das 7. gebot

werner may   im paradies   17309 fahrenwalde   werner(at)paradies-auf-erden.de

Das 1. Gebot
Das 2. Gebot
Das 3. Gebot
Das 4. Gebot
Das 5. Gebot
Das 6. Gebot
Das 7. Gebot
Das 8. Gebot
Das 9. Gebot
Das 10. Gebot


















































































































































































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Du sollst nicht stehlen (noch rauben), 
weder materielles noch geistiges Gut, weder für dich noch im Dienste eines Anderen, 
da jeder Mensch ein Kind Gottes und dein Bruder ist.“


Was wird durch das siebente Gebot verboten?

Durch das siebente Gebot wird verboten:

Der Diebstahl (a),

der Raub (b),

der Betrug um Maße und Gewichte (c),

die Zurückhaltung des fremden Gutes (d)

und des Liedlohnes (e),

der Wucher (f)

und alle Beschädigungen des Nächsten an seinem Vermögen und an seinen Rechten (g).


(a) Matthäus 19,18: Du sollst nicht stehlen.

(b) Amos 3,9-10: Die Reichen und Mächtigen achten keines Rechtes, spricht Jehova, sie sammeln und häufen in ihren Palästen Schätze durch Frevel, Gewalt, Erpressung und Raub. — Jesajas 3,14: Der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten Seines Volkes und mit Seinen Fürsten; Denn ihr habt den Weinberg (des Herrn, welcher ist die geistige Leitung Seiner Kinder) verderbt; und der Raub von den Armen ist in euren Häusern.

(c) Moses III. 19,36: Richtige Wage, richtige Gewichte, richtigen Scheffel und richtiges Maß sollt ihr haben.

(d) Moses III. 6,2-5: Wenn jemand sündigt und ein Vergehen begeht gegen Jehova, und leugnet dem Nächsten ab das Anvertraute, oder das in die Hand Hinterlegte, oder was er entwendet, oder erpresst hat seinem Nächten; oder etwas Verlorenes gefunden hat, und es leugnet, sogar falsch schwört über Etwas von irgend jemand, was derselbe getan hätte; und darin sündigt; da geschehe es, wenn er gesündigt, und sich verschuldet hat, so gebe er zurück den Raub, den er entwendet, oder das Erpresste, das er erpresst hat, oder das Anvertraute, das ihm anvertraut war, oder das Verlorene, das er gefunden hat; oder irgend dasjenige, weswegen er falsch geschworen hat, und erstatte es nach dem ganzen Werte, und lege seinen fünften Teil noch hinzu, dem, welchem es gehört.

(e) Jeremias 22,13: Wehe dem, der sein Haus mit Ungerechtigkeit baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seines Nächsten Arbeit unentgeltlich erpresst und ihm den Lohn nicht gibt.

(f) Exodus 22,25: Wenn du meinem Volke Geld leihst, dem Armen bei dir; so sei kein Wucherer gegen ihn, und lege ihm keine Zinsen auf.

(g) Leviticus 19,13+35: Du sollst deinen Nächsten nicht übervorteilen, und nicht berauben; vorenthalte nicht über Nacht den Lohn des Tagelöhners bis zum Morgen. — Ihr sollt kein Unrecht tun im Gerichte, in der Elle, im Gewichte und mit dem Maße.


Die Vergehen gegen das siebente Gebot sind:

1. Diebstahl, Ausplünderung, Raub, Straßen- und Seeraub, jede geheime oder gewaltübende Aneignung des fremden Habes und Gutes.

2. Die Steuerforderung von seinem Nächsten, und mit Gewaltfordern und nehmen die Steuern durch Pfändung und Ausverkauf.

3. Betrügereien; Handwerker sündigen gegen dieses Gebot, wenn sie ihre Arbeiten unredlich und betrüglich verrichten; Offiziere, welche die Soldaten im Solde verkürzen; Richter, welche nach Freundschaft, Geschenken, Anverwandtschaft oder aus anderen Rücksichten wegen, das Recht unrecht sprechen, indem sie die Gesetze oder Fragen verdrehen, und so andere ihrer Güter, die sie rechtmäßig besitzen, berauben. Also auch Erbschleicherei zum Schaden der rechtmäßigen Erben.


Was wird durch wird durch das siebente Gebot befohlen?

1. Durch das siebente Gebot wird befohlen: jedem das Seinige zu lassen, zu geben und zu leisten (a),

das Entfremdete zurückzustellen (b),

und den zugefügten Schaden wieder gutzumachen (c).

(a) Römer 13,7: Gebt also jedem, was ihr schuldig seid; Steuer wem Steuer, Zoll wem Zoll. Matthäus 22,21: Gebt Gott was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist.

(Diese Worte vergleiche mit dem 5. 7. und 9. Gebot Gottes, was Ich von dir auch als Gott fordere; und was Ich von den Herrschern fordere, dann wirst du den wahren Sinn dieser Meiner Worte begreifen).

(b) Hesekiel 33,14-15: Wenn Ich zu dem Gottlosen sage "Du wirst sterben!“ und er tut Buße über seine Sünde und übt Recht und Gerechtigkeit, so dass der Gottlose das ungerechte Pfand zurückgibt, da er (vorher) gottlos war, und wieder nach den Vorschriften des Lebens wandelt und kein Unrecht begeht; wahrlich der wird leben und nicht sterben.

(c) Exodus 22,5: Wenn jemand einen Acker oder Weinberg beschädigt, oder lässt sein Vieh hinein, dass es weide auf fremder Hut, der soll das Beste, was er auf seinem Acker oder Weinberg hat, nach des Schadens Schätzung erstatten.


Zur besseren Begründung des 7. Gebotes soll auch das im Buch "Die geistige Sonne"1 Gesagte hier wiederholt werden:

"Das Stehlen geschieht materiell und geistig. Stehlen tut ein jeder, der sich auf Unkosten seiner Mitmenschen Kapitalien sammelt, sei es durch Wucher, Industrie oder ein sonstiges Geschäft oder Gewerbe, durch welches den Mitmenschen das Brot ersichtlich vom Mund weggenommen wird, weil Ich Gott kein Eigentumsrecht, keine Klassenbevorzugung erschaffen habe."

"Aber ebenso ist es eine Sünde den Reichen, Wucherern usw. ohne aller äußerste Not etwas weg zu nehmen. Die Reichen genießen auf dieser Welt ihren Himmel und werden aller Vorteile bar und elendigst auf die andere Welt kommen."

"Für die Armen, welche gottergeben ihr Schicksal tragen ist der Trost, den Ich Jesus selbst aussprach, vorhanden: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."

Wer hier seinen Himmel hat und kein Auge und kein Herz für das Leiden der Mitmenschen, der wird im Jenseits keinen Himmel haben, — und hier dauert es nur einige Jahre, dort aber ungezählte Jahre. Wer vernünftig ist, der suche das Reich des Herrn! — denn das Irdische ist voller Lug und Trug und die Reichen selbst sind oft sehr unglücklich, ganz zufrieden aber nie, weil die Welt keine Zufriedenheit gibt."

"Ich als göttlicher Meister sagte zu Meinen Schülern: sorgt euch nicht, was ihr essen und womit ihr euren Leib bekleiden werdet; denn das alles ist Sache der Heiden.

Sucht vor allem das Reich Gottes; alles andere wird euch schon von selbst hinzufallen." —

Weiter habe Ich gesagt: "Die Vögel haben ihre Nester und die Füchse ihr Geschleif (Gruben), aber der Menschensohn hat nicht einen Stein als eigen, den Er unter sein Haupt lege!"

Hiermit habe Ich klar gesagt, dass man sich keine irdischen Güter sammeln solle, wenn man himmlische Güter erben will.

"Man solle daher keine Eingriffe tun, welche mit Gottes Ordnung nicht übereinstimmen, denn Ich sagte zwar: "Gebet den Kaiser, was des Kaisers ist; aber Ich habe auch gesagt: — und Gott, was Gottes ist." — Und was soll dieses Gebot bedeuten? Dieses Gebot bedeutet:

"Du sollst nimmer die göttliche Ordnung verlassen, dich nicht außer dieselbe hinstellen und der Rechte Gottes bemächtigen wollen." —

"Was sind aber diese Rechte und worin bestehen sie? Gott allein ist heilig, und Ihm allein kommt alle Macht zu! — Wen Gott selbst heiligt und ihm die Macht erteilt, der besitzt sie rechtmäßig; wer sich aber selbst heiligt und dadurch die göttliche Macht an sich reißt, um im Glanz derselben eigenmächtig und habsüchtig zu herrschen, der ist im wahrhaftigen Sinne nicht von Gottes Gnaden, sondern ein Dieb, ein Räuber und ein Mörder!" —

Wer alsonach sich eigenmächtig und selbstliebig durch was immer für äußere Schein- und Trugmittel, mögen sie irdischer oder geistiger Art sein, über seine Brüder erhebt, der ist es, der solches Gebot vollkommen übertritt. Kein Geist, Medium, Mensch solle je die ihm innewohnende Kraft und Macht eigenmächtig gebrauchen, sondern allzeit nur in der göttlichen Ordnung.


Im geistigen Sinne

wird unter Stehlen verstanden, Andere der Wahrheit ihres Glaubens berauben, was durch falsche oder ketzerische Lehren geschieht.

Priester, welche bloß des Gewinnes wegen oder um zu Ehren zu gelangen, dienen und Dinge lehren, von welchen sie sehen oder aus dem Worte sehen können, dass sie nicht wahr sind, sind geistige Diebe, weil sie die Mittel des Heiles, welche die Glaubenswahrheiten sind, dem Volke entziehen, auch diese heißen Diebe im Wort in folgenden Stellen:

Johannes 10,1+10: Wer nicht durch die Türe eingeht in den Schafstall, sondern anderswoher einsteigt, der ist Dieb und ein Räuber; der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben.

Matthäus 6,19-20: Legt nicht Schätze zurück auf Erden, sondern im Himmel, wo nicht Diebe kommen und sie stehlen.

Obadias 5: Wenn Diebe über dich kommen, wenn Zerstörer bei Nacht, wie wirst du ausgezogen werden! werden sie nicht stehlen, bis sie genug haben?

Joel 2,9: Sie werden in der Stadt umher rennen, auf der Mauer laufen, in die Häuser steigen, durch die Fenster einsteigen, wie ein Dieb.

Hosea 7,1: Sie trieben Lüge, und es kam der Dieb, und es ergoss der Haufe sich nach außen.

Der geistige Diebstahl bezieht sich auf alle Gebote, wenn man sie nicht so erfüllt, wie sie vorgeschrieben sind. Ja, diese müssen genau erfüllt werden und nicht bloß oberflächlich oder nur halbwegs; denn tust du dieses nicht, so bestiehlst du Mich, den Vater, um die Liebe, die du Mir zu geben hast; du bestiehlst aber auch deinen dir nahe Gebrachten um das Mittel, das ihm die Gelegenheit gibt, um zu Mir, dem Vater, kommen zu können, und drittens bestiehlst du dich selbst, indem du dir durch das Nichtbefolgen Meiner Gebote die höchste Glückseligkeit so lange verschließt, bis du endlich zu der Einsicht gekommen bist, um jedes Meiner Gebote bis in das Kleinste mit allem Fleiß jeden Moment deines Daseins zu erfüllen. Denn Ich, der Vater, liebe dich, Ich, der Vater, liebe alle Menschen und darum will Ich auch geliebt sein. Weil Meine Liebe allein die beglückende Vereinigung erzielt.


Im himmlischen Sinne

werden unter den Dieben diejenigen verstanden, welch dem Herrn dadurch die göttliche Gewalt entziehen, dass sie sich anmaßen zu lehren, dass sie haben die Gewalt von Gott durch die Apostel überkommen an Gottes statt die Sünden zu vergeben, oder sie vorzuenthalten und göttliche Gnaden und Vorrechte an die Gläubigen zu erteilen durch Ablässe und dergleichen mehr, was nur Gott zusteht; diese, obwohl sie Gott anbeten, so geben sie doch nicht Ihm die Ehre, sondern sich selbst, weil sie göttliche Vorrechte sich aneignen und sie zum Schaden des Seelenheils der Gläubigen gebrauchen, weil es keine Wahrheit ist, sondern Betrug, daher Seelenheilraub.

Die, welche Falsches und Ketzerisches lehren, und das Volk überreden, dass es wahr und rechtmäßig sei, obzwar sie das Wort lesen, und aus diesem wissen können, was falsch und was wahr ist, sodann die welche das Falsche der Religion durch Trugwahrheiten begründen und die Menschen durch Irrlehren verführen, können mit Betrüger und Betrügereien aller Art verglichen werden; und da diese an sich Diebstähle im geistigen Sinne sind, so lassen sie sich vergleichen mit den Betrügern, welche falsche Münzen prägen, sie vergolden, oder ihnen die Farbe des Goldes

geben, und sie als echte ausgeben; dann auch mit denen, welche sich darauf verstehen, Kristalle gehörig zu schneiden und herzustellen, ihnen Glanz und Härte zu geben, und sie dann als Diamanten verkaufen. Sie gleichen auch Solchen, welche geschminkte Masken an lebendige und natürliche Gesichter legen und deren Naturform verbergen. Sie gleichen ferner denen, welche Seleniten und Marienglas, die wie Gold und Silber glänzen, vorzeigen und für kostbare Sachen ausgeben. Auch können sie denen verglichen werden, welche durch theatralische Vorstellungen vom wahren Gottesdienst und von den Tempeln in die Schauspielerhäuser weglocken.

Diejenigen, welche Falsches jeder Art bestätigen, indem sie die Wahrheiten für nichts achten, und das geistige Amt bloß des Gewinnes und der Ehre wegen verwalten, und somit geistige Diebe sind, können denjenigen Dieben verglichen werden, welche Schlüssel bei sich führen, durch die sie die Türen aller Häuser öffnen können; dann auch den Pardeln und Adlern, die mit scharfen Augen umher spähen, wo für sie taugliche fette Beute ist.

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1Kundgabe an Jakob Lorber