicht aber auf den Simon Jonas Sohn, weil er ebenso ein irrender Mensch war wie andere Menschen, wie ihr aus der Beleuchtung der Messe, Taufe usw. ersehen habt.

    Den zweiten Zeugen zur Unfehlbarkeitserklärung gab ab Lukas 22, 31, 32. Er sagt:
   31. Der Herr sprach zum Petrus: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, dass er euch möchte worfeln und sichten wie den Weizen.
   32. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrest, so stärke deine Brüder.

   In diesen zwei Versen ist nicht die geringste Spur einer Unfehlbarkeit Petri, im Gegenteil im Vers 31 wird im voraus die Verleugnung Petri im Hofe des Kaiphas, somit sein unfehlbar tiefer Fall durch die Blume angesagt, sowie die Flucht der übrigen bei der Gefangennahme und den Unglauben des Thomas, und im Vers 32 Mein tief durchbohrender Blick gemeldet, durch welchen Petrus sich wieder zu Mir bekehrte und seinen schrecklichen Fall bitterlich beweinte. Petrus ging dann unter der Menschenmenge immer mit und hat durch sein inneres Beschauen herausgefunden, dass alles so kommen musste, dass alles gut vollendet und der Herr von den Toten auferstehen wird; wie Ich ihnen in Meiner dreijährigen Lehramtszeit oft erwähnt hatte 
(1. Petri 5, 1; Ev. J. Ch. 11. Bd.). Er war dann bis zu Meiner Auferstehung der Stärker und Tröster der Mitbrüder.

    Zum Schluß noch der dritte Zeuge, auf welchen die Unfehlbarkeit des Papstes aufgebaut wurde:

Johannes 21, 15 -19.
   15. Als Ich nach der Auferstehung, am Ufer des Sees von Genezareth erschien und das Mahl mit den fischenden Jüngern Meiner Lehre gehalten hatte, sprach Ich zu Simon Petrus: Simon, Jonas´ Sohn, hast du Mich lieber, als Mich diese (deine Mitbrüder) lieb haben? Und Petrus antwortete Mir: Ja, Herr, Du weißt, dass ich Dich lieb habe. Und Ich sprach zu ihm: Weide Meine Lämmer !
   16. Ich frug ihn dann zum zweiten Mal: Simon Jonas´Sohn, hast du Mich lieb? Und Simon antwortete Ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich lieb habe. Darauf sprach Ich zu ihm: Weide meine Schafe !
   17. Ich frug nun zum dritten Mal: Simon Jonas´Sohn, hast du Mich lieb ? Da wurde Petrus traurig, dass Ich ihn zum dritten Mal fragte: Hast du Mich lieb? Er erinnerte sich auf seine dreimalige Verleugnung im Hofe des Kaiphas, auf welche diese Meine tiefeingreifende dreimalige Frage erfolgte, welche den Petrus zu Tränen rührte, daher sprach er in Trauer tiefgebeugt zu Mir: Herr ! Du weißt alle Dinge, Du weißt, dass ich Dich liebe. Nun sprach Ich endgültig zu ihm: Weide Meine Schafe !

   Auch der dritte Zeuge enthält nichts von der Unfehlbarkeit Petri,  auf die seine sich selbst zu Nachfolgern Petri aufgestellt habenden Päpste pochen könnten. Ihr habt hier leinen unfehlbaren Petrus, sondern einen sehr fehlbaren, gefallenen Sünder, dem Ich der Herr auf sein Herz klopfte und ihm wieder durch die Blume seine dreimalige Verleumdung ins Gedächtnis rief: 
Du Schwächling und Feigling, der du Mich garstig durch einen Meineid verleugnet hast – liebst du Mich nun endlich so, dass Ich Mich auf dich verlassen kann?! – 
Petrus war nämlich nach jenem Vorfall im Hofe des Kaiphas sehr traurig und tief gebeugt ob seiner großen Sünde, daher erfolgte diese Begegnung  am Ufer des Sees von Genezareth, um den Petrus wieder aufzurichten und zu kräftigen, ihn von seinen Zweifeln und Gewissensbissen zu erlösen und ihm als Zeugnis der Versöhnung und Sündentilgung das Weiden der Schafe d.h. das Bekehren und Leiten der Menschen angeraten. Daß darunter kein Primat, keine Unfehlbarkeit Petri herausschaut, wird aus dieser Aufklärung ersichtlich, und dass Petrus kein Oberhaupt der Apostel, sondern ihr gleichbürtiger Mitbruder war, ersehet ihr aus anderen hier gegebenen Aufklärungen.

    Als Petrus im Jahre 51 nach Antiochia kam, widersprach ihm Paulus, weil er ihn tadelnswert fand; denn es war eine Klage über Petrus gekommen, dass er mit den Heiden zusammen aß; als aber einige Bekehrten von Jakob nachkamen, zog er sich zurück und sonderte sich von den Heiden ab, aus Furcht vor den Beschnittenen (oder Judochristen).

   Weil durch dieses damals unerlaubte Betragen Petri auch die übrigen Juden und selbst der Jünger Barnabas zur Verstellung oder Heuchelei verleitet wurden, ersah Paul, dass sie nicht nach der Wahrheit des Evangeliums den geraden Weg wandelten, erbrannte in Eifer und sprach zu Kephas in Gegenwart aller Anwesenden: Wenn du, als Jude, nach heidnischer und nicht nach jüdischer Sitte lebst, warum zwingest du die Heiden nach jüdischer Sitte zu leben?

   Man sieht aus dieser Vorstellung und dem verdienten Putzer, dass Petrus so wenig unfehlbar war, wie bei der Szene, wo Ich ihm sagte: Gehe weg von Mir  Satan!  Du bist Mir zum Ärger, (Mark. 8, 33) als auch im Hofe des Kaiphas, wo Mich Petrus dreimal verleugnete. (Luk. 22, 34, 55 – 62)

 Weiteres zur "Unfehlbarkeit" im Video, ausgestrahlt vom ZDF unter dem Titel: "Imperium der Päpste"

 
Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.  (Matth. 28, 20)

   Die römische Priesterschaft gründet außerdem ihre Behauptung von der Unfehlbarkeit des Papstes besonders auf diesen Meinen Spruch und sagt: Jesus hat dieses Versprechen den Aposteln gemacht und wir sind die Nachfolger der Apostel, daher kann die Kirche, deren Repräsentanten, Statthalter und Nachfolger am Stuhle Petri der Papst ist, nie fehlen.

   Diese Behauptung entspricht der Wahrheit, dass der Heilige Geist bei der römischen Priesterschaft ist; aber Er ist auch in Gotteslästerern, Gaunern, Schurken, Dieben, Raubmördern, Gottesleugnern, Hurenkerlen und bei allerlei bösem Gesindel 
(1. Kor. 3, 16. 17; - 6, 19; -2. Kor. 6, 16; - 13, 5; Röm. 8, 11. – Gal. 2, 20; - 1. Joh. 5, 20; - Joh. 1. Kap.; - Matth. 10, 20), weil ohne den Heiligen Geist Gottes niemand leben, denken und sprechen könnte.

   Es kommt nicht auf den Geist, sondern auf die Befolgung des Wortes vom Heiligen Geiste Gottes in euch an, was die römische Priesterschaft ihren Gläubigen verschweigt, und sie so hinters Licht in die Finsternis des Irrglaubens führt. Übrigens offenbart sich der Heilige Geist nur demjenigen, der nach Meiner Lehre lebt; nicht aber dem, der gegen Meine Lehre eigene Menschensatzungen aufstellt, um damit die Leichtgläubigen für seine Selbstsucht auszubeuten.

  
Gab es eine Unfehlbarkeit Petri?

    Alle Apostel samt Petrus haben vom Jahre 33 bis 51 alle Heiden zuerst beschnitten und zu Juden gemacht und dann erst getauft, somit durch volle 18 Jahre eine zeremonielle Irrlehre gelehrt, die ihnen Paulus erst im Jahre 51 als unrichtig, aus der Glaubenslehre ausgeredet und ausgedonnert hat. (Galaterbrief, besonders Kap. 5, 1 – 4) Wo schaut da eine Unfehlbarkeit Petri heraus?!

   Die Taufe Petri und der Apostel war eine zeremonielle Irrlehre (ebenso Galeterbrief) und der Anlaß zu der fortlaufend vergrößernden Irrlehre in allen christlichen Kirchen, was das III. Heft, das über die Taufe handelt, klarlegt. Wo sieht man da von einer Unfehlbarkeit Petri etwas?

 
Die Verkündung der Unfehlbarkeit am 18.7.1870

    Durch die maulwurfsartige Arbeit der Jesuiten, dieser Krebsschäden der römischen Kirche, gelang es nach 308 Jahren den pharisäischen Sauerteig oder die Heuchelei des Lainez vom Jahre 1562 auszugären und die Unfehlbarkeit des Papstes am 18.7.1870 unter Kapitel 4 in folgende Form angenommen zu verkünden:

  „indem wir an der von Anbeginn des christlichen Glaubens überkommenen Überlieferung treu festhalten, lehren wir, mit Zustimmung des heiligen Konzils, zur Ehre Gottes unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion und zum Heile der christlichen Völker, und erklären es als einen von Gott geoffenbarten Glaubenssatz: dass der römische Papst, wenn er von seinem Lehrstuhle aus (ex cathedra) spricht, das heißt, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen, kraft seiner höchsten apostolischen Gewalt, eine von der gesamten Kirche festzuhaltende, den Glauben und die Sitten betreffende Lehre entscheidet, vermöge des „göttlichen, im heiligen Petrus“ ihm verheißenen Beistandes, jene Unfehlbarkeit besitzt, mit welcher der göttliche Erlöser seine Kirche in Entscheidung einer den Glauben oder Sitten betreffende Lehre ausgestattet wissen wollte; und dass daher solche Entscheidungen des römischen Papstes aus sich selbst, nicht aber erst durch die Zustimmung der Kirche, unabänderlich sind. So aber jemand dieser Unserer Entscheidung, was Gott verhüte, zu widersprechen wagen sollte: der sei verflucht.“

   Durch die am 18.7.1870 ausgesprochene Unfehlbarkeit des Papstes, ist die Krone auf die Dummheit und den Hochmut des Papsttums aufgesetzt worden. (ChtS. 41)

 Nun höret Mich, wen Ich für unfehlbar erklärte.

 Lukas 18, 18 – 20 erzählt:
   18. Als ein jüdischer reicher Jüngling zu Jesus sagte: „Guter“ Lehrer! Was muß ich tun, damit ich das ewige Leben erlange?
   19.  Da sprach Jesus sich verwundernd zu ihm: Was nennst du Mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein.
   20. Die Gebote kennst du … halte sie und du wirst zum ewigen Leben
(auch Matth. 19, 16. 17; Mark. 10, 17 -19.) gelangen.

   Ich antwortete dem reichen Jüngling geistig und bezeichnete Gott als „gut“, welches dasselbe als „heilig“ oder „unfehlbar“, (ChtS. 41) weil sündenfrei bedeutet.

   Und daher Meine Bezeichnung, dass nur Gott als allein „gut“, „heilig“ oder „unfehlbar“ ist. Gott allein ist die Wahrheit, (Röm. 3, 4. 7; Dan. 4, 34) weil Er „pure“ Liebe ist; (1.Joh. 4, 8. 16; - 1.Petri 4, 8; - Luk. 7, 47: ShtS 10 c, 24; - Spr. 10, 12) die Menschen aber sind Lügner; (Ps. 116, 11) denn sie leben und handeln nicht nach der göttlichen Liebe und Wahrheit, sondern nach ihrer Verstandesweisheit, welche die kalt berechnende Vernunft aus der Weisheit ist, die den Satan, also den Lügengeist im Menschen vorstellt.

  
Die Folgen der Unfehlbarkeits-Erklärung.

   Pius IX. machte durch die Erklärung, dass die Aussprüche des jeweiligen Papstes in Glaubenssachen unfehlbar sind, die Aussprüche seiner Vorgänger unfehlbar. Dadurch ist aber der römische Bischof Gregor I., der Große, unfehlbar, schon besonders, weil er hoch über Pius IX. und ähnlichen Päpsten steht; dieser aber hat diese Herrschsucht und diese Unfehlbarkeit für Wahnsinn, Gotteslästerung und Verleumdung des Herrn Christus erklärt. Daher sind nach dem Ausspruche Gregor I., des Großen, alle Päpste, die sich für unfehlbar halten, Wahnsinnige, Gotteslästerer und Verleugner Christi als Gott, der allein gut oder unfehlbar ist.

   Also reichte Pius IX. seinen Amtsvorgänger Gregor I. durch die Anerkennung dessen Ausspruches, den Gregor vor ca. 1300 Jahren getan, dass Päpste, die sich für unfehlbar halten, Gotteslästerer, Wahnsinnige und Verleugner Christi sind, die anerkennende Zustimmung und Freundschaftshand. –

   Aber die Geschichte widerlegt diese Lehre von der Unfehlbarkeit der Päpste auf die entschiedenste Weise, indem die Päpste wiederholt die widersprechendsten Lehren ausgesprochen haben. Ich Schumi, bringe hier eine Zusammenstellung der Unfehlbarkeitsfragen, die Graßmann zusammenstellte. Nämlich:

1.      Papst Julius I. (336 – 352) pflichtete der Glaubensmeinung des Athanasius vollkommen bei.

2.      Papst Liberius (358 – 366) verdammte die Lehrmeinung des Athanasius und schloß ihn von der Kirchengemeinschaft aus. – Wer war unfehlbar? Julius oder Liberius ?

3.      Papst Innocenz I. (403 -417) verdammte den Pelagius mit all seinen Anhängern.

4.      Papst Zosimus (417 – 418) hob dieses Verdammungsurteil auf und erklärte den Pelagius für rechtgläubig.

5.      Nachträglich verlangte Kaiser Theodosius, dass die Pelegianer als Ketzer verflucht werden, und Papst Zosimus belegte aus Respekt vor dem mächtigen kaiserlicher Willen die kurz zuvor für rechtgläubig Erklärten mit dem ewigen Bannfluche. – Wer von diesen Päpsten ist unfehlbar?

6.      Papst Julius I. (336 – 352) bestimmte: „Die gleichzeitige Austeilung des Brotes und des Weines ist göttlicher Befehl und apostolische Einsetzung.“

7.      Papst Leo der Große (440 – 463) befahl, alle aus der Kirche auszustoßen, welche den Leib Christi empfangen wollen, ohne zugleich den Wein als Sein Blut zu trinken.

8.      Papst Gelasius (492 – 496) erklärte alle, welche nur den heiligen Leib genießen, sich aber des Kelches enthalten wollen, für vollständige Ketzer.

9.      Vom 12. Jahrhundert an wurde von den Päpsten der Grundsatz aufgestellt, den Laien sei nur das Brot ohne Kelch zu reichen und diejenigen, welche den Empfang des Kelches noch beibehalten wollten, wurden in die tiefste Hölle verdammt und verflucht. - Wo ist da die Unfehlbarkeit? Ist sie bei den Päpsten, die das Abendmahl in beiderlei Gestalt wollten? Oder bei den gegnerischen Nachfolgern?

10. Papst Hormisdas (514 – 523) erklärte es für eine greuelhafte Behauptung, dass Einer aus der Dreieinigkeit gekreuzigt worden sei.

11. Papst Johann I. (532 – 535) und Papst Agapet (536 – 537) erklärten den Ausspruch des Papstes Hormisdas für gottlos und wahnsinnig. – Wer war unfehlbar? Dieser oder jener?

12. Papst Bonifaz  (530 – 532) hatte sich nicht bloß seines Nebenbuhlers um den päpstlichen Stuhl durch Mord entledigt, sondern er sprach noch über den Toten den Bannfluch aus.

13. Papst Agapet I. (532 – 536) erklärte diesen Bann aus gemeiner Rachsucht hervorgegangenen und daher nichtig und ließ den Bannfluch öffentlich in der Peterskirche verbrennen. – Welcher der zwei Väter war unfehlbar?

14. Papst Vigilius (538 – 555) erklärte in Übereinstimmung mit dem Ausspruche des Konzils von Chaledon die Schriften von drei Kirchenvätern für rechtgläubig.

15. Kaiser Justinian fand diese Schriften ketzerisch, und bestimmte denselben Papst zur Erklärung, dass sie äußerst ketzerisch seien. Der gute Papst schwor auf das feierlichste ihr Verdammung in der ganzen Christenheit auszusprechen.

16. Nachträglich wurde Vigilius wieder anderen Sinnes und behauptete zum zweiten Male die Rechtgläubigkeit der drei Kirchenväter.

17. Darob erbost, hielt ihm der Kaiser Justinian seinen Eid vor, und drohte mit der Absetzung. Und derselbe Papst widerrief  seinen Widerruf, und die drei frommen Väter wurden neuerdings in die unterste Hölle hinab verdammt und verflucht. – 
Wann war dieser Papst unfehlbar?

Papst Pelagius II. (577 – 590) suchte es zu rechtfertigen, dass auch ein Bischof irren könne und berief sich auf Apostel Petrus, der anfangs darauf bestanden hatte, dass alle Heiden, ehe sie getauft wurden, sich beschneiden lassen mussten (dass man also nur durch das Judentum zum Christentum gelangen könne), dann aber später durch Paulus überzeugt, diese irrige Meinung habe fallen (vgl. Dogma 1622: Apg. 11, 2 ff; Gal. 2, 11 f) lassen: Wenn nun ein römischer Bischof feierlich anerkennt, dass selbst Petrus nicht unfehlbar war, woher soll die Unfehlbarkeit bei seinen angeblichen Nachfolgern kommen? – 
Weil Petrus nachgab, so wäre  Paulus unfehlbar, Petrus aber fehlbar.

18. Papst Nikolaus IV. (1288 – 1292) stellte die Lehre von der Armut Christi aus einem Glaubensartikel fest.

19. Papst Johann XXII. (1316 – 1334), in genialer Erkenntnis der Unzweckmäßigkeit, dass sich Bischöfe und Päpste mit der Armut befassen sollten, erklärte diese Lehre (der Jesus Selber den Grund dazu gab: Matth. 8, 20; Luk. 9, 58) für gotteslästerlich und ketzerisch. – Welcher von diesen zwei Päpsten war unfehlbar?

20. Papst Johann XXII. (1316 – 1334) hat durch seine Bulle, welche die Hinrichtung aller Zauberer, sowie die Einziehung ihres Vermögens befahl, der Hexenverfolgung freie Bahn gebrochen.

21. Papst Innocenz VIII. (1484 – 1492) erließ am 5.12.1484 eine die Lehre vom Hexenwesen feststellende Bulle, worin unter anderem erklärt wird, dass die Hexen mit dem Teufel Unzucht treiben. Dass die Männer zum Beischlafe, Weiber zur Empfängnis unfähig machen, dass sie Menschen in Tiere verwandeln usw. Aus dieser Bulle ging der scheußliche Hexenhammer (malleus maleficarum) 1487 hervor, ein geistliches Gesetzbuch, dessen mildeste Strafe für Geständnisse (durch Folter) und Reuige lebenslänglicher Kerker war; alle anderen kamen auf den Scheiterhaufen.

 Wie furchtbar die Verfolgung wütete, kann man daraus entnehmen, dass ein einziger Ketzenrichter, Benedikt Carpzow (1650) sich rühmen konnte, 20 000 Todesurteile gegen Hexen und Hexer, darunter Kinder mit 10 bis 12 Jahren, gefällt zu haben. Der Hexenglaube, eines der furchtbarsten Brandmale, mit denen das römische Papsttum die Menschheit schändete, ist endlich gefallen, dank jener profanen Vernunft, die jetzt wie stets in Rom verflucht wird.                                    

Papst Pius IX. (1846 – 1878) steht für das Hexenwesen nicht mehr ein.   

War die Schar der Päpste vom Anfang des 14. bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts, welche durch die Dominikaner und vorzugsweise die Jesuiten hunderttausende von Hexen aufsuchen und lebendig verbrennen ließen (die eingezogenen Güter belohntenden  Spüreifer), dennoch unfehlbar!                                                              

22. Papst Johann XXII. (1316 – 1334) stellte den Lehrsatz auf, dass die Mutter Gottes, die Apostel und die Heiligen erst nach dem jüngsten Gericht zur Anschauung Gottes gelangen würden.

23. Diese  Lehre sagte der noch heute höchst einträglichen Spekulation der Geistlichkeit mit der Fürbitte der Heiligen nicht zu und der Papst wurde zur Verbesserung seines Außerachtlassens der wichtigsten, der geschäftlichen Seite des Glaubens vernachlässigt; er erklärte seinen früheren Ausspruch für falsch. - Welche seiner Erklärungen war unfehlbar?                                                           

24. Papst Sixtus V. (1585 – 1590) besorgte die unter dem Namen „Vulgata“ bekannte lateinische Bibelübersetzung und erklärte sie als die einzig Wahre und vollkommen Richtige.

25. Papst Clemens VIII. (1591 – 1605) ließ an dieser Übersetzung wesentliche Änderungen vornehmen. Bei welchem der beiden Päpste war die Unfehlbarkeit?

26. Papst Urban VIII. (1644) erließ die berüchtigte Bulle: In coena Domini, in der alle Ketzer in den allertiefsten Abgrund der Hölle verflucht werden.

27. Clemens XIV. (1769 – 1774). Eine Ausnahme der Päpste durch Toleranz und Intelligenz, hob diese Bulle auf.

28. Pius VII. (1800 – 1823) stellte sie wider her, und es werden ihr gemäß jetzt wieder in allen Kirchen am Gründonnerstag, zur Erweckung christlicher Liebe, alle Ketzer verflucht. – Wo ist die Unfehlbarkeit? Bei den verfluchenden Päpsten? Oder bei den Duldsamen?

29. Papst Urban VIII. (1623 – 1644) erließ eine Bulle, nach welcher kein Mensch dürfe in einer Kirche Tabak kauen und schnupfen.

30. Papst Innocenz XII. (1691 -1700) bedrohte jeden in der Kirche Schnupfenden gar mit dem großen Bannfluch.

31. Papst Benedictus XIII. (1723 – 1730) aber, ein Verehrer des Schnupfens, hob diese unfehlbaren Aussprüche auf  und gestattete auch während des Gottesdienstes jedem Liebhaber seine Prise. – Waren die tabakfeindlichen Päpste unfehlbar? Oder der Tabakfreundliche?

32. Papst Clemens XIV. (1769 – 1774) dekretierte durch seine Bulle vom 21.7.1778 den Orden der Jesuiten als gemeinschädlich und gegen das Christentum verstoßend und deshalb für immer und ewig abgeschafft.  (Kurze Zeit darauf starb dieser Papst an – Gift!)

33. Papst Pius VII. (1800- 1823) stellte durch seine Bulle vom 7.8.1814 diesen unheilvollsten aller Orden wieder her und zwar in Anbetracht der demselben eigenen Gelehrsamkeit, Sittlichkeit und Religiösität! – Welcher der zwei Päpste war unfehlbar ?

 „Fast alle Sätze neuerer Wissenschaft sind in neuerer Zeit von den Päpsten verdammt. Das Gesetz der Schwere, nach menschlicher (aber nicht göttlicher) Ansicht – die größte menschliche Entdeckung durch den Engländer Newton, durfte noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts auf keiner päpstlichen Einflusses zugänglichen Universität gelehrt werden. Ebenso gehörte die höchst wichtige Entdeckung vom Kreislaufe des Blutes zu den vom Papsttum die längste Zeit streng verpönten Lehren. Noch der Vorgänger des Papstes Pius IX. erklärte die Eisenbahnen für Werke des Teufels; und doch ließ seine Heiligkeit Pius IX. im eigenen Kirchenstaate solche Teufelswerke bauen und gestatte es, dass die Peterspfennig-Spender auf solchen Teufelswerken nach Rom kutschierten, und dass die hochwürdigsten Bischöfe zu ihrer Konzilfahrt dieser Teufelswerke sich bedienten.“

Bis da aus Graßmanns Schriften entnommen.

    Mit der Erklärung der Unfehlbarkeit des Papstes sind aber auch alle Kirchenversammlungen überflüssig geworden, weil nur ein einziger darunter unfehlbar ist, daher kann dieser einzige „Unfehlbare“ die vielen Fehlbaren nicht mehr um ihre Meinung fragen, wäre auch ganz unlogisch und widersprechend der gesunden Vernunft; denn Gott hat auch niemanden um Rat gefragt, als Er die Geister, die Welten und Adam erschuf.

   Und so handelt auch der Papst: er richtet, verflucht und verdammt (d.h. exkommuniziert) aus eigener Vollmacht, und das daher, weil er ganz geistesfinster ist; denn sonst würde er sich nach Gottes Geboten halten und nicht direkt dagegen (Luk. 6, 37; - Matth. 7, 1;- Jak. 2, 13; - Matth. 18, 21, 21; - 6, 14, 15) handeln.

   Weil Papst Pius IX., Leo XIII., Pius X. alle Canones, Bullen ihrer Vorgänger als vom Heiligen Geist herstammend, fortbestehen ließen, daher ist es ersichtlich, dass sie so tief in der Geistesfinsternis staken und Pius X. (Schumi-Zeit) noch steckt, wie ihre Vorgänger, da ja eben diese Canones und Bullen, die angeblich vom Heiligen Geist diktiert wurden, gegen die reine Jesu-Lehre gerichtet sind. Eben unter Pius IX. ist Meine Lehre vom Hände-Auflegen als eine Ärgernis erregende Ketzerei im Jahre 1856 erklärt worden. (Vgl. Willi Reichel, Heilmagnetismus 92- 93)

Ihr erseht aus der Geschichte der römischen Kirche, dass die Päpste sich schon seit je, - seit dem IX. Jahrhundert aber ausgesprochen als „unfehlbar“ hielten.

   Die Geschichte der Päpste lehrt euch in vielen Beispielen, dass sie Mich Christus für einen gewöhnlichen Menschen, aber keinen Gott betrachteten.

   Die Geschichte lehrt euch ferner, dass sie sich selbst als Gottheit betrachteten und mit den unschuldigen Opfern, welche nach Meiner Lehre leben wollten, ganz ungöttlich verfuhren.

   Sie ersannen die menschenfeindlichsten Gesetze und bezeichneten ihren antichristlichen – als den Heiligen Geist. Und dieser Heilige Geist war ein Geist, der nur richten, verfluchen, verdammen, mit Bannstrahlen, herumwerfen, Christlehre-Bekenner foltern und als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ. –

   Die Unfehlbarkeit des Papstes erscheint demnach bloß darin, dass die päpstliche Kirchenherrschaft schnurstracks gegen die Jesuslehre handelt. In dieser Rücksicht sind die Päpste bis zum heutigen Tage unfehlbar gewesen.

   Die Behauptung der römischen Päpste und ihrer Kirche oder der Priesterschaft, dass ihre Lehren und Gesetze vom Heiligen Geist inspiriert! – herstammen, ist eine offene Sünde wider den Heiligen Geist, weil sie wissentlich und absichtlich begangen wird! –

   Ich Jesus sprach: Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben. (Matth. 28, 18)

   Und die Päpste sagen auch, dass sie kraft „Bindens und Lösens“ alle Gewalt im Himmel und auf Erden besitzen; einen verfluchen oder verdammen oder ihm größere Seligkeit im Himmel einräumen können usw. usw. Wie ihr aus ChtS 73 und 77 ersehen habet, war Ich Jesus der inkarnierte Gott – und die Päpste spielen schon seit vielen Jahrhunderten die Rolle eines Gottes. – Denn ihre Tiara mit 3 Kronen bedeutet, dass sie die Gewalt im Himmel, auf der Erde und in der Hölle haben.

   Weil der Papst heilig sprechen kann, so ist er selbstverständlich Gott, da doch niemand sonst dieses Vorrecht besitzt, um wissen zu können, wer heilig oder unheilig ist.

   Die Priester sagen: Das Unfehlbarkeitsdogma bedeute, dass die Aussage des Papstes unfehlbar ist in allem, was er sagt und bestimmt. Damit sind sie endlich vor die Welt getreten und haben den Schleier gelüftet, wer der „heilige“ Geist ist, der in der römischen Kirche die „heiligen“ Canones, Bullen, Enciklen, Allocutionen und Sylaben diktiert und aus welchem „heiligen Vater“ er ausgeht, und warum kann und darf nichts widerrufen werden, was einmal von diesem „heiligen“ Geist so gewaltig gegen die Christuslehre diktiert worden ist.

   
Die geistigen Folgen der Heiligkeit und Unfehlbarkeit des Papstes.

1. Der Papst führt den Titel „heilig“ wie Gott. –
2. Er führt den Titel „Vater“ wie Gott. –
3. Er führt den Titel „heiliger Vater“ wie Ich Jesus Gott nannte. (Joh. 17, 11)
4. Weil „heiliger Vater“ nun Ich Jesus Christus Selber bin, (Jes. 9, 5; - Joh. 10, 30; 12, 45; 14,9) so wäre demnach der Papst der Gottvater Christus Selber!
5. Weil Christus nach Jesaja 9, 5: „Wunderbar“ (als Schöpfer), - "Rat" oder "Weisheit" des ewigen Vaters ist, (1. Kor. 1, 24) was soviel als Gottessohn in geistiger Entsprechung bedeutet, - ferner als "Kraft" oder "Allmacht" Gottes, was dasselbe als „Heilige Geist“ bedeutet, (Joh. 14, 26 mit Luk. 24, 49 und Apg. 2) ferner "Held" (göttlicher Tugenden und Eigenschaften), - dann der ewige Gottvater, - und "Friedensfürst" (des Herzenshimmels) und dieser der heilige Vater Selber ist, - dann ist der Papst als heiliger Vater auch die heilige Dreieinigkeit Gottes! -
6. Weil Jesus als Mensch – der Vermittler zwischen Gott und den Menschen ist, dann wäre der Papst auch dasselbe, weil er sich unter dem Titel „heiliger Vater“ als Gott Jesus Christus Jehova Zebaot vorstellt. -
7. Und da er sich selber für „heilig und unfehlbar“ (oder „gut“ nach Matth. 19, 17) erklärt, was nur Gott ist, so erklärt sich der Papst selber für Gott, - Gott aber dadurch zum Lügner.

 
 Geistes-Unterdrückung

    Nachfolgende Kirchengesetze Roms beanspruchen eure besondere Beachtung, sie lauten:
1.    Es ist klar, dass das päpstliche Urteil von niemandem verworfen werden darf. (Can. Patet Caus. XI. qu. 3.)
2.    Niemandem ist es erlaubt, die Beschlüsse des „apostolischen Stuhles“ zu übertreten. (Can. Nulli Caus. XXV. Qu. 1).
3.    Wenn jemand die Dogmen-Befehle, Verbote, Bestimmungen oder Beschlüsse „des apostolischen Stuhles“ verachtet, - den treffe der Bannfluch. (Caus. XXV. Qu. 2 Can. Si quis).

 
Diktat am 3.2.1898 durch Franz Schumi.

    Seht Meine Kinder, solche gewaltigen Kirchengesetze hat man verfasst, um den freien Geist, den Ich Meinen Kindern ins Herz legte, zu unterdrücken, denn damals war die Geistlichkeit so mächtig, dass der mindeste Widerspruch das Leben kostete. O du unseliges Mittelalter mit deinen Folterungen und Scheiterhaufen! Du hast bluten gemacht das Herz des Vaters, der zuschauen und nicht eingreifen durfte, denn das Eingreifen hätte das Leben aller in die Gefahr gebracht, weil wenn Ich strafe, so strafe Ich nicht sichtbar, sondern durch Naturereignisse, da muß schuldig und unschuldig mitleiden. Man hat Meinen in euch gelegten Geist unterdrückt, und wo Er sich regte, da wüteten sie wie die Barbaren mit Schwert, Folter und Feuer und forderten massenhafte Opfer zur Unterdrückung jedes freien Gedankens. Liebe Kinder, Ich will euch in diesem Buch nicht die Gräuel der Kirche in der Vergangenheit auftischen, sondern zurufen: Freut euch, dass ihr frei seid und bald noch freier werdet, denn der Vater hat schon die Zuchtrute in der Hand und weiß, wen Er strafen soll. Mein Segen sei mit euch, die ihr willig die Worte eures euch liebenden Vaters anhört, annehmet und dadurch handelt. Amen.

   
Christus ist der einzige Hohepriester des neuen Bundes   
(und nicht der Papst) 

   Christus als Hohepriester und Vermittler oder Mittler bezieht sich auf die Erlösung am Kreuze von der  Erbsünde, da Ich damit die Aussöhnung zwischen Vater und Kind vermittelte; auch die Bezeichnung Hohepriester nach Art Malchisedeks bedeutet dasselbe, weil Ich Mich am Kreuze für alle Menschen ein für alle Mal geopfert habe.

 
Christus ist der Hohepriester (nicht der Papst)

    Petrus schreibt vom 18. bis 25. April im Jahre 48 in Arimathäa den Hebräerbrief, worin er angibt, dass Ich, Jesus, aus dem Stamme Juda hervorging, aus welchem keiner ein Diener des Altars werden durfte, daher auch kein Opfer-Priesterstand mehr aufgestellt werde, weil Ich, Christus, ein für allemal Mich Selbst für die Sünden der Welt geopfert habe und dass Ich es bin, der ewig euer Hohepriester nach Art des Malchisedek bleibe

   Hebr. 3, 1: Nun denn herzensgereinigte Brüder, Mitgenossen des himmlischen Rufes, merkt auf Jesum, den Gesandten und Hohenpriester, zu welchem wir uns bekennen.

   Hebr. 4, 14: Wir haben einen erhabenen Hohenpriester, der (durch Sein Leiden für uns) die Himmel (der Gerechtigkeit) durchdrungen, Jesum, den Sohn Gottes …

   Hebr. 5, 5: Christus hat die Würde, Hohepriester zu werden, sich nicht Selber beigelegt, sondern Der hat sie Ihm zuerkannt, welcher zu Ihm gesagt hat: Mein Sohn bist du, Ich habe heute Dich (Ps. 2, 7) gezeugt!

   5. Wie er auch in einer anderen Stelle sagt: Du bist auf ewig Priester nach Art Malchisedeks. (Ps. 110, 4; - 1. Mos. 14, 19)

   Hebr. 7, 11: Wäre durch das levitische Priestertum – denn auf dieses waren die Gesetze des Volkes (daß dieses sie leite) begründet, - das Vollkommene erreicht worden, wozu wäre noch nötig gewesen, einen anderen Priester nach Art Malchisedeks auftreten, und ihn nicht nach Aarons Art nennen zu lassen?

   12. Denn mit der Veränderung des Priestertums geht ja notwendig auch mit dem Gesetze (des Priesteramtes) eine Veränderung vor.

   13. Auf welchen (Priester) nun aber damit gedeutet wird, der ist aus einem anderen Stamme, aus welchem Keiner ein Diener des Altars werden durfte.

   14. Denn es ist ja bekannt, dass unser Herr von Juda abstammt, für welchen Mann Moses in Ansehung des Priestertums nichts verordnet hat.

   15. Noch deutlicher aber erhellt es daraus, dass  ein anderer, dem Malchisedek ähnlicher Priester auftreten musste.

   16.  Der es nicht nach Vorschrift eines fleischlich-brechlichen Gesetzes, sondern vermöge der Kraft des unzerstörbaren Lebens geworden.

   17.   Denn so lautet das Zeugnis Gottes: Du bist auf ewig Priester nach der Art des Malchisedeks.

   18.  So wird denn das vorige Gesetz (durch welches Priester aufgestellt wurden), aufgehoben, wegen seiner Unwirksamkeit und Unbrauchbarkeit

   19.  Denn das Gesetz (wodurch Menschen zu Priestern aufgestellt wurden), (siehe Vers 11) brachte nichts zur Vollkommenheit; hingegen wird (durch Jesus Christus) eine bessere Hoffnung eingeführt, vermöge welcher wir uns (durch Jesum Christum) (Joh. 14, 6) Gott nahen dürfen.

   23.   Von jenen mussten mehrere Priester werden, weil der Tod sie unterbrach, fortwährend es zu bleiben;

   24.   Dieser aber, weil Er ewig bleibt, hat ein immerwährendes Priestertum.

   25. Daher kann Er auch vollständig diejenigen beseligen, welche durch Ihn zu Gott sich nahen, da Er ewig lebt, um sich ihrer anzunehmen.

   26.   Denn ein solcher Hohepriester war uns Bedürfnis, welcher heilig, schuldlos, Ohne Fehler, nicht aus der Zahl der Sünder wäre, und höher (und erhabener, mächtiger) als der Himmel;

   27. Der nicht wie jene Hohenpriester täglich nötig hätte, zuerst für seine eigenen und dann für des Volkes Sünden zu opfern; denn das tat Er ein für allemal, als Er Sich Selbst opferte.

   28.   Das Gesetz (Moses) machte nämlich schwache Menschen zu Hohenpriestern; aber jener, erst nach gegebenem Gesetze beschworene Ausspruch (Jehovas) den auf ewig vollendeten Sohn.

  
Über die Torheit des Kloster- und Einsiedlerlebens.

Ev. J. Ch. (Bd. 7, Kap. 156)

    Beispiel aus der Kriegsführung – die Verschanzung gegen den Feind. – Der Mensch soll in der Welt leben und den Mitmenschen dienen, und so sich üben in der Lebenskunst der Verleumdung. – Winke über die viel schwereren Versuchungen Jenseits der nicht reifen Seelen. – Die allgemeine große Gefahr der Seelen beim Folgen den Weltgelüsten.

    Nach einer Belehrung Jesus sagten die Pharisäer: Herr und Meister! Wir haben nun die Schwierigkeiten zur Erlangung der inneren Lebensvollendung, aber auch die endlosen Vorteile aus Deinem wahrhaft göttlichen Munde vernommen; die Schwierigkeiten haben uns nicht entmutigt, alles zu tun, was Du uns nur immer vorschreiben wirst! Sollen wir uns auch unter den größten Schmerzen körperlich verstümmeln, sind wir auch dazu vollernstlich bereit!

   Sagte Ich (Jesus); Oh, das wäre die größte Torheit! Denn wer einen Feind besiegen will, der muß sich ihm im offenen Felde entgegenstellen und sich nicht hinter allerlei Bollwerk verschanzen; denn so der Feind die Schanzen sieht, da steht er freilich auf eine Weile vom offenen Angriff ab, weil er erkennt, dass er also dem wohlverschanzten Gegner mit seiner Macht nicht gewachsen ist; aber er belagert den wohlverschanzten Gegner und zieht dann von allen Seiten Verstärkungen an sich. Wenn sich der Feind dann stark genug fühlt, so greift er den zwar noch immer wohlverschanzten Gegener an und besiegt ihn mit leichter Mühe.

   Aber Ich setze sogar den Fall, dass der Feind dem wohlverschanzten Gegner dennoch nichts hat anhaben können, so lange dieser innerhalb seiner starken Schanzen blieb; aber der Gegner  wird doch nicht ewig aus Furcht vor dem stärkeren Feinde innerhalb seiner Schanzen bleiben können; er wird endlich dieselben doch einmal verlassen müssen und betreten das offene Feld. Wie wird es ihm aber dann ergehen, so ihn der irgend geheim lauernde Feind angreifen wird ? Ich sage es euch, dieser zweite offene Kampf wird ihm dann um vieles beschwerlicher werden, als so er den Feind gleich das erste Mal offen angegriffen hätte!

    Der Mensch kann sich auf der Welt freilich von der Welt ganz abziehen gleich den Einsiedlern des Karmel und Sion, die da nicht ansehen ein Weib, und sich kümmerlich ernähren von Wurzeln, allerlei Beeren, wilden Honig und Johannesbrote; auch verschneiden sie sich des Reiches Gottes wegen, weil sie dann in keine Versuchung geraten können, in der sie irgend ein Gebot Mosis übertreten könnten; sie haben darum kein Eigentum, keine Eltern, keine Weiber und Kinder, haben selbst keine Männlichkeit; sie bewohnen wilde Bergschluchten, damit sie die Schönheit der üppigen Erdfluren nicht reizt, sie reden nicht miteinander, damit nicht jemandem ein Wort aus dem Munde fahre, das ihn oder seinen Nachbar ärgern könnte!

   Unter solchen höchst dummen Lebensabstraktionsverhältnissen und unter solchen Verwahrungen vor der Möglichkeit, eine Sünde zu begehen, halten sie freilich wohl die Gesetze Mosis; aber zu wessen Nutzen und Frommen? Ich sage es euch: Das nützt ihnen nichts und den anderen Menschen auch nichts!

   Denn Gott hat dem Menschen die verschiedenen Kräfte, Anlagen und Fähigkeiten nicht darum gegeben, dass er sie in irgend einer Klause als Einsiedler verschlafen soll, sondern dass er nach dem geoffenbarten Willen Gottes tätig sei, und dadurch sich und dem Nächsten nütze!

   Also hat Gott zu dem Menschen  niemals gesagt: Verstümmele und beschneide dich, auf dass dich das Fleisch des Weibes nicht reize, und du dich enthaltest von der Hurerei und vom Ehebruch! Sondern, Er hat zum Adam, als Er ihm das Weib gab, nur gesagt: Gehet hin, vermehret euch und bevölkert die Erde! Und bei Moses heißt es: Du sollst nicht Unzucht und Hurerei treiben, daher sollst du nicht begehren deines Nächsten Weibes, somit nicht ehebrechen!

   Der Mensch muß also in der Welt wirken, und freiwillig den bösen Verlockungen der Welt widerstreben; dadurch wird seine Seele stark, und die Kraft Gottes wird sie durchdringen! Aber durch ein Leben des Faultieres kommt kein Mensch je zum wahren ewigen Leben, das sich die höchste und vollendetste Tätigkeit in allen den zahllos vielen Lebensschichten und Sphären bedingt.

   Solche Menschen sündigen freilich so wenig, als irgend ein Stein sündigt, aber ist das etwa ein Verdienst für den Stein? 
Es wird aber die Seele ihren verstümmelten Leib ablegen müssen, was wird sie dann jenseits machen in ihrer vollsten Schwäche und gänzlichen Untätigkeit?

   Dort werden dann doch die Prüfungen aller Art über sie kommen, die sie zur vollen und wahren Lebenstätigkeit aneifern sollen und diese Prüfungen werden für die mit ihren diesirdischen Fähigkeiten ausgestatteten Seele ganz entsprechend dieselben sein, wie sie hier waren, aber für die pure Seele sicher notwendig stärker, als hier, weil jenseits das, was eine Seele denkt und will, auch schon wie in der Wirklichkeit sich vor sie hinstellt.

   Hier hat die Seele nur mit ihren unsichtbaren Gedanken und Ideen zu tun, die sie leichter bekämpfen und sich deren entschlagen kann; aber wo Gedanken und Ideen zu einer wohl sichtbaren Realität werden, frage, wie wird die schwache Seele da wohl ihre eigene geschaffene Welt bekämpfen? Wen hier der pure Gedanke z.B. an seines Nachbars schönes junge Weib schon mit allen brennenden Leidenschaften erfüllt, wie wird es ihm dann ergehen, so ihm der Gedanke an des Nachbarn Weib ganz seinen Wunsch und Willen in der vollsten, wenn schon nur scheinbaren Wirklichkeit vorstellen wird?

   Darum wird es drüben mit den Versuchungen wohl um Vieles schlimmer sich gestalten als hier, und was wird die Seele wohl geben können, um sich aus der harten Gefangenschaft ihrer eigenen bösen Leidenschaften zu befreien? Und doch wird sie drüben um gar Vieles selbsttätiger werden müssen, um sich aus dem Irrsal ihrer eigenen Gedanken, Ideen und Bilder zu befreien; denn bevor sie nicht zuerst selbst Hand ans Werk legen wird, wird ihr keine Hilfe durch irgend ein unvermitteltes Erbarmen Gottes oder irgend eines anderen Geistes zu Gute kommen, wie solches auch schon hier auf Erden zum größten Teil der Fall ist:

   Denn wer da Gott nicht ernstlich sucht, sondern ganz den Gelüsten der Welt nachgeht, der verliert Gott, und Gott wird ihm keine Zeichen geben, aus denen er erkennen könnte, wie tief und wie weit er schon von Gott abgewichen ist!?

   Erst wenn er aus eigenem Antrieb und Bedürfnis Gott wieder zu suchen anfangen wird, so wird Sich Gott auch ihm zu nahen anfangen und Sich vom Suchenden auch in so weit finden lassen, in wie weit es dem Suchenden ein wahrer Ernst ist, Gott zu suchen und zu erkennen.

   Darum ist es also mit der gewissen frommen Trägheit gar nichts; denn sie hat vor Mir keinen Lebenswert.

 
Das Klosterleben

Motto: Intra muros peccatur et extra.

    Schon zu Meiner Zeit gab es Einsiedler des Karmel und Sion. Im Jahre 200 nach Chr. Entstand das Einsiedler- und Mönchswesen in Ägypten. 348 hat man das Klosterleben als ein heiliges anerkannt.

   Nun wollen wir noch eine andere Prüfung vornehmen:

   Wo steht es im Neuen Testament, dass Ich Jesus den Aposteln und Jüngern gesagt hätte: Baut euch Klöster? Sperrt euch in Klöster ein? Zieht euch Ordenskleider an und bildet geschlossene Gesellschaften?

Ich Christus war so arm, dass Ich nicht einen Stein (als Mensch) Mein nennen könnte, viel weniger habe Ich einen Palast besessen. Sind die Klöster nicht die großartigsten Paläste? Sind nicht die Klostergüter die großartigsten Herrschaftsländereien gewesen und wo die Klöster noch bestehen – auch noch sind? Und wie ist es da mit der Nächstenliebe bestellt? Eine Riesenzahl von unbewohnten Zimmern stehen leer, aber nie wird da ein Armer umsonst oder gegen eine kleine angemessene Entgeltung Wohnung bekommen. Es ist diesen verlorenen Söhnen lieber, dass Ratten durch alle Zimmer laufen, als dass sie jemandem, der arm ist, eines zur Wohnung abtreten würden. – 
Bekommt ein Wanderbursch ein Bett in diesen riesengroßen Gebäuden? O nein! Der Rinderstall ist gut genug, wo überhaupt noch so viel Einsehen herrscht, aber noch das sind Ausnahmen. Das Kloster kennt keine oder sehr beschränkte Nächstenliebe, außer für die Leute aus verschiedenen Orden, denn alle Übrigen sind ihnen die Fremden. Was der Fremde im Kloster bekommt, ist ein Stück Brot oder magere Brotsuppe. Und dass sie das geben, ist die Ursache, damit sie nicht in der Welt verschrien werden als unbarmherzige Selbstfresser; denn eingesperrt, wo niemand beachten kann, da wird gut gegessen und getrunken und nichts gearbeitet und warum nicht? Sie haben es – aber auf Unkosten derer, die nichts haben und hungern. 
Aber was geht sie das an? Sie haben es und wissen den Heidenspruch „beati possidentes“ („Glückselig sind die Besitzenden“) gehörig ausnützen und das alles ad majorem Die gloriam, („Zur größeren Ehre Gottes“) der die Faulenzer und Gebetsschwindler gut leben lässt. Die Armen sollen fasten, beten, Geld für Gotteszwecke hergeben, aber nichts als Religionsbrocken dafür haben, während sie gut leben und über die Dummheit des Pöbels lachen, der sich von ihrer religiösen Heuchelei betören lässt.

   Was aber das Motto: „Es wird zwischen und außerhalb der Mauern gesündigt“ betrifft, da ließen sich aus den vergangenen Jahrhunderten solche haarsträubenden Sünden, Greueltaten und Verbrechen erzählen, die in den Klöstern begangen wurden, dass es besser ist, man erfahre nichts davon, weil es den grauenhaften Zeiten der Barbarei und Gottlosigkeit angehört. 
  

Meine Weherufe der Strafrede

    über die einstigen jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäer, deren Nachfolger im Begehen der gleichen und noch größeren Sünden die christlichen Priester seit anderthalb tausend Jahren her ist.

 
Erster Wehruf

 Nach Matthäus 23, 1 – 35, habe Ich zu den Juden und Meinen Jüngern folgende Wehrufe als Mahnungen zur Umkehr und Buße den Schriftgelehrten und Pharisäern des Tempels zu Jerusalem gesprochen, denen die heutigen Priester aufs Haar gleichen, in vielen Stücken aber hoch und weit übertreffen. Diese Wehrufe enthalten folgenden Inhalt und Sinn für die heutige Priesterwelt:

   Ich Jesus sagte: Die Schriftgelehrten und Pharisäer sitzen auf dem Lehrstuhle Mosis. (Matth. 23, 2) 
Dieses auf die heutige christliche Kirchenlehre angewendet lautet: Die Theologielehrer; Professoren, Doktoren und die Priester sitzen auf dem Lehrstuhl Christi; aber sie lehren ihre eigenen Menschensatzungen der Päpste und ihre falschen Bibelauslegungen nach dem totbringenden Buchstaben, weil sie keine Salbung oder Weihe des Heiligen Geistes haben.

    Ich sagte: Beobachtet und tuet daher alles, was sie euch lehren; nach ihren Handlungen aber richtet euch nicht; denn sie tun selbst nicht, was sie lehren. (Matth. 23, 3) 
Damals konnte Ich das noch sagen, denn sie haben noch die Lehre der Propheten vorgetragen; über die heutigen Lehren der römischen und protestantischen Priester kann Ich leider nicht raten, ihnen zu gehorchen, was sie lehren, weil sie nicht Meine reine Lehre, sondern ihre Dogmen und falsches Prophetentum lehren, das nicht in den Himmel, sondern in die Hölle führt. Darum glauben auch die meisten Priester im Herzen nicht, was sie mit aller Kraft lehren; denn es handelt sich bloß ums Brot, nicht aber, um darnach zu leben und zu handeln.

   Ich Jesus sagte: Ja, sie binden schwere und unerträgliche Lasten zusammen, und bürden sie auf der Leute Schultern; sie selbst aber rühren sie mit keinem Finger an (Matth. 23, 4) – 
Das bedeutet: Sie spielen den Herrn ohne jede Arbeit; die sie erhaltenden Bauern und Steuerträger müssen aber alles aufbieten, um das Geld oder die Naturalien herzuschaffen, damit ihre vermeintlichen „Diener Gottes“ wohl leben und sich gut mästen. Ja die Apostel lebten ganz anders. Die Anforderungen für Kirchenzwecke, Kirchenbauten und Missionen sind oft nahe unerschwinglich hoch, und doch muß geopfert werden! –

    Ich Jesus sagte: Alles, was sie tun, das tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden; sie machen sich breite Denkzettel und große Säume oder Quasten an ihren Kleidern (Matth. 23, 5)
  Um diesen Vers zu verstehen, so beobachte man die Handlungen, Zeremonien und Gebete der Priester und man wird diesen Vers erfüllt sehen; aber alles nur um Geld, Ehre und Herrschaft einzuheimsen. Die breiten Denkzettel sind kirchliche Ankündigungen an den Kirchentüren über Prozessionen, Gebete, Wallfahrten und sonstige kirchliche Kundmachungen in aller Art und Form. Die großen Quasten kann man besonders an großen Festtagen an den kirchlichen Gewändern der römischen Würdenträger sehen.

    Ich Jesus sagte: Bei den Mahlzeiten haben sie gerne die ersten Plätze, in den Synagogen den Vorsitz. (Matth. 23, 6) – Wer dürfte heutzutage einen Priester zum Hochzeitmahl oder zu einer Tafel einladen, ohne ihm den ersten Sitzplatz einzuräumen!? Wollen sie nicht in der Kirche und Schule, als christliche Synagoge, allein das Wort haben und herrschen? 
Tun sie nicht ihre Gläubigen mit falschen Lehren umgarnen, wie man dem Vogel im Käfig alle Freiheit benimmt, und wenn man ihn frei herum gehen lässt, ihm aber die Flügel so kurz abschneidet, dass er nicht mehr davon fliegen kann? Also steht es auch mit der Glaubens-Bücher-Zensur, da ja kein Gläubiger andere Bücher lesen darf als die, welche der Bischof erlaubt, wenn sie die Lehre anders ausdeuten, als sie der Priester lehrt.

   Ich Jesus sagte: Auf öffentlichen Gassen und Plätzen haben sie gerne, dass sie als Oberen gegrüßt und von den Menschen Herren genannt werden. (Matth. 23, 7) 
Die heutigen Priester erwarten den Gruß: „Guten Tag Hochwürden!“ Auf dem Lande lassen sie sich von Alt und Jung in höchster Hochachtung die Hand küssen!  Und guten Tag Herr Pfarrer oder Kaplan sagen, während sie doch nur Brüder zu allen und jedem Menschen sind. –

  
Zweiter Wehruf

    Nach dem ersten Wehruf wandte Ich Mich zu Meinen Jüngern als Meinen Verkündern der Gotteslehre nach Meiner Himmelfahrt und sprach zu ihnen:

   Ihr aber sollet euch nicht Rabbi (oder Lehrer) nennen lassen; denn Einer ist euer (Lehr-) Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder (Matth. 23, 81) -
 Hier in diesem Verse ist die Mahnung, dass keiner sich für unfehlbar dünke und aus eigener Ansicht die Lehre vortrage, sondern Mich Jesus Christus früher durch das innere Wort befrage, wie die Verse der Bibel richtig zu deuten sind; und sich daher niemand für besser und höher dünke in seiner Stellung, sondern sich nur als Bruder aller Menschen betrachte.

   Es fragt sich: Kann Mich einer eurer Lehrer, Professoren und Doktoren der Kirchenrechte und Theologie befragen, da niemand von Mir zum Seelsorgeramte berufen wurde und doch jeder sich für einen Lehrer, Professor oder Doktor der Theologie mit dem Titel „Hochwürden“ somit für Christus hält!?  Da er Meinen Titel: Doktor oder Professor, das heißt Lehrmeister führt! – und doch nur aus einem weltlichen Seminar oder Kollegium aufgestellt wurde. Wo ist da der Beweis für den zweiten Bund, wo es heißt durch die Propheten Jesaja und Jeremia, dass alle Berufenen von Gott Selbst gelehrt (Jes. 54, 13; - Jer. 31, 34; - Joh. 6, 45.) werden!? Daß bei einem solchen hochwürdigen Professoren-Hochmut von einer allgemeinen Menschen-Bruderschaft nirgends eine Spur ist, wisst ihr ja selbst, da nach der Ansicht der Professoren und Doktoren der Mensch erst beim Range eines Professors oder Doktors beginnt!

    Ich Jesus sagte: Auch sollt ihr keinen von euch auf Erden Vater nennen, denn Einer ist euer Vater, der im Himmel ist (Matth. 23, 9).
Die Bezeichnung Vater ist hier im geistigen Sinne gemeint, da Ich Jesus der Schöpfer der Seele bin. (Jes. 54, 5) Trotz dieser Mahnung haben sich zu allen Zeiten die geistigen Leiter „Vater“, Kirchenvater, Beichtvater und als Kulminationspunkt „heiliger Vater“ genannt. Somit lauter Götter im Priesterkleide, mit dem Obergott "heiliger Vater" an der Spitze, der in Rom residiert. Nach dem Katechismus romanus Pars II, Kap. VII, Qu. 2 nennen sich die römischen Priester nicht nur Engel, sondern auch Götter und sagen, dass sie des unsterblichen Gottes Kraft und Majestät inne haben; und dass die Macht, welche ihnen übertragen ist, die menschliche Vernunft und Intelligenz übersteigt; geschweige, dass auf Erden irgend etwas ihr gleich oder ähnlich gefunden werden könne. – Man kann zu dieser Selbsterhebung zu Engeln und Göttern nichts Besseres sagen als: Dass der Hochmutssatan wahrlich bei ihnen die menschliche Vernunft übersteigt.

    Ich Jesus sagte: Lasset euch nicht Lehrmeister nennen; denn Einer ist nur euer Meister, nämlich Jesus Christus (Matth. 23, 10).
In diesem Verse ist eine weitere Mahnung, dass sich niemand für einen Professor oder Doktor der Theologie mit dem Vortitel Herr (als Meister) bezeichne, weil Herr oder Meister in diesem Sinne soviel als „Gott“ bedeutet.

    Ich Jesus sagte: Der Größte unter euch soll euer  Diener sein. - (Matth. 23, 11)
Ich als der Gott des Weltalls im Menschenleibe sagte von Mir Selber: Ich der Menschensohn bin Ich nicht gekommen um Mich bedienen zu lassen, sondern zu dienen (Matth. 20, 28) Nun schaut euch eure Priester, Bischöfe, Erzbischöfe, Kardinäle und Päpste an, wie sie sich hochtrabend betragen und bedienen lassen!

    Ich Jesus sagte: Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden (Matth. 23, 12). –
Schauet  die Rangklassen der Priesterschaft an, und ihr werdet sogleich auch das Urteil Gottes ersehen, was sie, die „Hochwürdigen“, Exzellenzen“, „Eminenzen“ der Priesterschaft im Jenseits erwartet. Je höher hier, desto niedriger dort!

 
Dritter Wehruf.

    Nun wandte Ich Mich im Sinne Meines Vortrages wieder an die (abwesenden) Tempelpriester und sprach zu dem Volke:
   „Wehe euch ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Leuten das Himmelreich zuschließt! 
Ihr kommt nicht hinein; und die hinein wollen, lasset ihr nicht hineingehen“.
 (Matth. 23, 13)

   Dieser Wehruf, den Ich einst gegen die jüdischen Priester losließ, trifft darin heutzutage überein, weil die Priester euch teils verbieten, teils warnen vor dem Lesen der Heiligen Schrift, die Ich Selber lehrte und die Evangelisten und Apostel euch aufgeschrieben und hinterlassen haben. Ja, wenn ihr Meine heiligen Worte des Neuen Testamentes durch einen von Mir berufenen und auserwählten Bibelausdeuter euch lehren lasst, so ist euch ja damit der Himmel durch die Priester verschlossen, weil sie nicht wollen, dass ihr die Wahrheit erfahrt, was und wie Ich sie Selber lehrte. Daß solche Nachfolger der Pharisäer nicht in den Himmel kommen werden, ist doch klar und ersichtlich, weil sie das Volk durch ihre falschen Lehren hinters Licht führen und um sein Seelenheil betrügen.

   Man vergleiche die priesterlichen falschen Dogmen, die nicht in den Himmel führen, als: die Beichte, Kommunion; Auferstehung des Fleisches, Dreieinigkeit, Heiligenanbetung; Gerichte der Geistlichen, die ewige Verdammnis, die Rechtfertigungslehre usw.

 
Vierter Wehruf.

    Ich Jesus sagte: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Witwen Häuser fresst, unter dem Vorwande, dass ihr lange betet (für das Seelenheil ihrer verstorbenen Männer). Darum werdet ihr desto mehr Verdammnis (für eure Vorspiegelung) empfangen. (Matth. 23,14)
   Dasselbe tut die römische Priesterschaft, indem sie unwissende, ihren Händen preisgegebene Frauenzimmer, die Vermögen und Häuser besitzen, am Totenbette so lange mit Fegefeuer, Hölle und den Teufeln bearbeiten, sie damit erschreckend, andererseits aber den Himmel versprechen – wenn sie ihren Willen tun, - bis sie durch diese Erbschleicherei große Legate bekommen; die gesetzlichen Erben aber das traurige Nachsehen haben und der Priester fluchen. Wie viele Millionen wandern betrügerisch in die bodenlosen Säcke der Priester für die Totenmessen, da die Priester doch gut wissen, dass Petrus zu Samaria den Simon andonnerte: Daß du verdammt seist mit deinem Gelde, dass du meinst, dass die Gnade oder Gabe Gottes ums Geld feil ist! Und Ich habe doch Selber den Pharisäern von einst und jetzt eine desto größere Verdammnis oder Hölle für ihre betrügerische Geldprahlerei geweissagt!

 
Fünfter Wehruf.

    Ich Jesus sagte: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr zu Land und zu Wasser umherreist, dass ihr einen zu Glaubensgenossen macht; und wenn er es geworden, so macht ihr ein zweimal ärgeres Höllenkind aus ihm, als ihr selber seid. (Matth. 23, 15)
   Die Missionare reisen heutzutage durch alle Meere und Länder um ihre Glaubensgenossen zu machen, aber gleichzeitig wird der Religionshaß gegen Andersgläubige eingepflanzt, weil nur bei ihnen die alleinseligmachende Kirche und Wahrheit sei; Andersgläubige sind ärger wie die Heiden, vor denen man sich schützen soll, damit aber ist eben der Haß und Absonderung von den nicht ihren Glauben Habenden eingepflanzt. Die Römischen heißen die Protestanten Satansdiener; die Protestanten ziehen los über die römischen Ketzer wie einst Martin Luther und da soll Ich ein Mittler sein in dieser Hölle? Ihr seid beide im Irrtum.

 
Sechster Wehruf.

    Ich Jesus sagte: Wehe euch, verblendete (Volks-) Leiter, die ihr sagt: Wenn jemand bei dem Tempel schwört, das hat keine Bedeutung, wer aber schwört des Goldes wegen, der ist dem Tempel schuldig (So hat der Ausspruch gelautet ; - Matth. 23, 16;)
   Hier war es den Pharisäern nur um des Geldes wegen zu tun; so haben aber zur Zeit der Inquisition auch die römischen Priester gehandelt. In der Liquori Moral sind Meineide über Priestersünden, um sie zu bedecken, gestattet.

 
Siebenter Wehruf.

   Ich Jesus sagte: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehnt die Krauseminze, Dill und Kümmel, aber auf das Wichtigere des Gesetztes: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glaubenstreue legt ihr keinen Wert. (Matth. 23, 23)
   Die römischen Priester machen dagegen in viel größerem und ausgedehnterem Maßstabe (also nicht Verzehntung, sondern die Verhundertfachung an Gewinneinkünften aus Chartreuse, Franzbranntwein, Schololadenfabrikation, Ölpressereien, Ländereien und Faktoreien (haciendas) in Südamerika, vergleiche die große Landwirtschaft und Erzeugung von allerlei Gerätschaften durch die Handwerker zu Maria Zvezda in Bosnien, dann die großen Herrschaften, Fabriken und allerlei industrielle und gewerbliche Unternehmungen und Etablissements der Kirchen und Klöster usw.), während die Gewinnung der Seelen durch die falsche Handhabung Meiner Lehre nicht für Mich, sondern für die Hölle zunimmt, weil sie mit wenig Ausnahme kein Gewicht und Wert darauf legen. –

 
Achter und neunter Wehruf.

    Ich Jesus sagte: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher  und Schüsseln auswendig reinlich haltet, inwendig sind sie aber voll Raubes und Fraßes: Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, auf dass auch das Auswendige rein werde. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, inwendig aber sind sie voller Totenbeine und Unreinigkeit! Also auch ihr; von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend. (Matth. 23, 25 – 28)
   Um diese zwei Wehrufe zu verstehen, muß man die schmutzig-geilen Fragen der römischen Priester kennen, welche sie nach der Höllen-Moral-Theologie des unheiligen Liquori im Beichtstuhle an das weibliche Geschlecht richten unter Androhung der Absolvierung, wenn sie ihnen nicht haarklein alles Menschliche erzählen, aus ihnen die seltensten Sachen herausziehen. Sehen sie aber, dass eines recht furchtsam und kindisch bis in die Tiefe des Herzens erzählt, so ist oft noch eine Zimmer-General-
Beichte nötig, um das zu erfahren und zu tun, was sie nichts angeht, noch statthaft und vom Standpunkte der göttlichen Morallehre streng verboten ist. – Die Liquori-Moral-Beichtpriester sind eben Böcke – in fremder Herde!

 
Zehnter Wehruf.

    Mein Schlusswort lautet: euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Propheten Gräber baut, und schmückt der Gerechten Gräber, und sprecht: Wären wir zu unseren Väter Zeiten gewesen, so hätten wir uns nicht mitverschuldet an dem Blut der Propheten. – Siehe, Ich sende euch zu Propheten und Weise und Schriftgelehrten, aber von diesen werdet ihr einige töten und kreuzigen, andere werdet ihr geiseln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der anderen; auf dass über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden. Wohlan, erfüllt auch ihr das Maß eurer Väter. Ihr Schlangen, ihr Otterngezüchte! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen!? (Matth. 23, 29 – 35)

   Diese Meine Worte, die Ich einst den Schriftgelehrten und Pharisäern mit aller Kraft gesagt habe, wiederholten sich in ihrem Inhalt später im christlichen Zeitalter.

   Wer kennt nicht die römisch-spanische Inquisition mit ihren Gräueln und entsetzlichen Grausamkeiten der Folterungen und Verbrennungen am Scheiterhaufen!?  Fluch und Schande wälzten die Priester auf Meine Lehre der Liebe und Duldung und besudelten sie mit dem Blute von tausenden unschuldiger Opfer.

   Sie kreuzigten Mich in Meinen Kindern und Meiner Lehre und handelten so barbarisch, dass die Raubmörder und Profession nicht schlechter getan und gehandelt hätten. Denn die Geschichte der römischen Kirche erzählt euch Gräuel, welche nichts anderes als Folterungen, Beraubungen, Ermordungen und gemeinste Verbrechen der Priester an armen unschuldigen Opfern darstellen, welche aus dem einen oder anderen Grunde in ihre Hände fielen.

   Man hörte nichts als das Jammern, Klagen, Weinen und Schreien der unschuldig Ergriffenen, lügenhaft Beschuldigten, grässlich Gemarterten, die alles aussagen mussten, was ihnen die Priesterschergen mit verschiedenen wilden Instrumenten blutig oder mit Feuerhitze ausgepresst haben, welche Verbrechen sie aber nie begangen haben! – Es war eine Zeit der wildesten Raserei der zu Teufeln in Menschengestalt gewordenen Priester.

   Genug von dem, Ich sage euch: Ich will, da dieser Geist noch heutzutage in den Priestern steckt – aber durch die Weltgesetze niedergehalten wird, - aller privilegierten Priesterschaft ein Ende machen und dafür Mein Reich der ewigen Liebe mit einer allgemeinen königlich-göttlichen Priesterschaft aufstellen. Deren Oberpriester Ich Jesus Selber, als König, Richter und Vater unter ihnen sein werde. Amen.

 
Christliche-theosophische Schrift Nr. 58

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